Nervi supraclaviculares
Die Nervi supraclaviculares mediales, intermedii und laterales (Überschlüsselbeinnerven) sind sensible Endäste des Plexus cervicalis (Halsnervengeflecht), die aus den Rami ventrales der Segmente C3 und C4 entspringen. Sie innervieren die Haut der oberen Thoraxregion und der Schulter.
Verlauf
Die Nn. supraclaviculares treten am Punctum nervosum, der auch als Erb-Punkt bezeichnet wird, von den tiefen in die oberflächlichen Schichten des Halses, um hier die Haut zu innervieren. Dieser Punkt ist etwa 2 bis 3 cm kranial der Clavicula (Schlüsselbein) an der Hinterkante des M. sternocleidomastoideus (Kopfwender) lokalisiert.
Neben den Nn. supraclaviculares treten dort auch die anderen sensiblen Endäste des Plexus cervicalis, der N. occipitalis minor (kleiner Hinterhauptnerv), der N. auricularis magnus (großer Ohrnerv) sowie der N. transversus colli (querverlaufender Halsnerv), aus.
Vom Punctum nervosum aus spalten sich die Nn. supraclaviculares fächerförmig in die Nn. supraclaviculares mediales, intermedii und laterales auf. Diese verlaufen weiter zu ihren jeweiligen Zielregionen.
Funktion
Die Nn. supraclaviculares mediales, intermedii und laterales sind rein sensible Nerven, die die Haut im kranialen Thoraxbereich, die Haut über der Clavicula und der Schulter versorgen.
Klinik
Eine Läsion der Nn. supraclaviculares kann im Rahmen von anästhesistischen Nervenblockaden des Plexus cervicalis am Punctum nervosum verursacht werden. Zur Vermeidung derartiger Komplikationen wird die Injektion zur Blockade des Plexus cervicalis subkutan an der Hinterkante des M. semispinalis capitis (Halbdornmuskel des Kopfes) vorgenommen.
Alternativ kann eine vergleichbare Verletzung auch bei Frakturen der Clavicula entstehen. Klinisch zeigen sich Sensibilitätsverluste in Schulter und oberem Thorax oder Schmerzen. Oftmals kommt es zu einer spontanen Remission der verletzten Struktur, andernfalls kann eine operative Neurolyse oder Reparatur vorgenommen werden.