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Aufbau der Skelettmuskulatur

Lernziele

Nach dieser Lerneinheit kannst du:

  1. den hierarchischen Aufbau der Skelettmuskulatur vom Muskel bis zum Myofilament beschreiben.
  2. die Beziehung zwischen T-Tubuli, sarkoplasmatischem Retikulum und Myofibrillen beschreiben.
  3. die Typen, den Aufbau und die Zusammensetzung von Myofilamenten erklären.
  4. die Veränderungen im Sarkomer bei Muskelkontraktion und -entspannung anhand der Gleitfilamenttheorie beschreiben.

Begriffe vertiefen

Das muskuläre System umfasst mehr als 600 Skelettmuskeln. Jeder Muskel besteht im Wesentlichen aus Skelettmuskelgewebe und wird von unterstützendem Bindegewebe umhüllt.

Die grundlegende Baueinheit dieses Gewebes ist die Muskelzelle, die aufgrund ihrer langgestreckten Form auch als Muskelfaser bezeichnet wird.

Muskelfasern erstrecken sich oft über die gesamte Länge eines Muskels. Jede einzelne Faser wird von einer speziellen Membran umgeben, dem Sarkolemm. Das Sarkolemm besteht aus zwei Abschnitten: einem inneren Teil, der die eigentliche Plasmamembran darstellt, und einer äußeren Schicht aus Polysacchariden und feinen Kollagenfibrillen. Diese äußere Schicht geht direkt in das Endomysium über, eine feine Bindegewebsschicht, die einzelne Muskelfasern umhüllt. Mehrere Muskelfasern schließen sich zu einem Muskelfaserbündel (Faszikel) zusammen, das vom Perimysium umgeben wird. Mehrere dieser Bündel bilden schließlich den gesamten Muskel, der vom Epimysium nach außen hin umschlossen wird.

An den Muskelenden laufen diese Bindegewebsschichten zusammen und gehen in die Muskelsehne über, wodurch die erzeugte Muskelkraft auf den Knochen übertragen wird.

Das Zytoplasma der Muskelzelle wird als Sarkoplasma bezeichnet. Es ist dicht gepackt mit Myofibrillen, den kontraktilen Komponenten der Muskelzelle. Die Myofibrillen bestehen aus geordneten Ansammlungen von Myofilamenten, bei denen es sich um filamentöse Polymere der Motorproteine Aktin und Myosin II handelt:

  • Aktinfilamente (dünne Filamente): Bestehen aus Aktin sowie den regulatorischen Proteinen Tropomyosin und Troponin.
  • Myosinfilamente (dicke Filamente): Bestehen aus mehreren gebündelten Myosinmolekülen.

Die Myofibrillen verlaufen über die gesamte Länge der Muskelfaser. In ihnen sind die Myofilamente in sich wiederholenden Sarkomeren parallel zueinander angeordnet. Dadurch entsteht das charakteristische Muster aus abwechselnd hellen und dunklen Streifen (Querstreifung). Die sich wiederholenden Abschnitte dieser Streifung bilden die Sarkomere, welche die kleinsten funktionellen Einheiten der Muskelkontraktion darstellen.

Nach der Gleitfilamenttheorie der Muskelkontraktion gleiten die dünnen Aktinfilamente während der Kontraktion zwischen die dicken Myosinfilamente. Dadurch verkürzen sich die Sarkomere, was zur Verkürzung des gesamten Muskels und zur Kraftentwicklung führt.

Die Myofibrillen werden von einem hochspezialisierten glatten endoplasmatischen Retikulum umgeben, dem sarkoplasmatischen Retikulum (SR), das als Calciumspeicher dient. Zudem enthält das Sarkoplasma zahlreiche Mitochondrien zur Energiebereitstellung sowie Glykogenspeicher.

Neben den kontraktilen Filamenten sorgen elastische Filamente, sogenannte Titinfilamente, für die Zentrierung der Myofilamente und verleihen der Muskelzelle ihre passive Elastizität.

Inhalte verstehen

Morphologische Organisation eines Skelettmuskels

Jeder Skelettmuskel ist vom Epimysium umhüllt. Das Perimysium bündelt mehrere Muskelfasern zu Muskelfaserbündeln (Faszikeln), während das Endomysium die einzelnen Muskelfasern umgibt und voneinander trennt.

Jede Muskelfaser besteht aus Myofibrillen, die sich wiederum aus Myofilamenten aufbauen. Unter dem Mikroskop wird das typische Streifenmuster der Sarkomere sichtbar. Dieses Streifenmuster entsteht durch die Anordnung von dicken und dünnen Myofilamenten in jeder Einheit. Dazu zählen:

  • A-Bande (anisotrope Bande): Dunkle Streifen bestehend aus dicken Myosinfilamenten. 
  • I-Bande (isotrope Bande): Helle Streifen, die nur die dünnen Aktinfilamente enthalten und sich zwischen den A-Banden befinden.
  • Z-Scheibe: Sichtbare Linie in der Mitte der I-Bande, die den Punkt der Verbindung zwischen den beiden benachbarten Aktinfilamenten markiert. Sie begrenzt zu beiden Seiten das Sarkomer.
  • M-Linie: Dunkler Streifen in der Mitte der A-Bande, der die Mitte des Sarkomers markiert.
  • H-Zone: Hellerer Bereich innerhalb der A-Bande, der ausschließlich dicke Myosinfilamente enthält. Sie liegt zwischen den Enden der dünnen Aktinfilamente beidseits der M-Linie.

Muskelfaser

Myofibrillen

Gleitfilamenttheorie

Die Gleitfilamenttheorie erklärt den Vorgang der Muskelkontraktion, bei dem dünne Filamente über dicke Filamente gleiten.

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Zusammenfassung

Kurzfakten zum Aufbau der Skelettmuskulatur

Bindegewebshüllen

  • Epimysium: Äußerste Bindegewebsschicht, die den gesamten Muskel umschließt.
  • Perimysium: Umhüllt einzelne Muskelfaserbündel (Faszikel)
  • Endomysium: Feine Bindegewebsschicht, die jede einzelne Muskelfaser umgibt und sie mit der Sehnenstruktur verbindet

Zelluläre Ebene

  • Muskelfaser: Langgestreckte, vielkernige Muskelzelle und grundlegende Baueinheit des Muskelgewebes.
  • Sarkolemm: Spezielle Zellmembran der Muskelfaser, bestehend aus Plasmamembran und äußerer Polysaccharid-/Kollagenschicht.
  • Sarkoplasma: Zytoplasma der Muskelzelle; reich an Myofibrillen, Mitochondrien (ATP-Gewinnung) und Glykogen.

Zellorganellen und Erregung

  • Sarkoplasmatisches Retikulum (SR): Spezialisiertes ER, das als Calciumspeicher dient; bildet an den A-I-Übergängen Terminalzisternen aus.
  • T-Tubuli (Transversaltubuli): Einstülpungen der Plasmamembran, die Erregungen ins Zellinnere leiten.
  • Triade: Komplex aus einem T-Tubulus und zwei angrenzenden Terminalzisternen; leitet die Calciumfreisetzung bei Depolarisation ein.

Kontraktile Organellen

  • Myofibrillen: Dicht gepackte, kontraktile Organellen in der Muskelfaser, aufgebaut aus Myofilamenten.
  • Myofilamente: Filamentöse Polymere: Aktinfilamente (dünn, mit Tropomyosin & Troponin C/T/I) und Myosinfilamente (dick, mit Myosinköpfen).
  • Strukturproteine: Titin (sorgt für Elastizität & Zentrierung) und Nebulin.

Sarkomer-Gliederung

  • Sarkomer: Kleinste funktionelle Kontraktionseinheit zwischen zwei Z-Scheiben.
  • A-Bande (anisotrop) : Dunkler Bereich; enthält Myosin- und Aktinfilamente (Länge bleibt bei Kontraktion konstant).
  • I-Bande (isotrop): Heller Bereich; enthält nur dünne Aktinfilamente (wird bei Kontraktion schmaler).
  • H-Zone: Heller Bereich in der Mitte der A-Bande; enthält nur Myosin (wird bei Kontraktion schmaler)
  • Z-Scheibe: Begrenzt das Sarkomer und verankert Aktin.
  • M-Linie: Mitte des Sarkomers, verankert Myosin.

Funktionsmechanismus

Gleitfilamenttheorie: Aktinfilamente gleiten zwischen die Myosinfilamente zur M-Linie; Z-Scheiben rücken zusammen und verkürzen das Sarkomer ohne Filamentverkürzung.

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