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Musculus masseter

Inhalt

Verlauf und Versorgung

Der Musculus masseter ist ein dicker, rechteckiger Kaumuskel. Er besteht aus einem oberflächlichen (Pars superficialis) und tiefen Anteil (Pars profundus), die beide ihren Ursprung am Jochbogen (Arcus zygomaticus) haben. Der oberflächliche Teil setzt außen am Kieferwinkel an der Tuberositas masseterica an, der tiefe Teil dagegen zieht weiter dorsal zur Außenseite des Ramus mandibulae des Unterkiefers. An dieser Stelle kann der Muskel auf der Wangeninnenseite besonders gut palpiert werden. Zusätzlich strahlen Anteile der tiefen Fasern in die vordere Kapsel und den Diskus des Kierfergelenks ein. Auf der lateralen Seite des Masseters erstreckt sich die Ohrspeicheldrüse, dessen Ausführungsgang quer am Muskel unterhalb des Jochbogens entlang zieht. Wie alle Kaumuskeln wird auch der Masseter durch einen Ast des Nervus mandibularis innerviert (Nervus massetericus).

Kaumuskulatur
Videoempfehlung: Kaumuskulatur
Überblick über die Kaumuskeln.

Funktion

Der Masseter ist eines der vier Kaumuskeln des Menschen. Seine Kontraktion führt zu einer Hebung des Unterkiefers und somit einem kräftigen Kieferschluss (Adduktion). Die Kontraktion des oberen Anteils, der nach schräg vorne zieht, bewirkt zudem eine Bewegung des Unterkiefers nach vorne (Protrusion). Des Weiteren ist der Muskel an der Aufrechterhaltung der Spannung der Kiefergelenkskapsel beteiligt.

Pathologie

Im Rahmen einer Untersuchung der Hirnnerven wird der Masseterreflex überprüft. Dabei wird der Zeigefinger auf das Kinn des Patienten gelegt und mit dem Reflexhammer auf den Finger geschlagen. Beim gesunden Menschen führt die Dehnung des Masseters nun durch eine reflektorische Kontraktion des Muskels zu einer Hebung des Unterkiefers. Um bessere Ergebnisse zu erhalten ist es vorteilhaft, den Patienten zu bitten, vor der Untersuchung seinen Mund leicht zu öffnen und die Augen zu schließen. Ein pathologischer Masseterreflex kann auf eine Schädigung des Nervus trigeminus deuten. Ist dies eher unwahrscheinlich (z.B. bei intakter Sensibilität im Gesicht, seitengleich kräftigen Masseter etc.), spricht es für eine Läsion des Hirnstamms.

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Quellen:

  • D. Drenckhahn/J. Waschke: Taschenbuch Anatomie, 1. Auflage, Urban & Fischer Verlag/Elsevier (2008), S. 184-185
  • N. Schwenzer/M. Ehrenfeld: Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie, 4. Auflage, Thieme Verlag (2011), S. 25 B. Reichert: Anatomie in vivo, Thieme Verlag (2007), S. 235-236
  • A. Bumann/U. Lotzmann: Color atlas of dental medicine – TMJ disorders and orofacial pain, Thieme Verlag (2002), S. 35
  • P. Urban: Erkrankungen des Hirnstamms, Schattauer (2009), S. 63-37
  • C. Bischoff/R. Dengler/H. C. Hopf: Elektromyographie – Nervenleitungsuntersuchungen, 2. Auflage, Thieme Verlag (2008), S. 31-33

Autor:

  • Achudhan Karunaharamoorthy

Illustratoren: 

  • Musculus masseter - Yousun Koh 
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