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Haut und Hautanhangsgebilde

Histology of the integumentary system 1

Die Haut und ihre Anhangsgebilde (Integument) stellen sowohl in Hinsicht auf ihre Oberfläche, als auch auf ihr Gewicht das größte Organ des menschlichen Körpers dar. Zu ihren Hauptaufgaben gehören der Schutz vor einer Vielzahl von schädlichen äußeren Einflüssen, die Regulierung des Feuchtigkeitshaushalts und die Thermoregulation.

Darüber hinaus gilt die Haut als das größte Sinnesorgan, da sie Rezeptoren zur Wahrnehmung von Berührung, Druck, Schmerz und Temperatur enthält. Zu den Hautanhangsgebilden zählen Haare, Nägel und verschiedene Arten von Talg- und Schweißdrüsen.

Haut

Die Haut besteht aus drei verschiedenen Schichten: der Epidermis, der Dermis und der Subcutis.

Epidermis

Die oberflächliche Epidermis ist eine avaskuläre Epithelschicht ektodermalen Ursprungs. Sie besteht hauptsächlich aus mehrschichtigem, verhornten Plattenepithel und aus Zellen, die Keratinozyten genannt werden. Andere epidermale Zelltypen sind die pigmentbildenden Melanozyten, die antigenpräsentierenden Langerhans Zellen (Dendritische Zellen) und die Merkel-Zellen, die als Mechanorezeptoren fungieren und so für die Tastempfindung zuständig sind.

Die Dicke der Epidermisschichten ist je nach Region unterschiedlich – an Handflächen und Fußsohlen ist sie besonders dick, am Rest des Körpers eher dünn.

Dermis

Die durch eine Basalmembran nach kranial von der Epidermis getrennte Dermis wird durch eine vaskularisierte Schicht aus mesodermalem Bindegewebe gebildet. Ihre Oberfläche ist unregelmäßig und weist Hautpapillen auf, die zapfenförmig in die epidermale Schicht ragen und Dermis und Epidermis miteinander verzahnen. Dieser zapfenförmige Anteil der Dermis wird als Stratum papillare bezeichnet.

Darunter befindet sich das Stratum reticulare, das ebenfalls einen Teil der Dermis bildet. Es ist dicker und zeichnet sich durch dichtes, unregelmäßiges Gewebe aus, das von Kollagenfasern vom Typ I gebildet wird und enthält weniger Zellen als das Stratum papillare. Die beiden beschriebenen Schichten der Dermis liegen direkt übereinander, ohne durch eine spezielle Schicht voneinander getrennt zu werden.

Die Meissner-Tastkörperchen befinden sich nahe der Hautoberfläche und im Bereich der Hautpapillen. Sie sind für die Erkennung von leichten Berührungen verantwortlich. Vater-Pacini-Körperchen befinden sich dagegen tief im Bindegewebe der Dermis und können grobe Berührung, Druck und Vibration detektieren.

Subcutis

Unter der Dermis liegt die Unterhaut oder Subcutis, eine Schicht aus lockerem Bindegewebe und Adipozyten. Sie enthält viele Blutgefäße, Lymphgefäße und Nerven sowie zahlreiche sensorische Rezeptoren.

Hautanhangsgebilde

Haare

Haare sind längliche, keratinhaltige Strukturen, die in Einstülpungen des epidermalen Epithels, den Haarfollikeln, verankert sind. Bis auf die Handflächen, Fußsohlen, Lippen, Eichel, Klitoris und Schamlippen sind alle Bereiche der Haut mit Haaren ausgestattet.

Ein Haarfollikel ist eine Einheit aus einem Haar, einer Talgdrüse und einem kleinen glatten M. arrector pili. Distal verdickt sich die Haarwurzel zur sogenannten Haarzwiebel, die bis ins Stratum reticulare ragt und dort klauenartig eine Einstülpung der Dermis umfasst, die sogenannte Haarpapille. Über die Haarpapille erfolgt die Ernährung des Haarfollikels. Die Haarfarbe wird durch die Aktivität der Melanozyten beeinflusst, die zwischen der Papille und den Epithelzellen der Haarwurzel sitzen.

Nägel

Nägel sind harte, biegbare Keratinplatten, die auf der dorsalen Oberfläche der distalen Phalangen sitzen. Nagelplatten entstehen aus der Nagelmatrix, die sich in der proximalen Region des Nagels, der Nagelwurzel, befindet. Sie liegen den Nagelbetten auf, die aus mehrschichtigem Plattenepithel aufgebaut sind. Das distale Ende der Nagelplatte ist frei vom Nagelbett und wird normalerweise abgenutzt oder abgeschnitten.

Talgdrüsen

Talgdrüsen sind verzweigte alveoläre Drüsen, die in der Dermis eingebettet sind und mit Ausnahme der Handflächen und Fußsohlen in allen Bereichen der Haut vorkommen. Mehrere Acini konvergieren zu einem kurzen Kanal, der sich normalerweise im oberen Teil der Haarfollikel entleert. In haarlosen Regionen öffnen sich die Talgdrüsen direkt in der Epidermisoberfläche.

Acini bestehen aus einer basalen Schicht abgeflachter undifferenzierter Epithelzellen, die auf der Basallamina sitzen. Talg ist eine ölige Substanz, die eine komplexe Mischung aus Lipiden enthält und das Sekret der Talgdrüsen darstellt. Er wird innerhalb der Talgzellen (Sebozyten) gebildet und durch deren Aufplatzen in die Haarfollikel entleert, über die er dann an die Hautoberfläche gelangt (holokrine Sekretion). Die Talgproduktion steigt während der Pubertät stark an.

Schweißdrüsen

Schweißdrüsen sind epitheliale Drüsen, die über den ganzen Körper verteilt in die Dermis eingebettet liegen. Man unterscheidet zwei Typen: ekkrine und apokrine Schweißdrüsen.

Ekkrine Schweißdrüsen treten überall in der Haut auf, insbesondere an den Handflächen, Fußsohlen, der Stirn und den Achselhöhlen. Sie unterstützen die Thermoregulation, indem sie Schweiß produzieren und sich auf der Hautoberfläche öffnen. Ekkrine Drüsen können in einen Sekretions- und einen Kanalabschnitt unterteilt werden. Der sekretorische Teil besteht aus drei Zelltypen: klare Zellen, die Schweiß produzieren, dunkle Zellen, die Schleim produzieren, und Myoepithelzellen, die die Sekrete in den Gang abgeben.

Das Vorkommen apokriner Schweißdrüsen ist auf die axilläre und perineale Hautregion beschränkt. Sie haben einen ähnlichen Aufbau wie ekkrine Drüsen, besitzen aber ein viel größeres Lumen. Apokrine Drüsen spielen eine Rolle bei der Geruchsbildung.

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