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His-Bündel

Das His-Bündel (AV-Bündel) ist der hierarchisch dem AV-Knoten angeschlossene Teil des Erregungsleitungssystems des Herzens. Vom AV-Knoten gelangt die Erregung zum His-Bündel, welches sich nach kurzer Strecke weiter aufteilt.

Erregungsleitungssystem des Herzens - histologischer Schnitt

Kurzfakten zum His-Bündel
Anteile Vorhofanteil, perforierender Anteil (perforiert das Trigonum), aufzweigender Anteil (Kammerschenkel)
Aufzweigungen

- linker Kammerschenkel: zweigt in Richtung Ventrikel ab und teilt sich meist in einen vorderen und hinteren Faszikel

- rechter Kammerschenkel: Fortsetzung des His-Bündels, verläuft in Richtung Apex des Herzens, strahlt in Arbeitsmyokard des rechten Ventrikels ein

Eigenschaften

- Transmembranproteine ermöglichen direkten Austausch von Molekülen

- Erregungsleitung in den Kammerschenkeln ca. 2-4 Meter/Sekunde

Klink Niedriggradige AV-Blöcke, Höhergradige AV-Blöcke

Lage und Aufbau

Das His-Bündel ist ca. 4 mm dick und etwa 20 mm lang. Es besitzt drei Anteile: einen Vorhofanteil, einen perforierenden Anteil und einen Teil, der sich dann aufzweigt. Zunächst verläuft das His-Bündel als Fortsetzung des AV-Knotens subendokardial im Vorhof (Vorhofanteil). Danach perforiert es das Trigonum und teilt sich im Septum membranaceum in die Kammerschenkel (Tawara-Schenkel) auf.

Sowohl das Bündel, als auch die Kammerschenkel selbst sind durch Bindegewebshüllen vom benachbarten Arbeitsmyokard elektrisch isoliert. Dadurch gelangt die Erregungsleitung nur über das Bündel in die Schenkel und in die Aufzweigungen. Letztere leiten die Erregung über Nexus der Glanzstreifen zu den Zellen des Arbeitsmyokards weiter, von wo aus sie sich als Erregungswelle über das Ventrikelmyokard ausbreitet.

Der linke Kammerschenkel zweigt als erstes vom His-Bündel nahezu senkrecht ab: Etwa in dem Bereich, wo das Septum an Dicke zunimmt, zweigt der linke Kammerschenkel als Ast in Richtung Ventrikel ab und verläuft zunächst innerhalb des Septums. Er teilt sich normalerweise in einen vorderen und hinteren Faszikel, kann aber auch einen mittleren besitzen. Die anatomische Variabilität des Abganges ist groß.

Der rechte Kammerschenkel stellt die Fortsetzung des His-Bündels dar. Er zieht Richtung Apex des Herzens und strahlt in das Arbeitsmyokard des rechten Ventrikels ein. Auch er verläuft noch über eine gewisse Strecke innerhalb des Septums.

Im mittleren bis apikalen Drittel des Septums zieht das Bündel in das Subendokard und strahlt dort teilweise fächerförmig aus. Einzelne Äste reichen bis an die Herzspitze heran.

Funktionelle Anatomie

Das His-Bündel ist Teil des Erregungsbildungs- und Leitungssystems, deren Zellen dadurch gekennzeichnet sind, dass sie über spezielle Transmembranproteine verfügen, welche den direkten Austausch von Molekülen bis zu einer Größe von ca. 1 kDa zwischen benachbarten Zellen erlauben.

Im Sinusknoten, der den primären Schrittmacher stellt, kommen vor allem die Connexine 45 und 50 vor, im (proximalen) His-Bündel vor allem 45, 31.9 und 40. Diese Unterschiede im zellulären Besatz erklären auch die unterschiedlichen Erregungsleitungseigenschaften.

In den Kammerschenkeln beträgt die Geschwindigkeit der Erregungsleitung ca. 2 bis 4 Meter pro Sekunde, sodass das gesamte Arbeitsmyokard der Ventrikel in rund 100 Millisekunden vollständig erregt ist, was auch der Länge eines QRS-Komplexes entspricht.  

Eine Blockade der atrioventrikulären Überleitung muss nicht notwendigerweise nur im AV-Knoten lokalisiert sein, sie kann auch im His-Bündel ihren Ursprung haben. Bei Störungen der Erregungsleitung unterhalb des His-Bündels handelt es sich um Rechts- oder Linksschenkelblöcke.

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Klinik

Niedriggradige AV-Blöcke

AV-Blockierungen sind nicht notwendigerweise pathologisch oder symptomatisch. Ein AV-Block I. Grades ist ein häufiger Zufallsbefund ohne therapeutische Konsequenz. Er ist gekennzeichnet durch eine verlängerte Überleitung zwischen Vorhof und Ventrikeln und sollte daher eigentlich nicht als Blockierung, sondern als Überleitungsverzögerung bezeichnet werden.

Ein AV-Block II. Grades ist durch eine n:1-Überleitung gekennzeichnet, d.h. nur jeder n-te Zyklus wird übergeleitet.

Höhergradige AV-Blöcke

Ein kompletter AV-Block liegt vor, wenn die Erregungsleitung zwischen Vorhöfen und Ventrikeln vollständig blockiert ist. Die Vorhöfe folgen dem Sinusrhythmus, die Ventrikel einem Ersatzrhythmus. Funktioniert der Ersatzrhythmus nicht, kommt es zur ventrikulären Asystolie. Solche Asystolien können wenige Sekunden oder länger dauern. Episoden von über 6 Sekunden führen häufig zur Bewusstlosigkeit.

Komplette AV-Blöcke werden unterteilt in infrahissäre und suprahissäre. 

Infrahissäre liegen distal des His-Bündels (infrahissär). Faszikelblöcke und Schenkelblöcke stellen daher "Vorläufer" des intrahissären kompletten AV-Blockes dar. Ursache ist in der Regel eine koronare Herzerkrankung oder eine idiopathische Fibrose des infrahissären Erregungsleitungssystems (Morbus Lenègre).

Der infrahissäre ventrikuläre Ersatzrhythmus ist in der Regel unzureichend, um in Belastungssituationen hinreichend Schlagvolumen zur Verfügung zu stellen. Wegen der zugrundeliegenden Herzerkrankung ist der Block normalerweise irreversibel.

Bei AV-Blöcken vom Grad II und III kann es infolge einer hämodynamisch wirksamen Verminderung der effektiven Ventrikelfrequenz zu einer Bradykardie kommen, die mit einem vermindertem Schlagvolumen einhergeht und daher zur Bewusstlosigkeit führt (Adams-Stokes-Anfälle). Ein AV-Block III. Grades ist eine absolute Indikation für einen Herzschrittmacher.

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Quellen anzeigen

Quellen: 

  • Benninghoff, A., Drenckhahn, D. (2004). Anatomie - Makroskopische Anatomie, Histologie, Embryologie, Zellbiologie - Band 2 (16. Auflage). München: Urban & Fischer Verlag. S. 61 f.
  • Aumüller, G., Aust, G., Doll, A., et al. (2010). Duale Reihe – Anatomie (2. Auflage). Stuttgart: Georg Thieme Verlag. S. 536 f.
  • Schünke, M., Schulte, E., Schumacher, U. et al (2012). Prometheus – Innere Organe (3. Auflage), Stuttgart: Georg Thieme Verlag, S. 108 ff.
  • Lewalter, T., Lüderitz, B. (2010). Herzrhythmusstörungen (6. Auflage), Heidelberg: Springer Medizin Verlag, S. 58 ff.
  • Herold, G. (2017). Innere Medizin (Auflage 2017). Köln: Gerd Herold. S. 278 f.
  • Gertsch, M. (2008). Das EKG (2. Auflage). Heidelberg: Springer Medizin Verlag. S. 156 ff.
  • Böcker, W., Denk, H., Heitz, U., et al. (2012). Pathologie (5. Auflage). München: Urban & Fischer. S. 366 ff.

Text, Review & Layout:

  • Andreas Rheinländer
  • Marie Hohensee
  • Nicole Gonzalez

Illustration:

  • Erregungsleitungssystem des Herzens - histologischer Schnitt
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