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Erkrankungen der Niere

Inhalt

Einführung

Die Nieren sind aufgrund ihrer hohen Komplexität relativ anfällig für Erkrankungen. Beispielhaft sollen hier die Glomerulonephritis und das Nierenzellkarzinom vorgestellt werden.

Arterien der Niere
Videoempfehlung: Arterien der Niere
Die Nierenarterien in der anterioren Ansicht der rechten Niere.

Glomerulonephritis

Die Glomerulonephritis ist eine Entzündung der Glomeruli. Sie ist eine der häufigsten Ursachen der chronischen Niereninsuffizienz. Bei der primären Glomerulonephritis handelt es sich um eine bis dato noch in ihrer Ursache unbekannten Erkrankung. Der Verdacht auf diese Krankheit wird meist durch laborchemische Untersuchungen von Blut und Urin gestellt. Die Glomerulonephritis imponiert zumeist durch ein nephritisches Syndrom (Proteinurie, Hämaturie, Nierenfunktionseinschränkung)

Sekundäre Glomerulonephritiden haben ihre Ursache nicht in autoimmunologischen Mechanismen, sondern sind durch Erkrankungen außerhalb der Nieren bedingt (Infektionen, Medikamente).

Therapie

Abhängig von der Form der Glomerulonephritis (primär oder sekundär) ergeben sich unterschiedliche Therapieansätze: Primäre Glomerulonephritiden werden langwierig mit immunsuppressiven Medikamenten (Cortison, Cyclophosphamid u.ä.) behandelt, während sekundäre Glomerulonephritiden meist durch die Behandlung der Grunderkrankung erfolgreich therapiert werden können.

Nierenzellkarzinom

Eine schwerwiegende Krankheit der Niere stellt das Nierenzellkarzinom (Nierenkrebs), ein Nierentumor, dar. Epidemiologisch stellt sich die Häufigkeit dieser Erkrankung mit einer Inzidenz von 10/100.000 Einwohner dar. Die Ursache des Nierenzellkarzinoms ist unbekannt, vermutet wird jedoch ein Zusammenhang mit dem Genuss von Nikotin und der Exposition gegenüber bestimmten Schadstoffen. Je nach Stadium des Tumors zeigen sich mehrere unspezifische klinische Symptome. Flankenschmerzen und eine Hämaturie (Blut im Urin) sind häufige Symptome dieser Erkrankung, sind aber keineswegs spezifisch für eine Tumorerkrankung. Eine Diagnose wird meist durch Nierensonographie bzw. eine CT-Untersuchung des Abdomens gestellt.

Therapie

Die Therapie verläuft je nach Stadium anders. In einem frühen Stadium wird eine Nierenteilresektion durchgeführt. Das heißt der Nierentumor wird entfernt, ohne dass die komplette Niere herausgenommen werden muss. Dies ist jedoch in späteren Stadien unumgänglich. Hier wird eine radikale Nephrektomie inklusive der Entfernung der Gerota-Faszie und den regionären Lymphknoten vorgenommen. Bei multipel metastasierten Tumoren bleibt als Therapieoption nur noch die palliative Chemotherapie übrig, wobei die Prognose des multipel metastasierten Nierenzellkarzinoms eher schlecht ist.

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Quellen:

  • Fritsch, Kühnel: Taschenatlas der Anatomie, Thieme Verlag
  • Benninghoff/Drenckhahn: Anatomie, Band 2, 16. Auflage (2004)
  • Silbernagl/Despopoulos: Taschenatlas Physiologie, 7. Auflage, Thieme Verlag (2007)
  • Herold: Innere Medizin, Auflage 2010, S. 576-626
  • Tittel K.: Beschreibende und funktionelle Anatomie des Menschen, Urban & Fischer Verlag

Autor: Christopher A. Becker

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