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Kniegelenk und Unterschenkel

In der deutschen Sprache unterscheiden sich die gängigen Begriffe für gewisse Körperteile häufig stark von ihren zugehörigen anatomischen Namen. Das Wort “Bein” wird zum Beispiel von vielen Menschen für fast die gesamte Gliedmaße unterhalb der Hüfte verwendet.

In der Anatomie müssen wir aber genauer vorgehen und die einzelnen Körperteile korrekt benennen. Das ist nicht nur der wissenschaftliche Anspruch, sondern beugt auch Verwechslungen vor.

Auf dieser Seite soll es also tatsächlich um einen Abschnitt des Beines gehen. Genauer gesagt, schauen wir uns hier die Anatomie des Knies und die des Unterschenkels genauer an.

Beim Unterschenkel unterscheiden wir die folgenden Strukturen:

  • Tibia
  • Fibula
  • Muskulatur des Unterschenkels

Tibia und Fibula

Die Tibia und die Fibula sind zwei Röhrenknochen, die parallel zueinander stehen und zusammen das Grundgerüst des Unterschenkels bilden. Sie sind außerdem Ansatzpunkt für diverse Muskeln in diesem Abschnitt des Beines.

Die Tibia, oder auch Schienbein genannt, ist der größere von den beiden Knochen. Sie liegt etwas medial von der Fibula. Du kannst die Vorderseite der Tibia gut tasten, wenn du einmal deinen Unterschenkel von vorne mit der Hand berührst. Wahrscheinlich denkst du aber beim Schienbein eher an die Male, an denen du es dir irgendwo angeschlagen hast?!

Das Gewicht des Körpers wird im Stand vor allen Dingen auf die Tibia übertragen. Außerdem ist die Tibia direkt am Aufbau des Knie- und des oberen Sprunggelenks beteiligt und ermöglicht so diverse Bewegungen des Unterschenkels und des Fußes.

Die Fibula ist kleiner, dünner und befindet sich etwas weiter lateral als die Tibia. Schon aufgrund dieser Lage wird deutlich, dass sie nicht genauso viel Körpergewicht tragen kann wie die Tibia. Die Funktion der Fibula ist nämlich etwas differenzierter. Auch sie ist am Aufbau und der Bewegung des oberen Sprunggelenks beteiligt. Außerdem bildet sie einen wichtigen Ansatzpunkt für diverse Muskeln des Unterschenkels.

Darüber hinaus artikuliert die Fibula an zwei Stellen mit der Tibia: ein Stück distal unterhalb des Knies (proximales Tibiofibulargelenk) und etwas oberhalb des Fußgelenks (distales Tibiofibulargelenk). Diese beiden Gelenke werden von straffen Bändern umgeben, in Position gehalten und zusätzlich verstärkt. Dadurch werden abnormale Bewegungen an diesen Gelenken verhindert.

Auf der folgenden Abbildung kannst du dir noch einmal die Tibia und die Fibula und das Kniegelenk mit ihren wichtigsten Landmarken anschauen.

Vielleicht schrecken dich jetzt auf den ersten Blick all diese Begriffe eher ab?! Wir möchten dir aber Mut machen, dich Schritt für Schritt an sie zu gewöhnen. Du wirst sehen, dass es dir mit der Zeit leichter fallen wird, sie zu behalten. Schau dir dazu doch einmal das folgende Video an. Im Anschluss kannst du ja schon einmal dein Wissen zur Anatomie der Tibia und der Fibula testen. Dann wirst du sehen, an wieviel du dich schon erinnern kannst.

Kniegelenk

Knochen und Weichteile

Das Kniegelenk wird vom Femur, der Tibia, der Patella und einigen Bändern gebildet. Die Kondylen des Femurs und die der Tibia liegen beinahe direkt aufeinander und bilden hiermit den Hauptteil des Kniegelenks.

Kondylen sind Gelenkköpfe. Auf Deutsch werden sie auch Knorren genannt. Die Patella, auf Deutsch Kniescheibe, ist ein Sesambein, das in die Sehne des Musculus quadriceps femoris eingebettet ist. Sie schützt zum einen das Kniegelenk, fungiert außerdem als Umlenkrolle - wie auch andere Sesambeine - und erleichtert deshalb durch eine bessere Zugrichtung die Streckung im Kniegelenk.

Das Kniegelenk ist anatomisch gesehen echt komplex. Es besteht nämlich eigentlich aus zwei unterschiedlichen Gelenken innerhalb einer einzigen Gelenkkapsel:

  • Articulatio femorotibialis (mediale und laterale Gelenkanteile) - zwischen den korrespondierenden Kondylen des Femurs und der Tibia
  • Articulatio femoropatellaris - zwischen der Patella und dem Femur

Das Kniegelenk muss auf der einen Seite stark genug sein, um das Körpergewicht zu tragen. Auf der anderen Seite muss es flexibel genug sein, um Bewegungen überhaupt erst zu ermöglichen. Um beide Funktionen zu gewährleisten, befinden sich noch einige wichtige Weichteilstrukturen im und um das Kniegelenk herum.

Einige Fettkörper sorgen für Polsterung und die Bursae, also Schleimbeutel, die mit Gelenkflüssigkeit gefüllt sind, reduzieren die Reibung von Sehnen und Muskeln auf Knochen. Das Kniegelenk besitzt außerdem zwei Stoßdämpfer (die Menisken), die überdies auch für eine bessere Deckungsgleichheit der beiden aufeinanderliegenden Kondylen sorgen.

Das Kniegelenk wird durch gleich mehrere Bänder stabilisiert. Dazu gehören das Ligamentum patellae, das Ligamentum collaterale tibiale, das Ligamentum collaterale fibulare und das Ligamentum popliteum obliquum.

Innerhalb des Kniegelenks liegen weitere wichtige Bänder: das Ligamentum transversum genus und die beiden Kreuzbänder - auf Latein Ligamentum cruciatum anterius (ACL) und Ligamentum cruciatum posterius (PCL). Diese intrakapsulären Bänder halten die Kniegelenkflächen gerade bei der Kniebeugung aufeinander. Bei Profisportlern kommt es gelegentlich zu Verletzungen dieser Kreuzbänder.  

Kurzfakten
Gelenke

- Articulatio femorotibiale (Condylus lateralis und Condylus medialis des Femurs + Tibiaplateau)
- Articulatio femoropatellare (Facies patellaris des Femurs + Facies articularis der Patella)

Menisken Meniscus medialis, Meniscus lateralis
Bänder Frontale Bänder – stabilisieren die Patella: Ligamentum patellae(Verlängerung der Quadricepssehne), Retinaculum patellae (mediale et laterale)
Mediale/laterale Bänder – verhindern ein Aufklappen des Kniegelenks: Ligamentum collaterale mediale (tibiale), Ligamentum collaterale laterale (fibulare)
Dorsale Bänder – verhindern eine Überstreckung des Kniegelenks: Ligamentum popliteum obliquum, Ligamentum popliteum arcuatum
Kreuzbänder – stabilisieren die Kniegelenkflächen des Femurs und der Tibia aufeinander: Ligamentum cruciatum anterius (ACL), Ligamentum cruciatum posterius (PCL)
Gelenkkapsel Außen Membrana fibrosa, innen Membrana synovialis; der Musculus popliteus zieht lateral in die Gelenkkapsel hinein
Schleimbeutel Bursa suprapatellaris, praepatellaris, infrapatellaris

Auf der folgenden beschrifteten Abbildung des Kniegelenks kannst du gut nachvollziehen, wie die einzelnen Strukturen zueinander in Beziehung stehen:

Wenn du mehr über die Anatomie des Kniegelenks lernen möchtest, dann klick doch einmal auf die folgenden Links. Dort findest du außerdem Informationen darüber, welche komplexen Bewegungsmuster im Kniegelenk möglich sind (Flexion, Extension, Rotation und die Schlussrotation bei maximaler Streckung).

Muskeln

Bewegungen im Kniegelenk werden zum einen durch die ventralen Oberschenkelmuskeln hervorgerufen. Dazu gehören der Musculus sartorius und die vier Muskeln des Musculus quadriceps femoris (Musculus rectus femoris, Musculus vastus medialis, Musculus vastus intermedius und Musculus vastus lateralis). Sie alle bewirken eine Streckung des Unterschenkels im Kniegelenk. Sie werden durch den Nervus femoralis innerviert.

Die Antagonisten der ventralen Oberschenkelmuskulatur werden unter dem Begriff ischiokrurale Muskulatur zusammengefasst. Die ischiokrurale Muskulatur gehört somit also zur dorsalen Oberschenkelmuskulatur. Zu ihnen gehören der Musculus biceps femoris, der Musculus semitendinosus und der Musculus semimembranosus. Sie alle beugen den Unterschenkel im Kniegelenk und werden vom Nervus ischiadicus innerviert.

Ein weiterer Muskel, der Musculus gracilis, unterstützt die Flexion und Innenrotation im Kniegelenk. Der Musculus gracilis gehört zu den Adduktoren, die an der medialen Seite des Oberschenkels liegen. Und wie alle Adduktoren des Oberschenkels wird auch er vom Nervus obturatorius innerviert.

Mehr zu den Muskeln, die im Kniegelenk Bewegungen hervorrufen, findest du in den folgenden Videos. Schau doch mal rein:

Muskulatur des Unterschenkels

Bisher ging es vor allem um das proximale Gelenk des Unterschenkels. Im Folgenden bewegen wir uns etwas nach distal und schauen uns die Muskeln des Unterschenkels an. Diese Muskulatur bewegt vor allem das distale Gelenk des Unterschenkels: das obere Sprunggelenk (Articulatio talocruralis). Die Unterschenkelmuskulatur kann in drei Kompartimente aufgeteilt werden:

  • Anteriores Kompartiment
  • Laterales Kompartiment
  • Posteriores Kompartiment

Auf dieser Abbildung bekommst du einen guten Überblick über die Muskeln des Unterschenkels:

Die Extensorenloge ist die Muskelgruppe des vorderen (anterioren) Kompartiment. Zu ihr gehören insgesamt drei Muskeln:

Sie alle werden vom Nervus fibularis profundus innerviert. Zu ihren Funktionen gehören die Dorsalextension, die Inversion und die Eversion des Fußes im Sprunggelenk. Zwei von ihnen strecken außerdem die Zehen.

Die Fibularisloge des Unterschenkels bildet das laterale Kompartiment. Zu ihr gehören lediglich zwei Muskeln:

  • der Musculus fibularis (peroneus) longus und
  • der Musculus fibularis (peroneus) brevis.

Ihre Funktion ist garnicht mal so einfach zu verstehen, wenn man ihren Verlauf nicht kennt. Beide Muskeln bewirken nämlich eine Plantarflexion und eine Eversion des Fußes. Innerviert werden sie beide vom Nervus fibularis superficialis.   

Zum Schluss schauen wir uns auch noch das dritte, das posteriore Muskelkompartiment des Unterschenkels an. Es ist das größte der drei Kompartimente. Insgesamt liegen hier 7 Flexoren in zwei Schichten.

Die oberflächlichen Flexoren sind der Musculus gastrocnemius, der Musculus soleus und der Musculus plantaris (zusammen bilden sie den Musculus triceps surae). Zu den tiefen Flexoren gehören ein paar mehr: der Musculus popliteus, der Musculus tibialis posterior, der Musculus flexor digitorum longus und der Musculus flexor hallucis longus.

Alle diese sieben Muskeln befinden sich auf der Rückseite des Unterschenkels und führen bei Kontraktion zu einer Plantarflexion im oberen Sprunggelenk. Einige von ihnen unterstützen außerdem die Inversion und die Flexion der Zehen. Innerviert werden sie alle vom Nervus tibialis. Der Musculus gastrocnemius und der Musculus plantaris können den Unterschenkel darüber hinaus bei einer Kontraktion im Kniegelenk beugen. Das kommt daher, dass sie beide ihren Ursprung am Femur haben.

Um dir all diese Muskeln besser einprägen zu können, solltest du sie regelmäßig wiederholen. Fang doch direkt mit den folgenden Videos an und teste anschließend in unserem Quiz, ob du alles behalten hast.

Videotutorials

Knochen

Muskulatur Oberschenkel

Muskulatur Unterschenkel

Quizze

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Quellen anzeigen

Text, Übersetzung, Review:

  • Adrian Rad
  • Marc Mißmahl
  • Claudia Bednarek
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