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Aortenklappe

Die Aortenklappe ist eine Verschlussklappe des Herzens, die den Rückfluss des Blutes aus der Aorta in den linken Ventrikel verhindert. Gemeinsam mit der Pulmonalklappe wird sie den Taschenklappen zugeordnet.

Kurzfakten zur Aortenklappe
Lage Medialer Bereich des linken Ventrikels nahe des Conus arteriosus
Aufbau - Nestförmige Taschen (Valvulae semilunaris) 
- Halbmondförmige Ränder (Lunula valvulae semilunaris)
- Nodulus Arantii (Noduli valvarum semilunarum)
Funktion Verhindert den Rückfluss der, während der Systole in die Aorta ausgetriebenen, Blutsäule.
Klinik Aortenklappenstenose, Aortenklappeninsuffizienz 

Lage und Aufbau

Die Aortenklappe liegt im medialen Bereich des linken Ventrikels nahe des Conus arteriosus. Sie besitzt drei nestförmige Taschen (Valvulae semilunaris dextra, sinistra und posterior), die über halbmondförmige Ränder verfügen (Lunula valvulae semilunaris). Der freie Rand der Taschen verdichtet sich jeweils zu einem Nodulus Arantii (Noduli valvarum semilunarum). Alle drei Noduli sowie die Ränder treffen sich im Verlauf des Klappenschlusses und dichten das Lumen der Aorta vollständig ab.

Der Raum zwischen Gefäßwand und Rand ist taschenförmig vertieft und wird als Sinus aortae bezeichnet. Diese Dilatation beginnt etwas kranial der Valvulae semilunaris. Im Bereich des Sinus aortae geht aus der Gefäßwand, auf Höhe des Nodulus valvulae semilunaris der Valvulae semilunaris dextra und sinistra, jeweils ein Gefäß ab: die A. coronaria dextra und die A. coronaria sinistra.

Funktion und Hämodynamik 

Die Aortenklappe verhindert den Rückfluss der, während der Systole in die Aorta ausgetriebenen, Blutsäule. Die taschenförmige Konstruktion sorgt dafür, dass das Blut, selbst wenn es zum Rückfluss neigen sollte, in die Aorta zurückgeworfen wird.

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Klinik 

Aortenklappenstenose

Die häufigste Erkrankung der Aortenklappe ist die Aortenklappenstenose. Sie tritt bevorzugt im deutlich höheren Lebensalter auf und ist in der Regel durch Verkalkungen bedingt. Mit zunehmender Stenosierung verringert sich die Öffnungsfläche der Aortenklappe. Symptome treten häufig jedoch erst bei einer Verringerung der Öffnungsfläche (nicht des Durchmessers) von über 50% auf.

In der Folge kommt es zur Druckbelastung des linken Ventrikels und nicht selten zur konzentrischen Hypertrophie. Das führt häufig zu einer diastolischen Dysfunktion mit konsekutiver Lungenstauung und zunehmender Luftnot (Dyspnoe) und Leistungsminderung. 

Die Hypertrophie des linken Ventrikels geht mit einem erhöhten Sauerstoffbedarf des Arbeitsmyokards einher, die gesteigerte Wandspannung beeinträchtigt den subendokardialen Blutfluss. Auch ohne Verengungen der Herzkrankgefäße kommt es zum typischen belastungsabhängigen thorakalen Druckgefühl, der Angina pectoris.

Vermutlich kommt es durch die erhöhte linksventrikuläre Volumenbelastung zur Aktivierung von Barosensoren im linken Ventrikel ("es ist zu viel Blut da"), was mit einer peripheren Vasodilatation einhergeht. Die Folgen sind Schwindel, Synkopen (kurz andauernde Bewusstlosigkeit) und "Kopfleere" bei Belastung.

Dyspnoe, Angina pectoris und Synkopen sind die Kardinalsymptome der Aortenklappenstenose, die bereits rein anamnestisch die Verdachtsdiagnose ermöglichen.

In der Auskultation des Herzens ist ein ansteigend-absteigendes (Crescendo-Decrescendo, "spindelförmig"), in der Systole zu hörendes, Herzgeräusch zu vernehmen. Dabei ist zu beachten, dass die Lautstärke des Herzgeräusches keine Aussage über die Schwere der Stenose erlaubt. Häufig ist bei schweren bis schwersten Stenosen kaum etwas zu hören.

Patienten mit höhergradiger Stenose können über viele Jahre asymptomatisch bleiben. Es gilt: je schneller der Progress, desto schneller treten Symptome auf. Allerdings sind viele Patienten deshalb "asymptomatisch", weil sie sich – bewusst oder unbewusst – schonen, um keine Beschwerden zu entwickeln.

Asymptomatische Patienten mit leichter und mäßiger Stenose, die kaum Progress zeigt, haben eine gute Prognose. Symptomatische Patienten haben generell eine schlechte Prognose, die 2-Jahres-Überlebensrate liegt bei unter 50%.

Die Therapie muss kausal erfolgen. Durch chirurgischen Klappenersatz oder interventionell mit Hilfe einer biologischen Klappe, die im Rahmen einer Transkatheter-Aortenklappenimplantation (TAVI) eingebaut wird. Letzteres erfolgt bei Patienten mit hohem und mittleren Operationsrisiko. Patienten mit niedrigem OP-Risiko erhalten in der Regel eine chirurgisch eingesetzte Ersatzklappe. Eine rein medikamentöse Therapie der mittleren und schweren Form ist nicht effektiv möglich.

Aortenklappeninsuffizienz

Die Aortenklappeninsuffizienz ist um einiges seltener als die Aortenklappenstenose. Sie tritt in akuter Form häufig im Rahmen einer bakteriellen Endokarditis auf, seltener auch nach Traumata oder bei einer Aortendissektion vom Typ A.

Chronische Formen sind vor allem angeboren, z.B. im Rahmen eines Ehlers-Danlos-Syndroms oder eines Marfan-Syndroms. Auch atherosklerotische bedingte Dilatationen sind möglich. Auch bei der Aortenklappeninsuffizienz gilt, dass symptomatische Patienten eine chirurgische oder interventionelle Therapie mit Einbau eines Klappenersatzes benötigen.

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Quellen anzeigen

Quellen: 

  • Benninghoff, A., Drenkhahn, D. (2003). Anatomie - Band 1 (16. Auflage). München: Urban & Fischer, S. 14, 45, 52.
  • Aumüller, G., Aust, G., Doll, A., et al. (2010). Duale Reihe – Anatomie (2. Auflage). Stuttgart: Georg Thieme Verlag, S. 526 ff.
  • Fritsch, H., Kühnel, W. (2009). Taschenatlas Anatomie – Band 2 Innere Organe (10. Auflage). Stuttgart: Georg Thieme Verlag, S. 16 ff., 22, 34, 38.
  • Schmidt, R. F., Lang, F., Heckmann, M. (2010). Physiologie des Menschen (31. Auflage). Heidelberg: Springer-Verlag, S. 539 ff.
  • Herold, G. (2017). Innere Medizin (Auflage 2017). Köln: Gerd Herold, S. 174 ff.
  • Greten, H. (2005). Innere Medizin (12. Auflage). Stuttgart: Georg Thieme Verlag, S. 141 ff.

Text, Review & Layout:

  • Andreas Rheinländer
  • Marie Hohensee
  • Nicole Gonzalez
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