Englisch Kontakt Besser lernen Login Registrieren

Jetzt registrieren und gratis Anatomie-Lernguide eBook erhalten!

Sidebar ebook trimmed

Unteres Sprunggelenk (Articulatio talotarsalis)

Inhalt

Einführung

Articulatio talotarsalis / Unteres Sprunggelenk (laterale Ansicht) Das untere Sprunggelenk (USG, Articulatio talotarsalis) stellt zusammen mit dem oberen Sprunggelenk (Art. talocruralis) die bewegliche Verbindung zwischen dem Unterschenkel und dem Fuß her. Es wird aus den Fußwurzelknochen Talus, Calcaneus und Os naviculare gebildet. Durch den Sinus tarsi wird das Gelenk in zwei Gelenkhöhlen getrennt. Daraus ergibt sich zum einem das vordere untere Sprunggelenk (Art. talocalcaneonaviculare) und zum anderen das hintere untere Sprunggelenk (Art. subtalaris).

Aufbau

Articulatio subtalaris / hinteres Sprunggelenk (laterale Ansicht)Im vorderen unteren Sprunggelenk artikulieren die Gelenkflächen des Taluskopfes mit denen des Calcaneus, der Gelenkpfanne des Os naviculare und dem knorpeligen Teil des Ligamentum calcanenonaviculare plantare (auch „Pfannenband“ genannt). Das Lig. calcaneonaviculare plantare verbindet dabei den Calcaneus und den Os naviculare und verhindert somit das Absinken des Talus nach medial.

In der hinteren Gelenkkammer artikuliert die nach kaudal konkave Gelenkfacette des Talus (Facies articularis calcanea posterior) mit der konvexen Facies articularis talaris posterior des Calcaneus.

Bänder

Ligamentum talonaviculare (laterale Ansicht)Durch zwei Gelenkkapseln werden die beiden unteren Sprunggelenke vollständig voneinander getrennt. Die vordere Gelenkkapsel verstärkt dorsal das Lig. talonaviculare, welches vom Talus zum Os naviculare zieht. Nach dorsomedial stabilisiert die Pars tibionavicularis des Lig. deltoideum das Gelenk. Das Lig. calcaneonaviculare (Teil des Lig. bifurcatum), welches Calcaneus und Os naviculare verbindet, hat dagegen keine Stabilisierungsfunktionen im klassischen Sinne, sondern zieht lateral über das Gelenk. Plantar bildet das Lig. calcaneonaviculare plantare die Gelenkkapsel, Bandverstärkung und Gelenkfläche zugleich.

Ligamentum talocalcaneum laterale (laterale Ansicht)Die Gelenkkapsel des hinteren unteren Sprunggelenks verstärkt das Lig. talocalcaneum laterale sowie die Ligg. talocalcaneum medialis und talocalcaneum posterius (inkonstant). Des Weiteren ziehen die Pars tibiocalcanea des Lig. deltoideum und das Lig. calcaneofibulare über das Gelenk.

Die stabilisierenden Bänder des unteren Sprunggelenks sind teilweise gleichzeitig Bänder des oberen Sprunggelenks: Pars tibiocalcanea und Pars tibionavicularis des Lig. deltoideum sowie das Lig. calcaneofibulare.

Muskeln

Die Muskeln, die an der Bewegung und an der Stabilisierung der Sprunggelenke beteiligt sind, werden nach ihrer Funktion eingeteilt.

Supination

Die stärksten Supinatoren sind der M. triceps surae und M. tibialis posterior. Darüber hinaus bewirkt der M. tibialis anterior eine schwache Supination und auch M. flexor digitorum longus und M. flexor hallucis longus sind an der Supination im unteren Sprunggelenk beteiligt.

Pronation

Die an der Pronation maßgeblich beteiligten Muskeln sind der M. fibularis longus und der M. fibularis brevis. Der M. fibularis tertius wird dagegen als eher schwacher Pronator angesehen.

Inversion und Eversion

Bei den Kombinationsbewegungen aus Supination, Adduktion und Plantarflexion bzw. Pronation, Abduktion und Dorsalextension des Fußes spricht man von der Inversion bzw. Eversion. An der Inversionsbewegung sind der M. gastrocnemicus, der M. soleus und der M. plantaris beteiligt. Zudem agieren der M. tibialis posterior und anterior als schwache Heber der Inversion. Die Eversion hingegen wird durch die Mm. fibularis longus und brevis sowie dem M. fibularis tertius gewährleistet.

Mechanik

Articulatio Talocalcaneonavicularis / vorderes Sprunggelenk (laterale Ansicht)Das vordere und das hintere untere Sprunggelenk bilden funktionell gesehen ein kombiniertes Zapfen-Kugel-Gelenk. Das hintere untere fungiert mit der gewölbten Gelenkfläche des Calcaneus als Zapfengelenk, das vordere untere stellt das Kugelgelenk dar. Der Gelenkkopf besteht hier aus dem Caput tali und die Gelenkpfanne aus dem ventralen Teil des Calcaneus, Os naviculare und dem Pfannenband.

Die Bewegungsachse beider unterer Sprunggelenke verläuft schräg vom Tuber calcanei zum Os naviculare. Die Achse fällt somit um 40° aus der Horizontalebene und um 20° aus der Sagitalebene.

Streng genommen ermöglicht das untere Sprunggelenk lediglich eine Inversion und eine Eversion. Jedoch ist unter Einbezug des Chopart-Gelenks (Articulatio tarsi transversa) und des Lisfranc-Gelenks auch eine Supinations- und Pronationsbewegung möglich. Da die Bewegung in den Gelenken komplex und mechanisch nahezu immer miteinander verbunden sind, spricht man von einem Gesamtbewegungsumfang von 30° nach außen und 60° nach innen.

Videoempfehlung: Calcaneus
Der Calcaneus aus der lateralen, medialen, inferioren und superioren Ansicht.

Versorgung

Die Blutversorgung der Sprunggelenke erfolgt über Äste aus den großen Arterien der unteren Extremität: Arteria tibialis posterior und Arteria tibialis anterior bzw. der Arteria dorsalis pedis. Innerviert wird die Kapselwand des hinteren unteren Sprunggelenkes und der Bandapparat des Sinus tarsi durch Äste des Nervus tibialis und des N. suralis. Das vordere untere Sprunggelenk erhält Rr. articulares plantares aus dem N. plantaris medialis und dem N. fibularis profundus.

Klinik

Durch erhöhte mechanische Belastung, Frakturen, angeborenen Fehlstellungen oder Entzündungen kann es zu einer Abnutzung des Knorpels (Arthrose) kommen. Die Erkrankung verläuft zunächst schleichend und macht sich typischerweise zuerst durch einen Belastungsschmerz mit begleitetem Erguss oder Schwellung bemerkbar. Radiologisch sollte eine mögliche Fehlstellung beurteilt und eventuelle Weichteilpathologien ausgeschlossen werden.

Neben konservativen Therapieoptionen wie z.B. Einlageversorgung oder lokale medikamentöse Therapie mit Kortikosteroiden oder Hyaluronsäure, steht die operative Versorgung mittels verschiedener Arthrodesen (Gelenkversteifung) zur Verfügung.

Hol' dir kostenlos den Rest dieses Artikels
Erstelle dir ein Konto und du bekommst Zugang zum Rest des Artikels, plus Videos und Trainings, damit du all die Informationen behältst - alles kostenlos. Du bekommst ausserdem Zugang zu Artikeln, Videos und Trainings über andere anatomische Themen.
Erstelle dein kostenloses Konto ➞
Quellen anzeigen

Autor: Jacob Haas

Quellen:

  • K. Zilles, B.Tillmann: Anatomie, Springer-Verlag (2010), S. 263-265
  • G. Aumüller, G. Aust, A. Doll et al.: Duale Reihe Anatomie, 2. Auflage, Georg Thieme Verlag (2010), S. 359-364
  • M. Schünke, E. Schulte, U. Schumacher et al.: Prometheus LernAtlas der Anatomie, Allgemeine Anatomie und Bewegungssystem, 3. Auflage, Georg Thieme Verlag (2011), S. 408-524
  • F. Niethard, J. Pfeil, P. Biberthaler: Duale Reihe Orthopädie und Unfallchirurgie, 7. Auflage, Georg Thieme Verlag (2014)

Illustratoren:

  • Articulatio talotarsalis / Unteres Sprunggelenk - laterale Ansicht - Liene Znotina
  • Articulatio subtalaris / hinteres Sprunggelenk - laterale Ansicht - Liene Znotina
  • Ligamentum talonaviculare - laterale Ansicht - Paul Kim
  • Ligamentum talocalcaneum laterale - laterale Ansicht - Paul Kim
  • Articulatio Talocalcaneonavicularis / vorderes Sprunggelenk - laterale Ansicht - Liene Znotina
© Sofern nicht anders angegeben, sind alle Inhalte, inklusive der Illustrationen, ausschließliches Eigentum der kenHub GmbH. Sie sind durch deutsches und internationales Urheberrecht geschützt. Alle Rechte vorbehalten.

Deine nächsten Lernetappen

Artikel (Du bist hier)
Andere Artikel
Gut gemacht!

Jetzt registrieren und gratis Anatomie-Lernguide eBook erhalten!

Sidebar ebook trimmed
Erstelle dein kostenloses Konto.
Leg’ los mit deinem Training – in weniger als 60 Sekunden.