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Blut

Inhalt

Einführung

Das Blut besteht aus Zellen bzw. Zellfragmenten und wässriger Lösung (Plasma). Ca. 8% des Menschen bestehen aus Blut. Der Anteil der zellulären Bestandteile am Gesamtvolumen des Blutes (Hämatokrit) beträgt ca. 45%. Der Rest besteht aus nicht-zellulären Bestandteilen. Das Blut besteht aus Erythrozyten, Leukozyten, Thrombozyten und Blutplasma.

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Funktion

BlutDas Blut ist das wichtigste Transportmedium des Körpers. Es transportiert Gase (O2, CO2, Stickstoff u.a.) sowie die Nährstoffe (Stoffaustausch) und deren Stoffwechselendprodukte. Das Blut hat somit die Aufgabe, den Stoffaustausch zu gewährleisten. Das bedeutet, dass Blutgase und Nährstoffe zu den Geweben geführt und im Gegenzug Stoffwechselendprodukte (z.B. CO2, Harnstoff, Harnsäure, Kreatinin u.v.m.) zu den Eliminationsorganen (Lunge, Leber, Nieren) transportiert werden. Darüber hinaus transportiert das Blut auch die chemischen Botenstoffe (Hormone) zu den Ziel-Organen.

Im Blut wird auch der Säure-Basen-Haushalt reguliert: Durch Austausch der Blutgase O2 und CO2 in der Lunge (alveoläre Diffusion der Blutgase) wird Sauerstoff aufgrund der höheren Konzentration in den Alveolen in das Blutplasma diffundieren und umgekehrt CO2 aufgrund der höheren Konzentration im Blutplasma in die Alveolen, wo es abgeatmet wird. Der Sauerstoff ist hierbei an das Trägermolekül Hämoglobin gebunden (Häm = eisenhaltiger Teil, Globin = Protein).

Das Blut transportiert den aufgenommenen Sauerstoff aus den Alveolen zu den entferntesten Zellen der Gewebe. Aufgrund des höheren Gasdruckes im Blutplasma (relativ zu den Zellen) diffundiert dieser ins Gewebe. Aufgrund des höheren Gasdruckes im Gewebsplasma an CO2 diffundiert dieses ins Blut (-plasma) und bildet zusammen nach der Formel CO2 + H20 = H2CO3 Kohlensäure, die dann dissoziiert in H+ und HCO3- (Bicarbonat). Das Blut transportiert somit das Stoffwechselendprodukt CO2 als Kohlensäure bzw. H+/HCO3- zur Lunge. Dort laufen die Vorgänge umgekehrt ab und das CO2 wird abgeatmet. (Die relativ komplexen biochemischen Vorgänge sind in den Lehrbüchern der Physiologie/Biochemie detailliert beschrieben...). Das Blut reguliert somit durch den Austausch der Blutgase den Säure-Basen-Haushalt.

Es sorgt beispielsweise auch für die Homöostase, d.h. für eine Verteilung des Wassers zwischen den Blutkapillaren einerseits und dem Intra- bzw. Extrazellulärraum andererseits. Das Blut hält außerdem durch die Wärmetransportfunktion die Körperwärme konstant.

Gerinnungsfaktoren (Proteine) sind im Blut (-plasma) gelöst und verhindern durch komplexe (kaskadenartige) Aktivierung der Gerinnungsfaktoren durch eine Gefäßverletzung und anschließende Thrombenbildung einen Blutverlust einerseits, andererseits verhindern Fibrinogen/Fibrin durch Aktivierung die Persistenz bzw. die Entstehung von Thromben (Thrombosen) in den Blutgefäßen. Gerinnung und Fibrinolyse beeinflussen sich gegenseitig und bilden ein sensibles Gleichgewicht.

Das Blut besteht u.a. aus zellulären Bestandteilen. In der Hauptsache sind dies Erythrozyten, Leukozyten Monozyten und Thrombozyten. Aufgabe der Erythrozyten ist der Transport von Sauerstoff aus der Lunge zu den Gewebszellen durch Aufnahme bzw. Bindung an den eisenhaltigen Anteil des Hämoglobins, das Häm. Die Erythrozyten sind rund und haben eine bikonkave Form (da ohne Kern). Der Durchmesser eines Erythrozyten beträgt zwischen 8 – 10 µm. Der Gehalt an Erythrozyten im Blut beträgt ca. 5 Millionen/µl. Das Blut, respektive die Erythrozyten, besitzen auf ihrer Oberfläche die Blutgruppenantigene. Im Gegensatz zu den (reifen) kernlosen Erythrozyten besitzen Leukozyten einen Zellkern.

Das Blut weist unterschiedliche Zellpopulationen der Leukozyten auf: Neutrophile Granulozyten (Stabkernige, Segmentkernige), eosinophile Granulozyten, basophile Granulozyten, Lymphozyten und Monozyten. Das Blut hat ca. 4000 – 10.000 Leukozyten pro µl (Normalwert abhängig von Alter und Gesundheitsstatus). Pluripotente hämatopoetische Stammzellen des Knochenmarkes sind die Urzellen der Leukozyten (aber auch der Erythrozyten). Aufgabe der Leukozyten ist u.a. die Immunabwehr durch Bildung von Antikörpern (Proteine). Hier sind es besonders die Lymphozyten (25-40% der Leukozyten) im Blut, die die spezifische Abwehr von Krankheitserregern übernehmen. Während die sog. B-Lymphozyten Antikörper bilden, dienen die sog. T-Zellen der Steuerung dieser Antikörpersynthese sowie der direkten zellulären Immunabwehr.

Monozyten (ca. 4-8% der Leukozyten) im Blut (im differenzierten Stadium auch als Makrophagen bezeichnet) haben die Aufgabe der Phagozytose: Durch Bildung von freien Sauerstoffradikalen können Monozyten Bakterien-Zellwände zersetzen.

Thrombozyten (Blutplättchen) sind weitere Bestanteile der Zellen des Blutes. Sie entstehen aus den Megakaryozyten (Knochenmark-Riesenzellen). Ihre Aufgabe ist die Hämostase bei Verletzungen der Gefäßwand (Wundverschluss). Die Thrombozyten heften sich an die lädierte Gefäßwand und bilden zusammen mit Fibrin einen stabilen Gefäßpfropf innerhalb von ca. 1-3 Minuten = Blutungszeit). Der Normalwert der Thrombozyten im Blut liegt zwischen 150.000 – 400.000/µl Blut.

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Quellen:

  • Benninghoff/Drenckhahn: Anatomie, Band 2, 16. Auflage (2004)
  • Silbernagl/Despopoulos: Taschenatlas Physiologie, 7. Auflage, Thieme Verlag (2007)
  • Hick: Intensivkurs Physiologie, 6. Auflage, Elsevier Verlag (2009)
  • Koolmann/Röhm: Taschenatlas der Biochemie, 3. Auflage, Thieme Verlag (2003)
  • Löffler/Petrides: Biochemie und Pathobiochemie, 8. Auflage, Springer Verlag (2007)
  • Herold: Innere Medizin, Auflage 2010

Foto:

  • Flickr / rosmary

Autor: 

  • Christopher A. Becker
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