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Die 12 Hirnnerven

Kennst du das auch, wenn jemand Hirnnerven erwähnt und du deine Augen bis zum Mittelhirn verdrehst? ;-) Wir wissen genau, dass die Hirnnerven unter Anatomiestudenten schon immer als ein herausforderndes Thema galten. Wir sind hier, um es dir leichter zu machen.

Die Anatomie der Hirnnerven ist für nahezu alle medizinischen Fachgebiete unverzichtbar, da sie so viele Körperfunktionen steuern, wie beispielsweise das Augenrollen, wenn du von etwas genervt bist. Beseitigen wir also das Vorurteil, dass die Hirnnerven schwer zu verstehen sind und lernen sie ein für alle Mal!
 

Anatomie

Als Hirnnerven werden im Allgemeinen Nerven gezählt, die direkt aus dem Gehirn entspringen und die Kopf- bzw. Halsregion versorgen. Ausnahmen bilden darunter die beiden ersten Hirnnerven, N. olfactorius (I) und N. opticus (II), welche direkte Ausstülpungen des Großhirns bzw. Zwischenhirns sind und nicht zu den peripheren Nerven gezählt werden können, sowie der XI. Hirnnerv, der N. accessorius, da er tatsächlich mit einer seiner beiden Nervenwurzeln (Radix spinales) ausgehend vom Rückenmark in die Peripherie zieht. Dennoch zählen die drei zu den insgesamt zwölf traditionell als Hirnnerven bezeichneten Nervensträngen.

Hirnnerven sind paarig angelegt und ihre numerische Reihenfolge (I-XII) ergibt sich aus der Reihenfolge ihres Austritts aus dem Schädel (rostral bis kaudal). Sie können sowohl somatomotorische, somatosensible, sensorische oder vegetative Fasern enthalten.

Die Hirnnerven versorgen Kopf und Hals sowohl sensorisch als auch motorisch und steuern zahlreiche Aktivitäten und Funktionen dieser Region. Nur der N. vagus erstreckt sich über den Hals hinaus nach kaudal, um auch die Eingeweide des Brust- und Bauchraums zu innervieren.

Die 12 Hirnnerven auf einen Blick
I N. olfactorius (Riechnerv)
II  N. opticus (Sehnerv)
III N. oculomotorius (Augenbewegungsnerv)
IV N. trochlearis (Abrollnerv)
V N. trigeminus (Drillingsnerv)
VI N. abducens (Abziehnerv)
VII N. facialis (Gesichtsnerv)
VIII N. vestibulocochlearis (Hör- und Gleichgewichtsnerv)
IX N. glossopharyngeus (Zungen-Rachen-Nerv)
X N. vagus (umherschweifender Nerv)
XI N. accessorius (hinzutretender Nerv)
XII N. hypoglossus (Unterzungenverv)
Eselsbrücke Onkel Otto orgelt tag-täglich aber freitags verspeist er gerne viele alte Hamburger.

Wir sind sicher, dass du beim Lesen von Lehrbüchern auf Begriffe wie afferent, efferent, gemischt, allgemein, viszeral, speziell, somatisch usw. gestoßen bist. Diese beziehen sich auf die verschiedenen Eigenschaften der Hirnnerven. Diese Begriffe stiften oft Verwirrung, also lass sie uns dir erklären, bevor du weiterliest.

Die Funktion eines Nervs besteht darin, sensorische und / oder motorische Informationen zwischen Körper und Gehirn zu vermitteln. Wenn die Signale vom Gehirn zur Peripherie gelangen, handelt es sich um einen efferenten (motorischen) Nerv. Wenn sie von der Peripherie zum Gehirn gehen, handelt es sich um einen afferenten (sensorischen) Nerv. Nerven, die sowohl efferent als auch afferent sind, werden als gemischte Nerven bezeichnet. Im Gegensatz zu Spinalnerven, die immer gemischt sind, können Hirnnerven rein motorisch, rein sensorisch oder gemischt sein.

Versuchen wir nun die Begriffe "speziell", "allgemein", "somatisch" und "viszeral" zu verstehen. Die Informationen werden als “speziell” eingestuft, wenn sie von unseren spezialisierten Sinnesorganen (Sehen, Riechen, Schmecken, Hören und Gleichgewicht) stammen, während “allgemein” als Beschreibung für Informationen dient, die von überall sonst kommen/nach überall sonst gehen. Die von einem Nerv übertragenen Informationen werden als “somatisch” bezeichnet, wenn sie von/zu der Haut und den Skelettmuskeln gelangen. Viszeral werden Informationen genannt, wenn sie von/zu unseren inneren Organen kommen/gehen.

Übersicht über die 12 Hirnnerven und ihre Funktion

Durch die Kombination dieser Kategorien können wir die funktionellen Komponenten eines Nervs definieren. Wenn beispielsweise die Nervenfasern ausschließlich spezielle sensorische Informationen enthalten, spricht man von einem speziellen afferenten Nerv. Wenn er andere Arten von sensorischen Informationen leitet, wie zum Beispiel Berührung, Druck, Schmerz, Temperatur, dann ist es ein allgemeiner afferenter Nerv. Wenn der Nerv Informationen zu glatten Muskeln, Herzmuskeln oder Drüsen überträgt, handelt es sich um einen viszeral efferenten Nerv. Wenn er Informationen auf die Haut oder den Skelettmuskel überträgt, handelt es sich um einen somatischen efferenten Nerv. Da der Begriff viszeral häufig als Synonym für das autonome Nervensystem gebraucht wird, ist zu beachten, dass allgemeine viszerale Nerven autonome Nervenfasern zu / von den Zielorganen befördern. Informationen über die Bewegung und Position (Propriozeption) von somatischen Strukturen wie Muskeln, Sehnen und Gelenken werden von allgemeinen somatischen afferenten Nerven übertragen. Zu beachten ist, dass es keine spezielle Klassifizierung der somatischen Efferenzen gibt.

Das klingt am Anfang alles ziemlich verwirrend. Aber keine Angst! Hier findest du ein Starterpaket für die Hirnnerven mit dem dir der Einstieg leicht gelingt!

Nervus olfactorius (I)

Der N. olfactorius besitzt spezielle viszerosensible Faserqualitäten. Er leitet Geruchsinformationen über die Fila olfactoria, feine Nervenfasern, welche sich in der Riechschleimhaut in der oberen Nasenmuschel befinden, weiter ins ZNS.

Dabei passieren die Fasern des Hirnnerven die Siebbeinzellen, durchziehen die Lamina cribrosa und enden im Bulbus olfactorius, wo der Hirnnerv verschaltet wird und über den Tractus olfactorius in die primäre Riechrinde des Kortex weitergeleitet wird.

Hier findest du alles, was du über den Riechnerv wissen musst:

Nervus opticus (II)

Die visuellen Informationen der Retina werden vom N. opticus über somatosensible Fasern weitergeleitet. Es handelt sich um gebündelte Axone der großen Ganglienzellen. Der N. opticus verläuft in der Orbita s-förmig (um sich selbst starken Augenbewegungen anpassen zu können) und verlässt diese durch den Canalis opticus.

Die Nervenfasern beider Augen kreuzen sich teilweise im Chiasma opticum. Von dort aus laufen die Nervenbahnen als Tractus opticus weiter zum Corpus geniculatum laterale, werden dort verschaltet und ziehen als Sehstrahlung zum occipitalen Cortex.

Möchtest du alles über den Sehnerv lernen? Dann sieh dir die Lernmaterialien an, die wir für dich vorbereitet haben.

Nervus oculomotorius (III)

Der N. oculomotorius entspringt aus zwei verschieden Kernarealen.

  • Ein motorisches Kerngebiet im Mesencephalon für die Innervation der Augenmuskeln (M. rectus superior, M. rectus inferior, M. rectus medialis, M. obliquus inferior) sowie den M. levator palpebrae.
  • Der Nucleus Edinger Westphal liegt dorsal der motorischen Kernareale und ist das parasympathische Zentrum des Hirnnervens.

Der N. oculomotorius verlässt den Hirnstamm, läuft durch die mittlere Schädelgrube und zieht durch die Fissura orbitalis superior in die Orbita. Dort verlassen ihn die parasymphatischen Fasern zum Ganglion ciliare. Postganglionäre Axone sorgen für die Innervation des M. sphincter pupillae.

Verfestige dein Wissen über den Nervus oculomotorius mit diesem Artikel, Videotutorial und Quiz.

Nervus trochlearis (IV)

Mit seinen rein motorischen Fasern sorgt der N. trochlearis als dünnster der zwölf Hirnnerven für die Innervation des M. obliquus superior und beteiligt sich somit an der Rotation des Auges nach lateral/caudal bei gleichzeitigem Einwärtsrollen.

Sein Ursprungskern, der Nucleus trochlearis, liegt im Mesencephalon. Der IV. Hirnnerv verlässt das Gehirn als einziger an der dorsalen Seite und verläuft lateral der Hirnschenkel, oberhalb des Pons nach ventral und tritt durch die Fissura orbitalis superior in die Orbita ein.

Hier findest du alles zur Anatomie des Nervus trochlearis:

Nervus trigeminus (V)

Der N. trigeminus tritt an der lateralen Seite des Hirnstamms auf Höhe des Pons aus. Er setzt sich aus sensiblen und motorischen Fasern zusammen und wird aus 4 Hirnnervenkernen gespeist. 

Die drei sensiblen Kerne sind an unterschiedlichen Orten des ZNS anzutreffen. Die dem Ncl. Spinalis (Medulla oblongata), Ncl. Principalis (Pons) und Ncl. mesencephalicus (Mesencephalon) entspringenden Fasern sind für die sensible Innervation der gesamten Gesichtshaut, der Mund- und Nasenschleimhaut sowie einem Großteil der Hirnhäute zuständig. Alle drei Nervenstränge laufen in einem großen sensiblen Ganglion, dem Ganglion trigeminale (Gasseri), zusammen und gabeln sich dann in die drei Hauptäste des N. trigeminus auf:

  • N. ophtalmicus (V1)
  • N. maxillaris (V2)
  • N. mandibularis (V3)
Eselsbrücke - Nervendurchtrittspunkte von N. maxillaris und N. mandibularis
Roter Max Der N. maxillaris tritt durch das Foramen rotundum.
Ovale Mandel Der N. mandibularis tritt durch das Foramen ovale.

Der N. mandibularis ist nicht vollständig sensibel. Er führt Nervenbahnen aus dem motorischen Kern (Ncl. motorius) des Mesencephalon mit sich und innerviert damit die Kaumuskulatur.

Um alles über den Trigeminus und seine Äste zu erfahren, empfehlen wir dir die folgenden Lernmaterialien:

Nervus abducens (VI)

Der N. abducens zählt zu den rein motorischen Hirnnerven. Er versorgt nur einen einzigen Muskel, den M. rectus lateralis, der bei der Okulomotorik für die Abduktion des Auges zuständig ist.Nach dem Verlassen des Hirnstammes, zwischen Pons und Pyramide, verläuft der aus den Ncl. nervi abducentis stammende Nerv nach ventral im Sinus cavernosus und tritt zusammen mit den III., IV. Hirnnerven und den drei Ästen des N. ophtalmicus durch die Fissura orbitalis superior in die Orbita ein.

Obwohl er als am wenigsten relevant erscheint, spielt der Nervus abducens eine sehr wichtige Rolle bei Augenbewegungen. Dafür brauchst du nur mal jemanden fragen, der schielt. Erfahre hier alles über diesen Nerv.
 

Nervus facialis (VII)

Der N. facialis erfüllt vielfältige Funktionen, von der Innervation der kompletten mimischen Muskulatur, über die sensible Versorgung der vorderen 2/3 der Zunge, wo die meisten Geschmacksknospen sitzen, bis hin zur Innervation der Tränendrüsen und der Gl. submandibularis und sublingualis, die für einen Großteil der Speichelproduktion verantwortlich sind.

Des Weiteren besitzt er durch die Innervation des M. stapedius eine regulierende Funktion bei der Schallleitung im Mittelohr.

Somit besitzt der N. facialis drei Faserqualitäten: 

  • viszeromotorische Fasern
  • speziell viszerosensible Fasern (Geschmacksfasern)
  • parasympathische Fasern (allgemein viszeromotorisch)

Entsprechend hat der VII. Hirnnerv drei Kernregionen:

Die viszeromotorischen Fasern entspringen aus dem Ncl. facialis und bilden den sog. Facialisanteil des Nervern. Der Facialisanteil verlässt den Hirnstamm zusammen mit dem Intermediusanteil im Kleinhirnbrückenwinkel. Der Intermediusanteil führt die speziell viszeromotorischen Fasern aus der Kerngruppe der Ncll. Tractus solitarii und die parasympathischen Nervenstränge aus dem Ncl. salivatorius superior mit sich.

Im Verlauf tritt der N. facialis zusammen mit dem VIII. Hirnnerven (N. vestibulocochlearis) durch den Porus acusticus internus in den inneren Gehörgang ein. Im Innenohr mündet der Nerv jedoch in den Canalis facialis und bildet im Felsenbein einen fast rechtwinkligen Knick nach hinten, der als äußeres Facialisknie bezeichnet wird.

Der N. facialis verlässt das Felsenbein an der Schädelbasis durch das Foramen stylomastoideum. Bereits im Felsenbein haben die parasymphatisch sekretorischen Fasern und die Geschmacksfasern den Hauptnervenstrang als N. petrosus major und Chorda tympani verlassen, um zu ihren jeweiligen Erfolgsorganen zu ziehen. Der motorische Anteil zieht nach Austreten aus dem Foramen stylomastoideum durch die Parotis zur mimischen Muskulatur.

Auch wenn er dir wie eine unendliche Geschichte erscheinen mag, ist der Fazialis gar nicht so schwer zu lernen, wenn du eine gute Vorgehensweise hast. Wir bieten dir eine mit unserem Artikel und dem dazugehörigen Quiz.

Nervus vestibulocochlearis (VIII)

Als VIII. Hirnnerv verlässt der N. vestibulochochlearis den Hirnstamm im Kleinhirnbrückenwinkel. Seinen Kernen (Ncl. vestibularis und cochlearis), die in dem Pons angesiedelt sind, entspringen spezielle Fasern für die Sinneswahrnehmung. Nachdem der Nerv zusammen mit dem N. facialis in den inneren Gehörgang eingetreten ist, spaltet sich dieser in den N. vestibularis und den N. cochlearis auf.

  • Der N. vestibularis versorgt die Bogengänge, den Sacculus und Utriculus und besitzt somit die Hauptverantwortung für Wahrnehmung der Körperlage.
  • Für die Weiterleitung der akustischen Reize von der Cochlea ins Gehirn ist der N. cochlearis verantwortlich, welcher sich vom VII. Hirnnerven bereits im Meatus acusticus internus abspaltet und allein durch das Schläfenbein zu seinem Endorgan zieht.

Meistere die Anatomie des Nervus vestibulocochlearis mit unserem ausführlichen Artikel und dem spannenden Quiz.

Nervus glossopharyngeus (IX)

Er ist ein komplexer Hirnnerv, mit vier verschieden Faserqualitäten und somit vier verschieden Kernarealen.

  • speziell-viszeromotorisch (Ncl. ambigius)
  • allgemein-viszeromotorisch (Ncl. salivatorius inferior)
  • allgemein-somatosensibel (Ncl. spinalis n. trigemini)
  • allgemein- und speziell-viszerosensibel (Ncll. Tractus solitarii).

Der N. glossopharyngeus tritt aus dem Hirnstamm unterhalb des Pons aus und verlässt die hintere Schädelgrube durch das Foramen jugulare und bildet dort zwei Ganglien, das Ggl. superius (rein sensibel) und das Ggl. inferius (sensibel + parasympathisch).

Seine Endäste ziehen weiter zum hinteren Drittel der Zunge (Geschmacksfasern), zur Pharynxmuskulatur sowie zur Pharynxschleimhaut. Des Weiteren innerviert er die Glandula parotis, welche für 25% der Speichelproduktion verantwortlich ist. Auch an der sensiblen Innervation der Tuba auditiva und dem Mittelohr ist der N. glossopharyngeus beteiligt.Mit den allgemein- viszerosensiblen Anteilen ist er außerdem für die Blutdruckregulation und die pO2 und pCO2 Messung im Blut mitverantwortlich, da er Informationen vom Glomus caroticum und Sinus caroticus ins ZNS weiterleitet.

Vertiefe dein Wissen über den Nervus glossopharyngeus mit diesen Lernmaterialien von Kenhub:

Nervus vagus (X)

Der Vagus ist der größte parasymphatische Nerv des Körpers. Er besitzt außerdem das weitreichendste Innervationsgebiet aller Hirnnerven, da er als einziger viszerosensible Informationen aus dem Brust- und Bauchraum erhält.

Durch seine speziell- und allgemein – viszeromotorischen Fasern und den allgemein- somatosensiblen Anteilen ähnelt er, im Kopf- Halsbereich, mit seinem Innervationsmuster sehr dem N. glossopharyngeus. Er versorgt die Kehlkopf- und Schlundmuskulatur sowie die Schleimhaut in diesem Bereich. Außerdem erreichen ihn sensible Informationen des äußeren Gehörgangs und der hinteren Ohrmuschel.

Der N. vagus verlässt den Hirnstamm lateral hinter der Olive und tritt durch das Foramen jugulare aus dem Schädel aus. Sein Hauptstrang zieht mit im Gefäßnervenstrang der A. carotis interna und V. jugularis interna nach kaudal in den Thorax. Dort vereinigen sich rechter und linker Vagus zum Plexus oesophageus und ziehen gemeinsam durch den Hiatus oesophageus weiter ins Abdomen.

Im Thorax gibt der Vagus einen wichtigen Ast für die Innervation des Kehlkopfes ab, den N. laryngeus recurrens. Links schlingt sich der Recurrens um den Aortenbogen und zieht zurück nach cranial zum Kehlkopf. Auf der rechten Körperseite läuft er unter der A. subclavia zurück zum Larynx.

Der Vagusnerv wird häufig in Anatomietestaten abgefragt. Nutze unsere Inhalte, um dich bestens darauf vorzubereiten!

Nervus accessorius (XI)

Der N. accessorius kann nur bedingt zu den Hirnnerven gezählt werden, da er zum Teil aus Fasern, die dem Spinalmark entspringen (Radix spinalis n. accessorius; C3-C5), gespeist wird. Die Radix cranialis hingegen hat ihr Kerngebiet (Ncl. ambiguus) in der Medulla oblongata.

Nachdem die Fasern der spinalen Anteile durch das Foramen magnum in die Schädelhöhle gezogen sind, vereinigen sie sich mit der Radix cranialis und dem N. vagus und verlassen zusammen mit dem N. glossopharyngeus die hintere Schädelgrube durch das Foramen jugulare.

Im Halsbereich innerviert der N. accessorius den M. sternocleidomastoideus und endet breit gefächert von unten her am M. trapezius. Diese beiden Muskeln sorgen zum Einen für die Drehung und Neigung des Kopfes (M. sternocleidomastoideus) und zum Anderen für die Fixierung der Scapula und die Elevation des Armes über die Horizontale (M. trapezius).

Eselsbrücke
Hirnnerven, die durch das Foramen jugulare ziehen
Vag ju! N. vagus, N, accessorius, N. glossopharyngeus

Erfahre mehr über den Nervus accessorius mit dem Lehrmaterial von Kenhub!

Nervus hypoglossus (XII)

Der XII. Hirnnerv entspringt aus dem Ncl. n. hypoglossi und verlässt die Medulla oblongata vor der Olive. In seinem relativ kurzen Verlauf, zieht der rein somatomotorische Nerv durch den Canalis n. hypoglossi an die Unterseite der Schädelbasis.

Er verläuft ein Stück mit dem N. vagus entlang der A. carotis interna und V. jugularis interna, verlässt aber bald darauf den Halsnervenstrang in Richtung Zungengrund. Mit seinen Endästen versorgt er die gesamte Zungenmuskulatur.

Meistere die Anatomie des Nervus hypoglossus mit unserem Artikel und dem Quiz!

Funktionen

Abschließend haben wir die Hauptfunktionen der einzelnen Hirnnerven nochmal für Euch zusammengefasst:

  • Nervus olfactorius: Leitet Geruchsinformationen über die Fila olfactoria weiter ins ZNS.
  • Nervus opticus:  Leitet die visuellen Informationen der Retina über somatosensible Fasern zum Gehirn.
  • Nervus oculomotorius: Innervation mehrerer Augenmuskeln und parasympathische Innervation.
  • Nervus trochlearis: Innervation des Musculus obliquus superior.
  • Nervus trigeminus: Innervation der Gesichtshaut, Mund- und Nasenschleimhaut, Meningen und der Kaumuskulatur.
  • Nervus abducens: Innervation des Musculus rectus lateralis.
  • Nervus facialis: Mimische Muskulatur, vordere 2/3 der Zunge, Tränendrüse, Teil der Speicheldrüsen.
  • Nervus vestibulocochlearis: Sinneswahrnehmung von Gleichgewicht, Lage und Gehör.
  • Nervus glossopharyngeus: Hinteres Drittel der Zunge, Pharynxmuskulatur, Parotis, vegetative Aspekte (Blutdruckregulation, pO2).
  • Nervus vagus: Parasympathische Innervation der Organe, Kehlkopf- und Schlundmuskulatur.
  • Nervus accessorius: Innervation der Musculi trapezius und sternocleidomastoideus.
  • Nervus hypoglossus: Innervation der Zungenmuskulatur.

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Quellen anzeigen

Quellen:

  • Trepel M.: Neuroanatomie Struktur und Funktion, 5. Auflage, Urban & Fischer Verlag, München 2011
  • Michels/Neumann: Kurzlehrbuch Anatomie, 1. Auflage, Urban & Fischer Verlag, 2007
  • Gertz DS: Basiswissen Neuroanatomie: Leicht verständlich, knapp, klinikbezogen, 4. Auflage, Thieme Verlag Stuttgart, 2003
  • Whitaker/Borley: Anatomiekompass: Taschenatlas der anatomischen Leitungsbahnen, 2. Auflage, Thieme Verlag Stuttgart, 2003
  • Samandari/Reißig: Funktionelle Anatomie der Hirnnerven und des vegetativen Nervensystems, 2. Auflage, Gruyter Verlag, 1993

Foto 1: Flickr / Double--M

Foto 2: Flickr / Double--M

Autor: Markus Drechsler, Christopher A. Becker

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