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Clavicula (Schlüsselbein)

Die Clavicula (Schlüsselbein) ist ein paariger, S-förmig gebogener Röhrenknochen des Schultergürtels und vorderen Rumpfes.

Wichtigste Fakten zur Clavicula
Form s - förmig, platt, dreieckig
Ränder 3 Stück: Margo medialis, superior und lateralis
Ecken 3 Stück: Angulus superior, inferior und lateralis
Gelenkbeteiligung Articulatio sternoclavicularisArticulatio acromioclavicularis
Bänder

Ligg. sternoclavicularia anterius und posteriusLig. interclaviculare, Lig. costoclaviculare

Lig. coracoclaviculare, Lig. coracoacromiale

Aufbau

Die Clavicula artikuliert medial mit dem Sternum (Brustbein) und lateral mit der Scapula (Schulterblatt), mit denen sie das Sternoklavikulargelenk bzw. das Schulterdach bildet. 

Die beiden Enden der Clavicula sind:

  • mediales Ende: Extremitas sternalis (dem Sternum zugewandt)
  • laterales Ende: Extremitas acromialis (der Scapula zugewandt)

Beide Enden besitzen jeweils eine Gelenkfläche (Facies articularis sternalis und acromialis). Zwischen ihnen liegt der schlanke, 12-15 cm lange Schaft (Corpus claviculae) mit einem medial konvexen und lateral konkaven Bogen nach ventral.

An der Unterseite des Schafts befindet sich lateral eine Mulde (Sulcus musculi subclavii), in der der Musculus subclavius inseriert und in der Regel das Foramen nutricium des Knochens liegt. An der Extremitas acromialis befinden sich ein Höckerchen (Tuberculum conoideum) sowie eine Knochenleiste (Linea trapezoidea), an denen die gleichnamigen Bänder ansetzen.  An der medialen Unterseite kommt es durch den Zug des Ligamentum costoclaviculare zu einer Vertiefung (Impressio ligamenti costoclavicularis).

Gelenkbeteiligung und Bänder

Die Clavicula ist Bestandteil der Articulatio sternoclavicularis sowie der Articulatio acromioclavicularis.

Articulatio sternoclavicularis

Die Articulatio sternoclavicularis (Sternoklavikulargelenk) stellt die einzige echte gelenkige Verbindung zwischen Rumpf und Schultergürtel dar.

Articulatio sternoclavicularis / Brustbein-Schlüsselbein-Gelenk (ventrale Ansicht)

Dieses Sattelgelenk besteht aus folgenden Anteilen:

  • Incisura clavicularis des Sternums als Gelenkpfanne

  • Facies articularis sternalis der Clavicula als Gelenksattel

Innerhalb des Gelenkes ist die Bewegung der Clavicula in allen drei Ebenen, wie bei einem Kugelgelenk, möglich. Zwischen beiden Gelenkflächen liegt ein aus Faserknorpel bestehender Discus articularis, der die Inkongruenz der Gelenkkörper ausgleicht.

Bänder der Articulatio sternoclavicularis

Ventral und dorsal verstärken die Ligg. sternoclavicularia anterius und posterius die Gelenkkapsel. Zusätzlich wird sie durch das Lig. interclaviculare kranial gestützt, welches die sternalen Enden beider Claviculae miteinander verbindet. Das extrakapsuläre Lig. costoclaviculare zieht von der Unterseite der Clavicula zur ersten Rippe und fixiert sie so am Thorax.

Articulatio acromioclavicularis

Die Articulatio acromioclavicularis (Schultereckgelenk, Akromioklavikulargelenk) ist die Verbindung zwischen der Facies articularis acromialis der Clavicula und Facies articularis clavicularis des Acromions. Ihre beiden nahezu planen Gelenkflächen sind durch einen meist unvollständigen Discus articularis voneinander getrennt. Das Gelenk ist zwar plan, kann sich jedoch mit Hilfe des Sternoklavikulargelenks wie ein Kugelgelenk bewegen.

Articulatio acromioclavicularis / Schultereckgelenk (ventrale Ansicht)

Bänder der Articulatio acromioclavicularis

Die schwache Gelenkkapsel wird v.a. durch zwei extraartikuläre Bänder unterstützt:

  • Lig. coracoclaviculare: zieht vom Processus coracoideus der Scapula zur Unterseite der Clavicula. Es setzt sich aus dem lateralen Lig. trapezoideum und dem medialen Lig. conoideum zusammen.
  • Lig. coracoacromiale: spannt sich zwischen Acromion und Proc. coracoideus

Zwischen diesen beiden Bändern befindet sich ein kleiner Schleimbeutel (Bursa lig. coracoclavicularis).

Embryologie

Die Clavicula gehört zu den sich am frühesten entwickelnden Knochen; ihre Diaphyse verknöchert bereits in der 6. bis 7. Embryonalwoche. Die Epiphysen weisen dagegen erst sehr viel später im Alter von 16 bis 18 Jahren einen Knochenkern auf. Die Epiphysenfugen schließen sich als die letzten des Körpers zwischen dem 20. bis 25. Lebensjahr.

Als einziger Knochen außerhalb des Schädels entsteht der Schaft der Clavicula durch desmale Ossifikation, d.h. sie wird direkt von Bindegewebe in Knochen umgewandelt. Lediglich die gelenkbildenden Enden, die für das Längenwachstum verantwortlich sind, verknöchern indirekt über hyalinem Knorpel (chondrale Ossifikation)

Oberflächenanatomie

Die Clavicula und besonders ihre stark verdickte Extremitas sternalis treten normalerweise deutlich unter der Haut hervor und sind auch bei adipösen Menschen gut zu tasten. Dabei lassen sich ihre zwei Kurven (konkav im lateralen Drittel und konvex im medialen zwei Drittel) problemlos mit dem Finger entlangfahren. Am Unterrand spürt man deutlich den M. pectoralis major und am medialen Ende den Ursprung des M. sternocleidomastoideus.

Oberflächlich bildet die Clavicula die Trennlinie zwischen der Vertiefung in der kranialen Schulterregion (Fossa supraclavicularis) und der kranialen Brustregion (Regio infraclavicularis).

Fossa supraclavicularis / obere Schlüsselbeingrube (ventrale Ansicht)

Klinik

Bei der seltenen Erbkrankheit Dysostosis cleidocranialis kommt es zu einer Verzögerung oder einem vollständigen Ausbleiben der desmalen Ossifikation. Ursache dieser Knochenerkrankung ist eine Mutation eines Gens auf Chromosom 6 (p21), welches für die Differenzierung der Osteoblasten und den Knochenaufbau eine Rolle spielt. Betroffen sind dabei die Schädelknochen, Claviculae, Becken, Wirbeln, Finger und Zehen. Typisch für das Krankheitsbild sind fehlende oder nur rudimentär angelegte Claviculae, sodass die Schultern nach vorne fallen und oftmals durch die abnormale Beweglichkeit des Schultergürtels beide Schultergelenke vor dem Sternum zusammengelegt werden können.

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Quellen anzeigen

Quellen:

  • T. H. Schiebler, W. Schmidt: Anatomie, 5. Auflage, Springer Verlag (2013), S. 263
  • G. Aumüller, G. Aust, A. Doll et al.: Duale Reihe Anatomie, 3. Auflage, Georg Thieme Verlag (2014), S. 439-443
  • N. Schwenzer, M. Ehrenfeld: Spezielle Chirurgie- 41 Tabellen, 3. Auflage, Georg Thieme Verlag (2002), S. 186
  • J. Fanghänel, F. Pera, F. Anderhuber et al.: Waldeyer Anatomie des Menschen, 17. Auflage, Walter de Gruyter GmbH & Co. KG (2003), S. 783

Autor:

  • Laura Jung

Illustratoren: 

  • Articulatio sternoclavicularis / Brustbein-Schlüsselbein-Gelenk - ventrale Ansicht - Yousun Koh
  • Articulatio acromioclavicularis / Schultereckgelenk - ventrale Ansicht - Yousun Koh
  • Fossa supraclavicularis / Obere Schlüsselbeingrube - ventrale Ansicht - Irina Münstermann
© Sofern nicht anders angegeben, sind alle Inhalte, inklusive der Illustrationen, ausschließliches Eigentum der kenHub GmbH. Sie sind durch deutsches und internationales Urheberrecht geschützt. Alle Rechte vorbehalten.

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