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Paraurethraldrüsen

Die Paraurethraldrüsen (Glandulae paraurethrales oder auch Skene-Drüsen) bilden neben den Ovarien, den eigentlichen Keimdrüsen der Frau, die akzessorischen Geschlechtsdrüsen. Gemeinsam mit den weiteren akzessorischen Geschlechtsdrüsen, Glandula vestibularis major (Bartholinische Drüse) und Glandulae vestibulares minores (kleine Vorhofdrüsen), liegen sie entlang des Genitaltraktes.

Anatomie

Die genaue Lokalisation der Paraurethraldrüsen ist in der Nähe des Scheideneinganges (Introitus vaginae) im Schwellkörper des Scheidenvorhofes (Vestibulum vaginae). Sie besitzen mehrere Ausführungsgänge, welche in den Endabschnitt der Harnröhre und in die Schleimhaut rund um die Harnröhrenöffnung (Meatus urethrae externus) münden.

Entwicklungsgeschichtlich entsprechen die Paraurethraldrüsen der Prostata des Mannes, sodass sie auch als Prostata feminina bezeichnet werden. Das Sekret der Drüsen ähnelt in der Zusammensetzung dem Prostatasekret.

Variabilität und Funktion

Die Anatomie der Paraurethraldrüsen ist höchst variabel und sie können gelegentlich auch ganz fehlen. Da es sich um ein entwicklungsgeschichtliches Relikt handelt, ist nicht nur ihre anatomische Ausprägung variabel, sondern auch das Ausmaß ihrer Funktionalität.

Die Paraurethraldrüsen sollen an der weiblichen Ejakulation beteiligt sein, ein bisher eher mäßig erforschtes Phänomen. Es ist strittig, ob die weibliche Ejakulation Ausdruck eines verstärkten Orgasmus oder Beiprodukt eines jeden Orgasmus ist. Mittlerweile wird davon ausgegangen, dass prinzipiell jede Frau zur weiblichen Ejakulation befähigt ist – ob und inwieweit mehr oder weniger ausgeprägte Paraurethraldrüsen dafür kausal verantwortlich und welche weiteren Faktoren daran beteiligt sind, ist noch nicht zweifelsfrei geklärt.

So ist auch bei nur sehr schwach ausgeprägten Drüsen die weibliche Ejakulation möglich, während Frauen mit kräftig ausgeprägtem Drüsengewebe diese nie erfahren. Die Stimulation der Drüsen geschieht vermutlich durch die Reizung der Gräfenberg-Zone (G-Punkt). Eine retrograde Ejakulation in die Blase ist ebenfalls möglich, wodurch die Frauen diese gar nicht bemerken können.

Klinik

In seltenen Fällen kann es zu Entzündungen der Skene-Drüsen (Skenitis) kommen. Es sind außerdem Tumore beschrieben worden, die Ähnlichkeit mit einem Prostatakarzinom aufweisen.

Des Weiteren können die Ausführungsgänge der Skene-Drüsen Ausgangspunkt von Retentionszysten oder Urethral-Divertikeln sein.

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Quellen anzeigen

Quellen:

  • A. Benninghoff, D. Drenckhahn: Anatomie Band 1, 16. Auflage, Urban & Fischer (2003), S. 840
  • F. Wimpissinger, K. Stifter, W. Grin et al.: The Female Prostate Revisited. Perineal Ultrasound and Biochemical Studies of Female Ejaculate, The Journal of Sexual Medicine (2007), Band 4, Nr. 5, S. 1388–1393. DOI: 10.1111/j.1743-6109.2007.00542.x
  • F. Wimpissinger, R. Tscherney, W. Stackl: Magnetic Resonance Imaging of Female Prostate Pathology, The Journal of Sexual Medicine (2009), Band 6, Nr. 6, S. 1704–1711. DOI: 10.1111/j.1743-6109.2009.01287.x
  • M. Zaviačič, B. Whipple: Update on the female prostate and the phenomenon of female ejaculation. Journal of Sex Research (1993), Band 30, S. 148–151.
  • M. Zaviačič: The Human Female Prostate. From Vestigial Skene’s Paraurethral Glands and Ducts to Woman’s Functional Prostate. Slovak Academic Press (1999) S. 131-42.

Text, Review, Layout:

  • Andreas Rheinländer
  • Marie Hohensee

Illustration:

  • Paraurethraldrüsen - Histologie
  • Paraurethraldrüse - Histologie
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