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Kognition und Sprache

Nach dieser Lerneinheit:

  1. Kennst du die Definition der Kognition und kannst die Rolle des parietalen, temporalen und präfrontalen Assoziationskortex beschreiben.
  2. Kannst du das Konzept der Lateralisation des Gehirns beziehungsweise der Hemisphärendominanz erklären.
  3. Kannst du die Lage des Broca-Areals, des Wernicke-Areals und des Fasciculus arcuatus erkennen und ihre Rolle in der Herstellung von Sprache verstehen.
  4. Kannst du die Unterschiede zwischen den häufigsten Aphasien erläutern.

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Die Kognition umfasst alle höheren Prozesse des Gehirns, die es uns ermöglichen, die Welt wahrzunehmen und zu verstehen, zu denken sowie Probleme zu lösen. Sie wird hauptsächlich von der Großhirnrinde gesteuert. Die Bereiche der Großhirnrinde, die für die Integration sensorischer Informationen sowie für die Verarbeitung von Gedächtnisinhalten zuständig sind, werden als Assoziationsareale bezeichnet. Dazu gehören der parietale, der temporale und der präfrontale Assoziationskortex, die uns unter anderem räumliches Bewusstsein, Objekterkennung und Entscheidungsfindung ermöglichen.

Die Sprache ist eine der komplexesten und wichtigsten kognitiven Funktionen, die auf spezialisierten Regionen der linken Gehirnhälfte beruht, darunter das Broca- und das Wernicke-Areal, die durch den Fasciculus arcuatus miteinander verbunden sind. Diese Strukturen erleichtern das Verstehen und die Produktion von Sprache und gewährleisten eine reibungslose Kommunikation.

Schau dir das folgende Video an um mehr über Kognition und Sprache zu erfahren!

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Kognition

Kognition bezieht sich auf die mentalen Funktionen, die Wahrnehmung, Integration von Gedächtnisinhalten, logisches Denken und Problemlösung ermöglichen. Die Großhirnrinde, insbesondere die Assoziationsareale, verarbeiten sensorische Informationen und verknüpfen sie mit anderen Informationen zur Gedächtnisbildung, um ein kohärentes Verständnis der Umwelt zu ermöglichen.

Lateralisation des Gehirns und Hemisphärendominanz

Die Lateralisation des Gehirns beschreibt das allgemeine Prinzip, dass bestimmte kognitive Funktionen bevorzugt in einer der beiden Hirnhälften verarbeitet werden. Welche Hemisphäre diese Funktionen im Einzelfall dominant übernimmt, wird als Hemisphärendominanz bezeichnet. Diese unterscheidet sich vor allem zwischen Links- und Rechtshändern. Bei der Mehrheit der Rechtshänder ist die linke Hemisphäre vorwiegend für Sprache und mathematische Aufgaben zuständig. Die rechte Hirnhälfte ist hingegen in erster Linie für räumliche Aufgaben und abstraktes Denken verantwortlich. Trotz dieser Lateralisation arbeiten beide Gehirnhälften bei den meisten Funktionen zusammen.

Sprache

Die Sprachverarbeitung ist bei der Mehrheit der Menschen in erster Linie eine Funktion der linken Gehirnhälfte und umfasst das Broca-Areal (für die Sprachproduktion), das Wernicke-Areal (für das Sprachverständnis) und den Fasciculus arcuatus (für die Kommunikation zwischen beiden Kortexarealen).

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Zusammenfassung

Kurzfakten zu Kognition und Sprache
Definitioen Kognition: Mentale Prozesse, die Wahrnehmung, Gedächtnis, Denken und Problemlösung ermöglichen
Sprache
: Kognitive Funktion der Kommunikation über gesprochene und/oder geschriebene Sprache

Multimodale Assoziationsareale

Parietaler Assoziationskortex: Räumliches Bewusstsein, Aufmerksamkeit und visuelle Verarbeitung
Temporaler Assoziationskortex
: Erkennung von Gegenständen, Gesichtern und Geräuschen, Gedächtnisbildung und -abruf
Präfrontaler Assoziationskortex
: Entscheidungsfindung, Sozialverhalten, exekutive Planung von Handlungen
Lateralisation des Gehirns und Hemisphärendominanz Bei der Mehrheit der Menschen (Rechtshänder)
Linke Hemisphäre
: Sprache (Produktion und Verständnis) analytisches Denken (Mathematik)
Rechte Hemisphäre
: Räumliches Bewusstsein, Erkennung von Gegenständen und Gesichtern, abstraktes Denken
Hinweis: beide Hemisphären arbeiten bei einem Großteil der Hirnfunktionen zusammen
Sprachzentren Broca-Areal: Frontallappen, Sprachproduktion, Grammatik, Satzbau. Läsionen des Broca-Areals führen zu einer Broca- bzw. expressiven Aphasie
Wernicke-Areal
: Temporoparietaler Übergang, Sprachverständnis. Läsionen des Wernicke-Areals führen zu einer Wernicke- bzw. rezeptiven Aphasie
Fasciculus arcuatus
: Fasersystem, das das Broca- und das Wernicke-Areal verbindet und die Sprachverarbeitung koordiniert sowie die Wiederholung von Sprache ermöglicht. Läsionen führen zu einer Leitungsaphasie und beeinträchtigen die Sprachwiederholung

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