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Anatomie des Menschen

Dieser Artikel erläutert die Definition des Begriffes Anatomie und beleuchtet zusammenfassend die Geschichte der Anatomie.

Kurzfakten
Begriff altgriechisch = "aufschneiden"

Einteilung

Makroskopische Anatomie, Mikroskopische Anatomie, Embryologie

Geschichte

- 3. Jh. v. Chr: erste Sektion in Ägypten

- 2. Jh. n. Chr.: Betrachtung von Gladiatorenverletzungen

- 1302: erste legale Sektion in Bologna

- 16. Jh.: Andreas Vesalius

- 17. Jh.: Einführung des Lichtmikroskops

- 18. Jh.: Bernhard Albinus

Schädel - ventrale Ansicht

Definition des Begriffes Anatomie

Der Begriff Anatomie kommt aus dem Altgriechischen und bedeutet übersetzt "aufschneiden". Bei der Anatomie des Menschen nimmt man, wie auch bei der Anatomie von Tieren, eine Einteilung in makroskopische und mikroskopische Anatomie vor:

  • In der makroskopischen Anatomie des Menschen beschreibt man die Strukturen, Organe, Muskeln, Knochen etc., die mit dem bloßen Auge, sprich makroskopisch, erkennbar sind. Diese werden topographisch und systematisch eingeteilt, um eine gewisse Gliederung herzustellen.
  • Unter mikroskopischer Anatomie des Menschen versteht man die "Gewebelehre", sprich Histologie. Außerdem kann man auch noch eine Unterteilung in Zytologie, der reinen "Zelllehre" vornehmen. Der Unterschied zur makroskopischen Anatomie ist der, dass man zur Beurteilung mikroskopischer, wie zum Beispiel zellulärer Strukturen, wie der Name schon sagt eine optische Vergrößerung benötigt.
  • Auch die Embryologie muss als Teil der Anatomie des Menschen gesehen werden. Hierin wird die Entwicklung bzw. Entstehung des Menschen von der befruchteten Eizelle an beschrieben.

Geschichte der Anatomie des Menschen

Geschichte der Anatomie

Die Anatomie des Menschen ist als wissenschaftliche Disziplin ca. 2000 Jahre alt. Geschichtlich gesehen hat sie nach ersten Sektionen des menschlichen Körpers im 3. Jahrhundert v. Chr. im alten Ägypten keine allzu rasante Entwicklung durchgemacht. Erstmal nicht. Nachfolgend einige interessante Fakten zur Geschichte der Anatomie des Menschen.

Als Arzt der Gladiatoren und Leibarzt von Kaiser Marc Aurel, war Galen v. Pergamon (129-199 n. Chr.) prädestiniert, um sich anatomisch weiterzubilden und zu forschen. Durch die teils schweren Verletzungen, die die Gladiatoren durch ihre Kämpfe davontrugen, konnte Galen eindrucksvolle Einblicke in die Anatomie des Menschen erhalten.

Nach einem Verbot von Sektionen im 2. Jh. n. Chr., weil verurteilte Straftäter teilweise an lebendigem Leibe seziert wurden, fand die erste belegte Legalsektion im Jahre 1302 an der Universität Bologna in Italien statt. Auch Leonardo da Vinci, der sich privat mit Sektionen von Leichen befasste, begann sehr früh sich für die Anatomie des Menschen zu interessieren. Er hatte den Anspruch, sowohl wissenschaftlich Fortschritte zu machen, als auch die Anatomie des Menschen mit zeitgenössischer Kunst zu verbinden.

Andreas Vesalius (1514-1564), der die wissenschaftliche Anatomie des Menschen stark mitprägte, erforschte die Anatomie, indem er öffentliche Sektionen im sogenannten "anatomischen Theater" durchführte. Bernhard Albinus (1697-1747) revolutionierte die Lehre der Anatomie des Menschen nocheinmal, indem er nicht nur die detailierten, individuellen Präparate und Organe zeichnete, sondern diese nun in einen funktionellen Zusammenhang brachte. Demnach wurde nun beispielsweise nicht nur das Skelett des Menschen isoliert dargestellt, sondern ebenfalls die dazugehörigen Muskeln darauf. Andererseits wurde nicht nur der Schädel und das Gehirn, sondern nun auch in der Verlängerung das Rückenmark detailliert und im Zusammenhang beschrieben. Zeichnungen von Querschnitten verschiedener Organe, wurden von ihm erstmals in größerer Menge publiziert.

Im 17. Jahrhundert wurde mit der Einführung des Lichtmikroskopes, welches seinen Namen Johann Faber von Bamberg (1574-1629) verdankt, die Anatomie des Menschen weiter im Detail erforscht. Es wurden immer aufschlussreichere Entdeckungen gemacht und so der derzeite wissenschaftliche Erkenntnisstand weiter verbessert.

Anatomie heute

Heutzutage ist die Lehre der Anatomie des Menschen eine nicht mehr wegzudenkende Disziplin in der Ausbildung von Studenten und Auszubildenden der Medizin, Gesundheits-und Krankenpflegern, Heilpraktikern, Physiotherapeuten, Biologiestudenten etc.

Ohne das Studium der menschlichen Anatomie, was als eine Grundvoraussetzung zur erfolgreichen Ausübung des ärztlichen Berufes gesehen werden muss, könnte man heutzutage sicher sehr viel weniger, wenn nicht sogar überhaupt nichts, über Pathologien an Organen, Muskeln, oder dem Skelett des Menschen sagen. Und infolge dessen auch weniger gut Krankheiten diagnostizieren und therapieren.

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Quellen anzeigen

Autor:

  • Christopher A. Becker

Foto und Illustratoren:

  • Flickr / Double--M
  • Schädel - ventrale Ansicht - Yousun Koh
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