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Anatomische Veränderungen im Alter

Mit zunehmendem Lebensalter kommt es zu normalen (physiologischen) Veränderungen an zahlreichen anatomischen Strukturen.

Diese Veränderungen können auf zellulärer Ebene, auf Ebene der Gewebe oder auch der Organe stattfinden. Sie können gleichmäßig an allen Organen auftreten oder auch nur vereinzelt an unterschiedlichen Strukturen.

Orte, an denen Alterungsprozesse stattfinden
Bewegungs-apparat Verringerung der Knochendichte und Muskelmasse
Herz-Kreislauf-System Verringerung von Herzfrequenzvariabilität und Herzfrequenz, physiologische Herzinsuffizienz
Lunge Verringerung der Elastizität und Anzahl der Lungenkapillaren
Stoffwechsel Verringerte Resorption von Nährstoffen und Sekretion, veränderte Aufnahme und Ausscheidung von Fremdstoffen/ Medikamenten
Blutbildendes System Rückbildung des roten Knochenmarks, Senkung des Hämoglobinspiegels und der Lymphozytenanzahl

Bewegungsapparat 

Die Alterungsprozesse des Bewegungsapparates finden aufgrund unterschiedlicher Mechanismen an den Knochen und auch den Muskeln statt. 

Der Mineralgehalt der Knochen verringert sich, was zu einer Verringerung der Knochendichte führt. Dies ist auf eine Veränderung des Kalziumstoffwechsels zurückzuführen und kann lediglich durch sportliche Betätigung vor Beginn des Prozesses verlangsamt und hinausgezögert werden.

Die Muskelmasse verringert sich durch Hypotrophie der Skelettmuskulatur. Gleichzeitig erhöht sich die Dichte an Fetteinlagerungen im Muskelgewebe, die Dichte und Festigkeit der Muskelsehnen geht zurück. 

Herz-Kreislauf-System 

Mit zunehmendem Alter verringert sich in den Kardiomyozyten die Empfindlichkeit der Beta-Rezeptoren. Die Herzfrequenzvariabilität verringert sich und die maximale Herzfrequenz sinkt. Eine respiratorische Arrhythmie ist im höheren Alter nicht mehr nachweisbar. 

Es kommt zu einer physiologischen Herzinsuffizienz, was mit Veränderungen der Wanddicke des Arbeitsmyokards einhergeht. 

Durch Hochleistungssport bis in die höheren Lebensjahre kann das Arbeitsmyokard verdicken. Dies lässt sich im Alter nahezu nicht mehr rückgängig machen und es liegt dann eine arretierte Myokardhypertrophie vor.

Lunge 

Aufgrund einer Verringerung der Dichte der elastischer Fasern verliert das Lungenparenchym an Elastizität. Des Weiteren ist im Alter die Anzahl der Lungenkapillaren rückläufig. Dies geht vermutlich auf eine Vergrößerung der Alveolen und eine verringerte Expression von Proteinen zurück, die an der Homöostase der Bindegewebsfasern in der Lunge beteiligt sind. 

Stoffwechsel 

Leber und Niere verlieren im Laufe der Zeit an Volumen und die Schleimhaut des Magen-Darm-Traktes büßt an Oberfläche ein. Die Resorption von Nährstoffen ist damit verringert, während die Sekretion von Intrinsic Factor, Pepsin und Magensäure zurückgeht.  

Aufgrund der veränderten Aktivität von Leber und Niere sowie der verringerten Resorptionsfläche des Magen-Darm-Traktes kommt es zu einer Abweichungen in der Aufnahme und Ausscheidung von Fremdstoffen und Medikamenten

Mit steigendem Lebensalter hypotrophiert außerdem auch das Pankreas, es kommt zu einer verringerten Produktion von Insulin und damit einem relativen Insulinmangel. Im oralen Glucosetoleranztest zeigt sich daher beim Menschen im hohen Alter durchaus ein Kurvenverlauf, der dem eines jüngeren Menschen mit Diabetes mellitus entspricht. Wegen des langsamen Verlaufes über Jahrzehnte liegt hier dann jedoch ggf. ein kompensierter Zustand vor, der nicht notwendigerweise therapiebedürftig ist.

Blutbildendes System 

Auch das Knochenmark als wichtigstes blutbildendes Organ ist altersbedingten Veränderungen unterlegen. Die Masse an blutbildendem roten Knochenmark ist deutlich rückläufig, es wird vor allem durch Fett ersetzt (gelbes Knochenmark).

Hämatokrit und Hämoglobinspiegel gehen zurück, die Anzahl der Lymphozyten verringert sich langsam, aber kontinuierlich. T-Helferzellen und T-Killerzellen nehmen zahlenmäßig ab und werden weniger effektiv.

Das Blutbild eines gesunden Menschen in hohem Alter kann dem eines jungen Menschen mit Anämie gleichen, jedoch ist der Zustand zumeist kompensiert und führt in der Regel nicht zu Symptomen.

Fazit

Die obigen Darstellungen zeigen, dass die anatomischen Veränderungen im Alter vor allem Abbauprozesse betreffen. Damit einhergehende Funktionsverluste können allerdings kompensiert werden, da die Veränderungen langsam ablaufen und sich der Körper allmählich darauf einstellt.

Entsprechend bedarf es mitunter auch keiner Therapie trotz diagnostischer Werte, die eigentlich bestimmten Krankheitsbilder wie z.B. dem erwähnten Diabetes mellitus entsprechen.

Eine Kenntnis der regulären Organfunktionen ist dennoch sinnvoll, um die jeweiligen Veränderungen nachvollziehen und gegebenfalls in Bezug auf eine notwendige Therapie einordnen zu können.

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Quellen anzeigen

Quellen:

  • R. Schmidt, F. Lang, M. Heckmann: Physiologie des Menschen, 31. Auflage, Springer (2010), S. 884 ff.
  • M. Bürger: Klinische Fehldiagnosen, 2. Auflage, Springer (1954), S. 62 ff., 21 f., 53 ff.

Text, Review & Layout:

  • Andreas Rheinländer
  • Marie Hohensee
  • Nicole Gonzalez
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