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Spinalnervensegmente und segmentale Qualität

Ein Spinalnervensegment bezeichnet einen Spinalnerv auf einer bestimmten Höhe entlang des Rückenmarks. Da das Rückenmark selbst nicht segmental gegliedert ist, ist die einzige anatomische Einteilung des Rückenmarks basierend auf den Spinalnerven möglich.

Einem jeden Spinalnerven sind segmentale Qualitäten zugeordnet:

  • Dermatom
  • Myotom
  • Enterotom

Dermatome, Myotome und Enterotome sind nicht die einzigen segmentalen Qualitäten. Es lassen sich theoretisch auch Sklerotome, Angiotome, Sudotome, Pilotome und Lymphotome definieren. Diese wurden jedoch bisher nicht systematisch untersucht, mit Ausnahme der Sklerotome. Ob und inwieweit die Erforschung in einer sinnvollen Form möglich ist und sich daraus nutzbare praktische oder theoretische Möglichkeiten ergeben, ist offen.

Kurzfakten
Dermatom = ein Hautgebiet, das von einem einzelnen Spinalnerven sensibel versorgt wird
Myotom = ein zu einem Spinalnervensegment zugehöriger Satz von Skelettmuskeln
Enterotom = ein zu einem Spinalnervensegment bzw. mehreren solcher Segmente zugehöriges Organ
Sklerotom = ein Knochenabschnitt bzw. mehrere Knochenabschnitte, die  von einem Spinalnervensegment bzw. mehreren solcher Segmente innerviert werden

Dermatom

Bei einem Dermatom handelt es sich um ein Hautgebiet, das von einem einzelnen Spinalnerven sensibel versorgt wird. Dermatome wurden erstmals akkurat von Henry Head beschrieben.

Er verglich Herpes zoster-Effloreszenzen mit Hyperalgesien der Haut bei Erkrankungen der inneren Organe und erstellte darauf basierend die noch heute verwendeten Dermatom-Karten. Sie wurden im Laufe der weit über 100 Jahre seit ihrer Beschreibung nur minimal angepasst.

Im Falle einer Erkrankung eines inneren Organes erfolgt die Schmerzübertragung meist in das bzw. die Dermatome des dem Organ zugehörigen Spinalnervensegmentes. Durch die unmittelbare Nachbarschaft der Wurzelfäden aufeinanderfolgender Spinalnerven kommt es zu Überlappungen zwischen den Dermatomen, die sich interindividuell unterscheiden.

Die Dermatome sind also nicht wirklich, wie in den Abbildungen dargestellt, durch klare Linien voneinander getrennt. Dieses Bilder dient nur der besseren Vorstellung.

Myotom

Ein Myotom ist ein zu einem Spinalnervensegment zugehöriger (von diesem Spinalnerven innervierter) Satz von Skelettmuskeln.

Im Falle einer Erkrankung eines inneren Organes kann die Schmerzübertragung in die entsprechenden Skelettmuskeln des zum Organ gehören Spinalnervensegmentes erfolgen. Ebenso können pathologische Veränderungen der Muskulatur, die mit Schmerzen einhergehen, in andere Segmentqualitäten übertragen werden, vornehmlich die Haut.

Falls du die Skeletmuskulatur wiederholen willst, empfehlen wir dir einen Blick auf die folgenden Materialien zu werfen!
 

Enterotom

Bei einem Enterotom handelt es sich um ein zu einem Spinalnervensegment bzw. mehreren solcher Segmente zugehöriges (von diesem Spinalnerven innervierter) Organ. Da alle Organe von mehreren Segmenten innerviert werden, überlappen sich die Spinalnervensegmente aller inneren Organe, sodass jedem mehrere Organe zugeordnet sind.

Die Überlappung der Spinalnervensegmente stellt eine besondere Herausforderung in der Diagnostik ohne klinische Hilfsmittel dar.

Sklerotom

Ein Knochenabschnitt bzw. mehrere Knochenabschnitte, die  von einem Spinalnervensegment bzw. mehreren solcher Segmente innerviert werden, werden als Sklerotom bezeichnet.

Joseph Jules Dejerine (Namensgeber der Dejerine-Sottas-Krankheit) untersuchte zu Beginn des 20. Jahrhunderts Patienten im Quartärstadium der Syphilis, insbesondere mit Blick auf die Tabes dorsalis. Diese geht mit einem Befall einzelner Spinalnerven bzw. Spinalganglien einher und führt zu segmentalen Ausfällen des Vibrationssinnes.

Dejerine kartierte die Empfindungsstörungen des Vibrationssinnes an Knochen und erstellte darauf basierend mehrere Abbildungen, die sog. Dejerine-Tafeln - eine Kartierung der Sklerotome. Die erstellten Karten sind nach heutigem Stand teilweise ungenau, jedoch existieren keine aktuellen. Der Verlauf der Sklerotome ist bisher nicht mit modernen Methoden überprüft worden.

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Terminologie in der Embryologie

Die Begriffe Dermatom, Myotom und Sklerotom werden auch in der Embryologie verwendet, besitzen dort jedoch eine andere Bedeutung.

Gegen Ende der 3. Woche gliedert sich das Neuralrohr in einzelne Segmente, die Somiten. Diese bilden die Grundform des embryonalen Körpers und gliedern das mesodermale Anlagematerial segmental. Am Ende der 5. Woche sind 42 bis 44 Somitenpaare vorhanden.

Die Somiten lösen sich allerdings bereits ab Anfang der 4. Woche wieder auf. Zunächst die ventrale und mediale Wand, die als Sklerotom bezeichnet wird und aus der sich Mesenchymzellen entwickeln, die das Anlagematerial für die Wirbelsäule bildet.

Die epitheliale dorsale Wand bleibt als Dermatom zurück. Unterhalb (medial davon) vereinigen sich die freien Zellen der Somiten und bilden das Myotom.
Die Zellen des Dermatoms bilden später die Dermis und das dazugehörige subkutane Gewebe, das Myotom bildet das Anlagematerial für die dorsale Muskulatur des entsprechenden Segmentes. Dermatom und Myotom sind einem Spinalnerv zugeordnet, der sie innerviert.

Wir wissen, dass die Spinalnervensegmente ein sehr spezielles Thema sind. Wenn du noch mehr erfahren möchtest, dann gucke doch mal in die anderen Materialien hier auf Kenhub!

Klinik

Bei aktivem Herpes zoster folgen die Hautveränderungen nahezu den Dermatomverläufen. Häufig ist ein einzelnes Dermatom betroffen, das zu einem Großteil (aber nicht notwendigerweise vollständig) ausgefüllt wird.

Typischerweise bilden sich die Bläschen bevorzugt an bestimmten Stellen innerhalb eines Dermatoms. Diese korrespondieren mit Punkten maximaler Hyperalgesie (Maximalpunkte) im Rahmen der Schmerzübertragung bei Erkrankungen der inneren Organe.

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Quellen anzeigen

Quellen:

  • Sadler, T. (2008). Medizinische Embryologie (11. Auflage). Stuttgart: Georg Thieme Verlag. S. 102 f.
  • Rheinländer, A. (2017). Schriftenreihe der Deutschen Gesellschaft für die Geschichte der Nervenheilkunde., Das Head in Head-Zonen. Würzburg: Königshausen und Neumann Verlag. S. 303-313
  • Schmidt, R. F., Lang, F., & Heckmann, M. (2010). Physiologie des Menschen (31. Auflage). Heidelberg: Springer-Verlag. S. 277

Text, Review, Layout:

  • Andreas Rheinländer
  • Marie Hohensee

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