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Erkrankungen der Leber

Inhalt

Einführung

Die Leber kann zahlreichen Störungen ihrer Funktion unterworfen sein. Aus der Vielzahl pathologischer Veränderungen sei exemplarisch die Leberzirrhose und das primäre Leberzellkarzinom beschrieben.

Leber in der ventralen Ansicht
Videoempfehlung: Leber in der ventralen Ansicht
Strukturen in der anterioren Ansicht der isolierten Leber.

Leberzirrhose

Da bei der Leberzirrhose die Läppchenstruktur und die Gefäßstruktur irreversibel zerstört sind und das Lebergewebe durch Bindegewebe ersetzt worden ist, ist dies das Endstadium einer chronischen Lebererkrankung. Die Leberzirrhose entwickelt sich über einen langen Zeitraum und stellt die Spätfolge verschiedener Lebererkrankungen dar. Ca. 50% aller Fälle einer Leberzirrhose sind auf einen chronischen Alkoholmissbrauch zurückzuführen, weitere 40% sind Spätfolgen einer chronischen Virushepatitis, die restlichen 10% haben unterschiedliche, eher seltene Ursachen. Leberzirrhosen gelten fakultativ als Präkanzerosen (hepatozelluläres Karzinom). 

Durch die bindegewebigen Vernarbungen des Leberzellgewebes ist die Durchblutung der Leber erheblich gestört. Dies führt dazu, dass sich im Bereich der Pfortader das Blut vor derLeber staut (portale Hypertension). Hierdurch bildet sich Aszites. Es kann sogar zu der gefürchteten, bei Ruptur oft fulminant verlaufenden Ösophagusvarizenblutung kommen.

Durch die Störung der Eiweißsynthese gerät das Gerinnungssystem mit seinen Gerinnungsfaktoren (Eiweiße) ins Ungleichgewicht, so dass schwere Blutungen resultieren. Die Vorstufe der Leberzirrhose ist die Fettleber (von Fettleber spricht man definitionsgemäß bei einer diffusen Ablagerung von Fetttröpfchen in mindestens 50% der Hepatozyten). 

Therapie

Die Grunderkrankung bzw. die Ursache der Leberzirrhose muss therapiert werden. Hierzu gehören Allgemeinmaßnahmen wie das Weglassen von leberschädigenden Noxen (Alkohol, Medikamente) sowie Ausgleich des Vitaminmangels. Bei einer hepatischen Enzephalopathie ist beispielsweise auf eine verminderte Eiweißzufuhr zu achten. Bei schwerster Leberzirrhose ist als Ultima ratio nur noch die Transplantation einer passenden Leber möglich.

primäres Leberzellkarzinom

Die Leber kann der Entstehungsort von unterschiedlichsten Tumoren sein. In diesem Artikel soll es zunächst um einen malignen Tumor, das primäre Hepatozelluläre Karzinom (HCC) gehen. Die Ursache dieser Erkrankung ist in 80% der Fälle eine Leberzirrhose (s.oben). Klinische Symptome können unspezifisch, wie beispielsweise ein Druckschmerz im rechten Oberbauch, oder eine Gewichtsabnahme des Patienten sein. Im Blut kann man noch das sog. AFP (Alphafetoprotein) nachweisen. Dieser Tumormarker ist in bis zu 50% der Fälle bei HCC-Patienten stark erhöht. Eine Diagnose wird mittels Laboruntersuchung, Ultraschall und/oder Computertomographie gestellt.

Therapie

Bei kleineren Herden in der Leber kann therapeutisch eine Leberteilresektion vorgenommen werden. Andere lokale Verfahren sind z.B. die Perkutane Äthanolinjektion, wobei hierbei ein Alkohol in den Tumor gespritzt wird, mit dem Ziel diesen zu veröden. Es existieren noch weitere Verfahren, wie beispielsweise die Laserinduzierte Thermotherapie. Diese lokal ablativen Verfahren bedürfen jedoch einer genauen Indikationsstellung und ausreichender Erfahrung des behandelnden Arztes. Die Prognose des HCC ist ohne Therapie sehr schlecht. Bei kurativer Zielsetzung erreichen die sog. 5-Jahresüberlebensraten meist ebenfalls kaum mehr als 50%.

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Quellen:

  • A.Faller/ M. Schünke: Der Körper des Menschen, 14. Auflage, Thieme Verlag
  • Silbernagl/Despopoulos: Taschenatlas Physiologie, 6. Auflage, Thieme Verlag
  • Tittel K.: Beschreibende und funktionelle Anatomie des Menschen, Urban & Fischer Verlag
  • H.Fritsch/ W.Kühnel: Taschenatlas der Anatomie, 7. Auflage, Thieme Verlag
  • R.Huch, Ch.Bauer (Hrsg.): Mensch, Körper, Krankheit, 4. Auflage, Urban & Fischer Verlag
  • Herold: Innere Medizin, Auflage 2010, S. 496-550

Autor: Christopher A. Becker

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