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Musculus triceps surae

Inhalt

Verlauf und Versorgung

Der Musculus triceps surae ist ein dreiköpfiger Muskel am dorsalen Unterschenkel. Hier befindet er sich in der oberflächlichen Flexorenloge (Compartimentum cruris flexorum superficiale). Seine Köpfe und sein Muskelbauch bestimmen das Oberflächenrelief der Wade. Sein Ansatz, die Achillessehne, ist sehr einfach an der Ferse zu sehen und ertasten. Der Musculus triceps surae wird durch den Nervus tibialis (S1-S2) innerviert. Er setzt sich zusammen aus:

  • M. soleus: entspringt an der dorsalen Fläche der Fibula (Facies posterior fibulae) und der Tibia (Linea musculi solei) sowie am Arcus tendineus musculi solei, einem Sehnenbogen zwischen den beiden Knochen.
  • M. gastrocnemius: hat seine Ursprünge am Epicondylus medialis (Caput mediale) und Epicondylus lateralis (Caput laterale) des Femurs. Er überlagert den M. soleus nahezu vollständig.

Der M. soleus und M. gastrocnemius gehen im unteren Drittel des Unterschenkels in eine gemeinsame Sehne, die Achillessehne (Tendo calcaneus), über, die schließlich am Tuber calcanei des Fersenbeins ansetzt. Unter dem Arcus tendineus des M. soleus zieht die Gefäß-Nerven-Straße aus der Kniekehle (A. und V. tibialis posterior und N. tibialis) und verläuft dann weiter zwischen den oberflächlichen und tiefen Flexoren.

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Funktion

Der Musculus triceps surae ist ein mehrgelenkiger Muskel. Seine wichtigste Funktion ist die Plantarflexion im oberen Sprunggelenk, die erst das Heben der Ferse gegen die Schwerkraft beim Gehen oder Springen ermöglicht. Die maximale Sprungkraft erreicht man dabei am besten durch eine Vordehnung des Muskels, d.h. eine Streckung im Kniegelenk. Die Plantarflexion fixiert ebenfalls den Unterschenkel beim Stand und verhindert, dass der Körper nach vorne fällt. Des Weiteren ist der Muskel der kräftigste Supinator im unteren Sprunggelenk. Der M. gastrocnemius trägt zu einem kleinen Teil zur Beugung des Knies bei.

Pathologie

Klinisch ist der Musculus triceps surae der Kennmuskel für die Nervenwurzel S1. Diese wird häufig beim Bandscheibenvorfall oder einer Wirbelfraktur komprimiert. Klassische Symptome sind Irritationen und Schmerzen entlang des Gesäßes und hinteren Unterschenkels und ein abgeschwächter oder erloschener Achillessehnenreflex. Der Musculus triceps surae ist zudem oft funktionell einschränkt. Die betroffenen Patienten zeigen das klinische Bild eines Hackenfußes (Pes calcaneus), der durch die Überwiegung der Extensoren des Unterschenkels entsteht. Der Zehenspitzengang sowie das Abrollen des Fußes werden dadurch praktisch unmöglich.

Die Achillessehne ist die kräftigste Sehne des menschlichen Körper. Ihre Tragkraft beträgt bis zu einer Tonne, sodass eine Ruptur oft mit einem „peitschenschlagartigen“ Geräusch einhergeht. Sie steht meist im Zusammenhang mit einer vorausgegangenen Schädigung durch eine chronische Fehlbelastung. Die Mikrotraumata stören die Blutversorgung der Sehne, welches zur Minderung der Festigkeit führt. Besonders anfällig ist dabei die Region ca. 3-5 cm proximal des Sehnenansatzes, die ohnehin relativ schlecht durchblutet wird. Bei Jugendlichen geht eine Achillessehnenruptur oft mit einem knöchernem Ausriss des Calcaneus einher.

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Quellen:

  • M. Schünke, E. Schulte, U. Schumacher: Prometheus – LernAtlas der Anatomie – Allgemeine Anatomie und Bewegungssystem, 2.Auflage, Thieme Verlag (2007), S.482-483
  • W. Graumann, D.Sasse: CompactLehrbuch der gesamten Anatomie – Band 2 – Bewegungsapparat, Schattauer Verlag (2003), S.215-218
  • M. Schünke: Topographie und Funktion des Bewegungssystems, Thieme Verlag (2000), S.162-163
  • D. Drenckhahn, J. Waschke: Taschenbuch Anatomie, Urban & Fischer Verlag/Elsevier (2008), S.98 J. Heisel: Neurologische Differenzialdiagnostik, Thieme Verlag (2007), S.152-155

Autor:

  • Achudhan Karunaharamoorthy

Illustratoren: 

  • Musculus gastrocnemius - Liene Znotina 
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