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Calcaneus (Fersenbein)

Das Fersenbein (Calcaneus) ist der größte und längste Knochen der Fußwurzel und besitzt relativ betrachtet einen hohen Anteil an Knochenmark.

Es dient als Hebelarm für die Flexoren-Muskulatur des Unterschenkels, die über die Achillessehne (Tendo calcanei) an ihm ansetzen, und ist an der Bildung des unteren Sprunggelenkes beteiligt.  

Aufbau

Form

Der Körper des Fersenbeins ist annähernd würfelförmig und besitzt 6 distinkt abgrenzbare Flächen. Er befindet sich unter der Malleolengabel des Sprunggelenkes, wo er nicht mittig, sondern nach lateral versetzt ausgerichtet ist. Die Gesamtausrichtung des Knochens geht vom hinteren Ende des Fußes Richtung vorne–oben–zur Außenseite.

Ansatzflächen

Am dorsalen Ende des Knochenkörpers befindet sich der Tuber calcanei (Fersenhöcker), der die Ferse des Fußes bildet. Dort setzen über die Achillessehne der M. gastrocnemius und der M. soleus an.

Zwischen Achillessehne und Tuber calcanei befindet sich ein Schleimbeutel, die Bursa tendinis calcanei. An der Unterseite des Tuber calcanei befinden sich zwei nach kranial gerichtete Fortsätze, Processus medialis tuberis calcanei und Processus lateralis tuberis calcanei. Sie sind Ursprung verschiedener Muskeln: des Musculus abductor hallucis, des Musculus flexor digitorum brevis und des Musculus abductor digiti. Zudem hat die Aponeurosis plantaris (Fußsohlensehnenplatte) hier ihren Ursprung.

Auf der plantaren Seite des Calcaneus befinden sich das Ligamentum plantare longum und das Ligamentum calcaneocuboideum plantare. Nach ventral zeigt der Processus anterior calcanei.

Videoempfehlung: Calcaneus
In diesem Tutorial besprechen wir mit Euch den Calcaneus, die Bänder und Muskeln, die an ihm ansetzen sowie klinische Fälle.

Vorsprünge

Die mediale Fläche des Calcaneus besitzt einen Vorsprung, Sustentaculum tali, der etwa 1,5 cm unterhalb der Spitze des Malleolus medialis (Innenknöchel) zu tasten ist. Dieses trägt den Talus (Sprungbein) wie eine Art Ladefläche (Sustentaculum, lat.: Halt, Stütze). Am Sustentaculum endet der Canalis tarsi (Sprunggelenkskanal), der die beiden Kammern des unteren Sprunggelenkes voneinander trennt.

Zudem dient das Sustentaculum der Sehne des M. flexor hallucis longus als Hypomochlion, es besitzt eine längs verlaufende Rinne (Tarsaltunnel) für den M. flexor digitorum longus sowie den M. tibialis posterior. Außerdem inserieren zwei Bänder an diesem Vorsprung: das Pfannenband (Ligamentum calcaneonaviculare plantare) und das Deltaband (Ligamentum deltoideum).

Auf der lateralen Seite des Calcaneus befindet sich ein leicht vorgewölbter Knochenhöcker (Trochlea fibularis), unter dem der Sulcus tendinis musculi peronei longi liegt, der die Sehne des Musculus peroneus longus aufnimmt.

Gelenkflächen

Auf der oberen (dorsalen) Seite des Calcaneus befinden sich drei Gelenkflächen:

  • Facies articularis talaris anterior
  • Facies articularis talaris media
  • Facies articularis talaris posterior

Alle drei Flächen sind vergleichsweise uneben. Facies articularis talaris anterior und Facies articularis talaris media sind an der Bildung des vorderen unteren Sprunggelenks (Articulatio talocalcaneonavicularis) beteiligt, die Facies articularis talaris posterior trägt zur Bildung des hinteren unteren Sprunggelenks (Articulatio subtalaris) bei.

Zwischen den Facies articularis talaris posterior und media befindet sich der Sulcus calcanei. Zusammen mit dem Sulcus talaris des Talus formt er den Sinus tarsi, einen "Tunnel", der das  Ligamentum talocalcaneum interosseum aufnimmt.

Klinik

Eine der häufigsten Pathologien des Calcaneus ist der Calcaneus-Sporn, auch als Fersensporn bezeichnet. Dabei handelt es sich um eine benigne Verknöcherung von Sehnenansätzen, die häufig vom Processus medialis ausgeht. Ursache hierfür sind unter anderem Einlagerungen von Knochenmaterial am Sehnenansatz, bedingt durch Mikroverletzungen des Gewebes. Diese entstehen durch Über- und Fehlbelastungen, z.B. durch Fußfehlstellungen oder auch Übergewicht.

Unterschieden werden zwei Formen. Der plantare Fersensporn, eine Verknöcherung im Ansatzbereich der Sehnenplatte der Plantaraponeurose (plantarer Kalkaneussporn), sowie der kraniale Fersensporn (oberer bzw. hinterer Kalkaneussporn), eine Verknöcherung am Ansatz der Achillessehne.

Nicht selten handelt es sich beim Fersensporn um einen Zufallsbefund in einer anders induzierten Röntgenaufnahme des Fußes. Meist ist ein solcher Sporn symptomfrei. Er kann jedoch auch Schmerzen und Funktionseinschränkungen verursachen, wenn er Druck auf Muskeln, Sehnen oder umliegende Weichteile ausübt.

Oft steht der Röntgenbefund in keinem direkten Verhältnis zum Beschwerdebild, d.h. ein größerer Sporn verursacht nicht unbedingt größere Schmerzen. Tatsächlich sind häufig kleinere Sporne eher für starke Schmerzen verantwortlich, weil sie mit geringer Auflagefläche und bei zum Teil spitzer Beschaffenheit auf umliegende Strukturen einwirken. Ein größerer Sporn ist meist eher abgeflacht und hat keine speerspitzenartige Einwirkung, sondern sorgt aufgrund seiner Größe eher für einen diffuseren Druck auf umliegende Gewebe.

Die Therapie erfolgt in der Regel konservativ. Wärmeapplikation sowie Hochlegen des Fußes kann zur Entlastung führen, außerdem wird eine Sportpause gegen die Überbelastung empfohlen. Vom Orthopädieschuhmacher angefertigte Einlagen können die Deformität mechanisch abfedern und hierdurch in Bewegung eine deutliche Entlastung bewirken.

Bei Therapieresistenz kommt eine Bestrahlungstherapie in Frage. Dabei werden geringe Strahlendosen lokal eingebracht, was zur Entzündungslinderung und Symptomverringerung führt. In Kombination mit den konservativen Therapien können die meisten Patienten bezüglich der Schmerzen und funktionellen Einschränkungen erfolgreich behandelt werden.

Greifen diese Maßnahmen nicht verbleibt als Ultima ratio der operative Eingriff. Dabei wird der untere Fersensporn operativ abgetragen oder die Plantarfaszie eingekerbt. Die Erfolgsaussichten liegen allerdings bei nur rund 50%, dazu kommt das allgemeine Operations- und Anästhesierisiko.

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Quellen anzeigen

Quellen:

  • Benninghoff, A., & Drenkhahn, D. (2003). Anatomie - Band 1 (16. Auflage). München: Urban & Fischer. S. 382 ff.
  • Schünke, M., Schulte, E., Schumacher, U., et al. (2007). Allgemeine Anatomie und Bewegungssystem – Prometheus (2. Auflage). Stuttgart: Georg Thieme Verlag. S. 416 ff.
  • Aumüller, G., Aust, G., Doll, A., et al. (2010). Duale Reihe – Anatomie (2. Auflage). Stuttgart: Georg Thieme Verlag. S. 358 ff., 374 ff.
  • Grifka,  J., & Krämer, J. (2013). Orthopädie Unfallchirurgie (9. Auflage). Heidelberg: Springer-Verlag. S. 394 f., 388 f.
  • Harasser, N., v. Eisenhardt-Rothe, R., & Biberthaler, P. (2016). Facharztwissen Orthopädie Unfallchirurgie. Heidelberg: Springer-Verlag. S. 567, 596

Text, Review, Layout:

  • Andreas Rheinländer
  • Stefanie Bauer
  • Marie Hohensee

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