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Hammer (Malleus)

Der Hammer (Malleus) ist der größte der drei Gehörknöchelchen (Ossicula auditus), die im oberen Teil der Paukenhöhle, dem Recessus epitympanicus, liegen. Lateral ist er mit dem Trommelfell verbunden und medial bildet er ein kleines Gelenk mit dem Amboss (Incus).

Anatomie und Gelenkbeteiligung

Der Hammer ist ein etwa 8-9 mm großer länglicher Knochen, der aus einem abgerundeten Kopf (Caput mallei), dem Hals (Collum mallei) mit zwei seitlichen Fortsätzen und dem Hammergriff (Manubrium mallei) besteht. Er ist komplett von der Mucosa der Paukenhöhle überzogen, wobei diese zwei Schleimhautfalten bildet, die am Hammerhals ansetzen.

Hammer (Malleus) - ventral

Kopf

Der Kopf des Hammers befindet sich hinter der Pars flaccida des Trommelfells und besitzt an seiner Hinterseite eine Gelenkfläche. Gemeinsam mit dem Amboss bildet er die Articulatio incudomallearis. Die Gelenkflächen greifen ineinander, sodass ein stark verzahntes und nur gering bewegliches Sattelgelenk entsteht. Eine straffe Gelenkkapsel verringert die Beweglichkeit zusätzlich.

Hals

Der Hammerhals befindet sich zwischen der Pars flaccida und der Pars tensa des Trommelfells. Von ihm gehen ein kurzer seitlicher Fortsatz (Proc. lateralis) sowie ein langer vorderer Fortsatz (Proc. anterior) aus.

Trommelfell (Membrana tympani) - ventral

Der Proc. lateralis ist mit dem Trommelfell verbunden und sorgt für eine leichte Wölbung nach außen. Der Proc. anterior ist nach vorn unten gerichtet und verläuft innerhalb der Fissura petrotympanica zwischen Paukenhöhle und Felsenbein.

Zwei Schleimhautfalten ziehen von der Basis des Hammerhalses zum vorderen und zum hinteren oberen Teil des Anulus tympanicus: Plica mallearis anterior und posterior. Während die Plica mallearis anterior den Proc. anterior sowie die Arteria tympanica einschließt, enthält die Plica mallearis posterior die A. tympanica posterior.

Paukenhöhle (Cavitas tympani) - ventral

Hammergriff

An den Hals des Hammers schließt sich der Hammergriff an. Er beginnt etwa in Höhe der Incisura des Faserknorpelrings (Anulus tympanicus) und verläuft nach hinten unten. Seine Spitze setzt dabei am Nabel des Trommelfells an. Er ist fest mit der Pars tensa des Trommelfells verbunden und bei der Otoskopie als Stria mallearis erkennbar.

Hammergriff und -kopf liegen nicht in einer Linie sondern sind um etwa 130° gegeneinander abgewinkelt.

Bänder und Muskeln

Am Hammer setzen vier Bänder an, die hauptsächlich der Befestigung in der Paukenhöhle dienen:

  • Das Lig. mallei anterius setzt am Proc. anterior an und verläuft durch die Fissura petrotympanica.
  • Das Lig. mallei posterius zieht direkt am Hammerhals ein. Es bildet gemeinsam mit dem Lig. mallei anterius das Achsenband, welches als Hebelarm des Hammers wirkt.
  • Das Lig. mallei laterale verbindet den dünnen Hammerhals mit der oberen Wand des äußeren Gehörgangs.
  • Das Lig. mallei superius ist eher eine breite Schleimhautfalte, die den Hammer am Dach der Paukenhöhle befestigt.

Tegmen tympani - ventral

Daneben zieht der Musculus tensor tympani, einer der zwei Mittelohrmuskeln, am oberen Rand des Hammergriffs ein. Wenn er kontrahiert, wird Zug auf den Hammergriff ausgeübt und so die Spannung des Trommelfells verstärkt. Dies beeinflusst die Schallleitung.

Embryologie

Der Hammer entsteht aus dem ersten der sechs Schlundbögen, die sich zu Beginn der Schwangerschaft im Halsbereich des Embryos aus Mesenchym herausbilden. In allen Schlundbögen werden Knorpel, branchiogene Muskulatur, Arterien und Nerven angelegt, jedoch nicht immer weiterentwickelt.

Die Knorpelanlage des 1. Schlundbogens bildet sich zur Ober- und Unterkieferwulst weiter. In der Unterkieferwulst wird der Meckel-Knorpel, eine Knorpelspange, angelegt. Enchondrale Ossifikation am dorsalen Ende des Meckel-Knorpels bewirkt später die Entstehung des Hammers und Ambosses.

Klinik

Die für die Schallleitung notwendige Beweglichkeit des Hammers kann durch eine Hammerkopffixation behindert sein. Dabei ist der Hammerkopf meist einseitig mit dem Epitympanum verwachsen ist. Diese Fixierung kann angeboren, die Folge traumatischer Einwirkung oder chronischer Mittelohrentzündungen sein.

Die angeborene Form der Fixation ist eine der häufigsten Mittelohrfehlbildungen, manchmal auch in Verbindung mit einer Stapesfixation oder einer Verknöcherung des Art. incudomallearis.

In Folge der Hammerkopffixation wird eine Schallleitungsschwerhörigkeit verursacht. Zudem besteht das Risiko einer Atrophie des Trommelfells, da es trotz der Fixation bestrebt ist Schwingungen weiterzuleiten.

Um die Fixation eindeutig festzustellen, werden verschiedene diagnostische Methoden genutzt, beispielsweise die Lufteinblasung zur Messung der Beweglichkeit des Hammers. Am sichersten erfolgt die Diagnose jedoch über eine Tympanotomie (Inzision in das Trommelfell), bei der auch zugleich weitere kombinierte Erkrankungen oder Fehlbildungen ersichtlich sind. Mittels einer Tympanoplastik kann unter Umständen die Hammerkopffixation behoben werden, alternativ kommt die Nutzung eines Hörgerätes in Frage.

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Quellen anzeigen

Quellen:

  • W. Graumann, D. Sasse: CompactLehrbuch Anatomie - Band 4, Schattauer GmbH (2005), S. 106- 108
  • H. Emminger: Physikum exakt - das gesamte Prüfungswissen für die 1. ÄP, 4. Auflage, Georg Thieme Verlag (2005), S. 240
  • J. Fanghänel, F. Pera, F. Anderhuber et al.: Waldeyer-Anatomie des Menschen, 18. Auflage, Walter de Gruyter GmbH & Co. KG (2009), S. 182, 603-606
  • D. Reinhardt, T. Nicolai, K.-P. Zimmer: Therapie der Krankheiten im Kindes- und Jugendalter, 9. Auflage, Springer Verlag Berlin Heidelberg (2014), S. 695
  • C. de Souza, M. Goycoolea, N. Sperling: Otosclerosis - Diagnosis, Evaluation, Pathology, Surgical Techniques, and Outcomes, Plural Publishing (2014), S. 84
  • J. Snow, P. Wackym: Ballenger’s Otorhinolaryngology: Head and Neck Surgery, BC Decker Inc (2009), S.173

Text, Review, Layout:

  • Nicole Gonzales
  • Marie Hohensee

Illustration:

  • Hammer (Malleus) - ventral - Paul Kim
  • Trommelfell - ventral - Paul Kim
  • Paukenhöhle (Cavitas tympani) - ventral - Paul Kim
  • Paukendach (Tegmen tympani) - ventral - Paul Kim
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