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Prostata (Vorsteherdrüse)

Videoempfehlung: Prostata [05:24]
In diesem kurzen Tutorial erfahrt ihr alles über die Prostata - ihre Anatomie, Versorgung und Funktion.

Die Prostata (Vorsteherdrüse) ist eine unpaare akzessorische Geschlechtsdrüse des männlichen Fortpflanzungssystems.

Sie hat die Größe einer Kastanie und liegt unterhalb der Harnblase, wo sie den prostatischen Teil der Harnröhre (Pars prostatica urethrae) umschließt.

Die Hauptfunktion der Prostata ist es, das saure Prostatasekret zu produzieren, welches unter anderem viele Enzyme enthält. Zusammen mit dem Sekret der Vesiculae seminales (Samenbläschen), der Bulbourethraldrüsen und der Spermien des Hodens bildet das Prostatasekret die Samenflüssigkeit.

Das weibliche Pendant der Prostata ist die Paraurethraldrüse (Glandula paraurethralis, Skene-Drüse).

In diesem Artikel werden die Anatomie, Histologie und Funktion der Prostata erläutert.

Kurzfakten zur Prostata
Lage Im kleinen Becken
Dorsal der Symphyse
Ventral der Ampulla recti
Durchzogen von Pars prostatica urethrae und Ductus ejaculatorii 
Gefäß-Nerven-Versorgung Arterien: Rr. prostatici aus A. vesicalis, A. rectalis media und A. pudenda interna
Venen:
Plexus venosus prostaticus, Plexus venosus vesicalis
Innervation:
Plexus prostaticus des Plexus hypogastricus inferior
Klinische Zonen Periurethrale Mantelzone
Anteriore Zone
Transitionszone
Zentrale Zone
Periphere Zone
Funktion Produktion von serösem Sekret, das 30% des Ejakulats ausmacht.
Wichtige Bestandteile des Sekrets: prostataspezifisches Antigen (PSA), prostataspezifische saure Phosphatase (PAP)
Inhalt
  1. Lage
  2. Aufbau
  3. Gefäß-Nerven-Versorgung
  4. Histologie
  5. Funktion
  6. Klinik
  7. Literaturquellen
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Lage

Die Prostata liegt ohne Bezug zum Peritoneum im kleinen Becken zwischen Harnblase und Diaphragma urogenitale (Membrana perinei). Ihre Oberseite (Basis prostatae) ist mit dem Fundus der Harnblase verwachsen. Die ventrale Fläche (Facies anterior) zeigt Richtung Symphyse, an der sie über die Ligg. puboprostatica und den M. puboprostaticus befestigt ist. Die dorsale Fläche (Facies posterior) der Prostata liegt der Ampulla recti an.

Diese Nähe zum Rektum macht man sich bei der digital-rektalen Untersuchung (DRU) zunutze. Unterhalb der mittleren Plica transversalis (Kohlrausch-Falte) kann die Prostata ertastet werden, wodurch man einen Eindruck von ihrer Größe und Konsistenz bekommt.

Lateral ziehen Fasern des M. levator ani, der ein Teil des Diaphragma pelvis bildet, zur Prostata.

Durch die Prostata verläuft ein Teil der männlichen Harnröhre (Pars prostatica urethrae) sowie ein Abschnitt der Samenleiter (Ductus deferens), die in diesem Bereich Ductus ejaculatorii heißen.

Aufbau

Die gesunde Prostata eines erwachsenen Mannes hat ungefähr die Größe und Form einer Kastanie (etwa 20 g) und einen Sagittaldurchmesser von 2 - 3 cm. Sie hat einen Lobus dexter und sinister, einen Isthmus prostatae (ventral der Urethra) und einen Lobus medius (dorsal der Urethra).

Das Prostatagewebe ist aus glatter Muskulatur und Bindegewebe aufgebaut und von einer derben, fibrösen Kapsel (Capsula prostatica) umgeben.

Aus klinischer Sicht lässt sich die Prostata in mehrere Zonen einteilen, wobei die Einteilung in fünf Zonen nach McNeal am häufigsten verwendet wird:

Zonen der Prostata
Periurethrale Mantelzone Um die Harnröhre gelegen
Aus urethraeigenem Drüsengewebe
Anteriore Zone Aus fibromuskulärem Stroma
Frei von Drüsengewebe
Transitionszone Zwei Drüsenlappen seitlich der periurethralen Mantelzone gelegen
Zentrale Zone (ca. 25% des Parenchyms) Hier befinden sich die Ductus ejaculatorii und der Utriculus prostaticus
Periphere Zone (ca. 70% des Parenchyms) Liegt dorsolateral und kaudal

Gefäß-Nerven-Versorgung

Die arterielle Versorgung der Prostata erfolgt über Rr. prostatici aus der A. vesicalis inferior, A. rectalis media und A. pudenda interna, die alle aus der A. iliaca interna stammen.

Das venöse Blut fließt über den umgebenden Plexus venosus prostaticus (Santorini-Plexus) sowie den Plexus venosus vesicalis ab, die beide schließlich in die V. iliaca interna drainieren.

Der größte Teil der Lymphe wird über die Nll. iliaci interni abgeleitet.

Die vegetative Innervation erfolgt über den Plexus prostaticus. Zu diesem ziehen sympathische und parasympathische Fasern (Nn. splanchnici pelvici) aus dem Plexus hypogastricus inferior. Der Sympathikus innerviert die glatte Muskulatur und der Parasympathikus die Drüsentätigkeit.  

Histologie

Die Prostata ist eine exokrine seröse Drüse. Ihr Parenchym besteht aus 30-50 tubuloalveolären Einzeldrüsen, die in ein fibromuskuläres Stroma eingebettet sind. Die Drüse mündet über 15-30 Ausführungsgänge (Ductuli prostatici) seitlich des Colliculus seminalis (Samenhügel) in die Pars prostatica urethrae.

Das Drüsenepithel ist funktionsabhängig und kann somit von einschichtig isoprismatisch bis mehrreihig hochprimatisch variieren. Basale Zellen regenerieren durch ihre Stammzellenaktivität das Epithel. In den luminalen Zellen findet man oft bis zu 2 mm große Prostatasteine. Dabei handelt es sich um Konkremente, die aus Sekret und abgeschilferten Epithelzellen bestehen. Weiterhin produzieren vereinzelte neuroendokrine Zellen unter anderem den Neurotransmitter Serotonin.

Besonders charakteristisch für die Prostata sind die zahlreichen glatten Muskelzellen, die zur Beförderung des Sekrets in die Harnröhre dienen.

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Funktion

Das leicht saure, dünnflüssige Prostatasekret (pH 6,4) macht ungefähr 30% des Ejakulatvolumens aus. Es enthält viele Enzyme wie das prostataspezifische Antigen (PSA) und die prostataspezifische saure Phosphatase (PAP) sowie andere Substanzen wie Zink, Citrat und Spermin.

Das PSA ist ein Tumormarker für das Prostatakarzinom und kann somit bei der Diagnosestellung hilfreich sein. Zu beachten ist, dass es auch bei gutartigen Prostataerkrankungen oder bei Manipulation des Organs erhöht sein kann.

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Kim Bengochea, Regis University, Denver
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