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Achillessehne

Die Achillessehne (lat. Tendo calcanei, Tendo musculi tricipitis surae oder Tendo Achillis) ist die Ansatzsehne des M. triceps surae, die aus dem Zusammenfluss der Sehnen der beiden Köpfe des M. gastrocnemius sowie des M. soleus entsteht. Sie trägt die Hauptlast der Kraftübertragung im Sprunggelenk und ist an der Plantarflexion sowie der Supination beteiligt.

Im Rahmen der neurologischen Reflexprüfung in der klinischen Untersuchung dient die Achillessehne als Kennreflex für das Spinalnervensegment S1.

Kurzfakten zur Achillessehne
Verlauf

Ursprung: Muskelanteile des M. triceps surae

Ansatz: Calcaneus

Funktion

Trägt die Hauptlast bei der Kraftübertragung im Sprunggelenk

Beteiligt an Supination und Plantarflexion

Testung beispielsweise mit Hilfe des Thompson-Tests

Klinik Achillessehnenruptur

Aufbau

Die Achillessehne ist die dickste und stärkste Sehne des Menschen. Sie verläuft von den Muskelanteilen des M. triceps surae, beginnend etwa auf der Hälfte des Unterschenkels, bis zum Calcaneus (Fersenbein). Ihren geringsten Durchmesser hat sie etwa 4 cm oberhalb des Ansatzes, kranial und kaudal davon wird sie breiter. 

Ihre durchschnittliche Länge liegt bei 20 bis 25 cm, wobei meist bis zum Ansatz am Calcaneus Muskelfasern inserieren. Der mittlere Querschnitt beträgt rund 80 mm².

Veränderungen im Alter 

Bereits etwa ab dem 20. Lebensjahr beginnt das Sehnengewebe der Achillessehne zu degenerieren. Dies ist auf eine Abnahme elastischer Fasern im Gewebe und eine verminderte Durchblutung zurückzuführen. Der Progress dieser Degeneration ist individuell höchst verschieden. Die Leistungsfähigkeit der Achillessehne des Einzelnen im Alter ist nicht vorhersagbar. Im Rahmen von internistischen Erkrankungen kann die Degeneration noch weiter vorangetrieben werden.
 
Durch die degenerative Veränderung der Achillessehnen verringert sich ihre Belastbarkeit und spontane Sehnenrupturen treten mit erhöhter Wahrscheinlichkeit auf. Häufigster Grund sind Fehlbelastungen oder Überlastungen, zum Teil im Rahmen sportlicher Aktivitäten, zum Teil im beruflichen Umfeld.

Funktionstest 

Die Funktionsfähigkeit der Achillessehne kann zum Beispiel mit Hilfe des Thompson-Tests beurteilt werden, der auch als Wadenkneiftest bezeichnet wird.

Dabei liegt der Patient auf dem Bauch und die Füße hängen über die Kante der Untersuchungsliege hinaus. Der Untersucher umfasst mit einer Hand die Wade des zu untersuchenden Beines und komprimiert kräftig und ruckartig die Wadenmuskulatur.

Dieser Anpressdruck provoziert im Normalfall eine schnelle und passive Plantarflexion. Fehlt diese, deutet das auf eine Ruptur der Achillessehne hin. 

Die Achillessehne ist eine prägnante Struktur, die den Unterschenkel und den Fuß verbindet. Erfahre mit unseren Lernmedien mehr zur Anatomie von Unterschenkel und Fuß!
 

Klinik

Eine der häufigsten Erkrankungen der Achillessehne ist die Ruptur (Achillessehnenruptur). Voraussetzung für eine solche Ruptur ist eine verringerte Stabilität durch degenerative Veränderungen des Sehnengewebes. Das alleine ist jedoch noch nicht hinreichend. Hinzukommen müssen indirekte Gewalteinwirkungen oder Fehl- bzw. Überbelastung.

Unterschieden werden partielle und komplette Rupturen. Prädilektionsstelle ist der Bereich etwa 2 bis 5 cm oberhalb des Calcaneus, da dieser Bereich am schlechtesten versorgt ist. 

Eine Ruptur bemerkt die betroffene Person durch einen plötzlichen Ruck, der zumeist mit einem knallenden Geräusch ("Peitschenknall") einhergeht. Anschließend ist das Stehen auf der Fußspitze nicht mehr möglich, weil keine Plantarflexion mehr durchgeführt werden kann.

Häufig ist die Ruptur von starken Schmerzen begleitet, die allerdings durch die situationsbedingte stark erhöhte Adrenalinausschüttung maskiert sein können. In der Kontur der Achillessehne findet sich eine Delle oberhalb des Calcaneus, die von einem Hämatom begleitet sein kann.

Die Diagnose der Ruptur wird zunächst klinisch durch den Thompson-Test gestellt und kann sonographisch bestätigt werden.

Die Therapie erfolgt chirurgisch. Schnellstmöglich nach dem Rupturereignis sollte die Sehne durch eine Naht zusammengeführt werden (End-zu-End-Verknüpfung). Dabei werden die Sehnenenden zunächst so rekonstruiert, dass die anschließende Naht hinreichend stabil ist. 

Im Anschluss an die operative Versorgung muss der Fuß in Spitzfußstellung durch einen Gips fixiert werden, damit die genähte Achillessehne geschont und die Naht verwachsen kann.

Konservative Therapieversuche werden nicht mehr unternommen, da die Ergebnisse praktisch durchweg schlecht sind und mit einer reduzierten Plantarflexion einhergehen.

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Quellen anzeigen

Quellen: 

  • Aumüller, G., Aust, G., Doll, A., et al. (2010). Duale Reihe – Anatomie (2. Auflage). Stuttgart: Georg Thieme Verlag. S. 368 f.
  • Platzer, W. (2009). Taschenatlas Anatomie – Band 1 Bewegungsapparat (10. Auflage). Stuttgart: Georg Thieme Verlag. S. 262 f.
  • Grifka, J., Krämer, J. (2013). Orthopädie Unfallchirurgie (9. Auflage). Heidelberg: Springer Medizin Verlag. S. 40 ff., 371.
  • Buckup, K., Buckup, J. (2012). Klinische Tests and Knochen, Gelenken und Muskeln (5. Auflage). Stuttgart: Georg Thieme Verlag. S. 324 f.

Text, Review & Layout:

  • Andreas Rheinländer
  • Stefanie Bauer
  • Nicole Gonzalez
© Sofern nicht anders angegeben, sind alle Inhalte, inklusive der Illustrationen, ausschließliches Eigentum der kenHub GmbH. Sie sind durch deutsches und internationales Urheberrecht geschützt. Alle Rechte vorbehalten.

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