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Os trapezium (Großes Vieleckbein)

Das Os trapezium (großes Vieleckbein) ist ein Knochen der Handwurzel. Es ist der am weitesten radial gelegene Knochen der distalen Handwurzelreihe und grenzt nach ulnar an das Os trapezoideum und proximal an das Os scaphoideum. Seinen Namen verdankt es seiner Form.

Aufbau

Wie alle Handwurzelknochen (Ossa carpi) besitzt das Os trapezium sechs Gelenkflächen:

  • Eine dorsale und eine palmare Fläche, welche einen Knochenvorsprung (Tuberculum ossis trapezii) besitzt. An diesem Vorsprung läuft die Sehne des M. flexor carpi radialis Richtung seiner Ansatzpunkte, den Ossa metacarpi II und III.
  • Eine konkave mediale und eine große laterale Fläche.
  • Eine konkave proximale und distal eine große sattelförmige Fläche (für das Daumengrundgelenk) und eine kleinere distale Gelenkfläche (für die Basis des Os metacarpale II).

Os trapezium - ventral


Gelenkbeteiligung und Bänder

Zum einen artikuliert das Os trapezium mit dem ihm benachbarten Os trapezoideum und proximal mit dem Os scaphoideum im distalen Handgelenk (Art. mediocarpalis).

Dieses Gelenk befindet sich zwischen proximaler und distaler Reihe der Handwurzelknochen und besitzt stark verzahnte Gelenkflächen. Es wirkt funktionell gemeinsam mit dem proximalen Handgelenk und trägt vor allem zur Dorsalextension der Hand bei. Das Os trapezium bewegt sich bei Radialabduktion der Hand wie das benachbarte Os trapezoideum nach proximal. Das Os scaphoideum, welches dabei nach proximal gedrückt wird, weicht deswegen nach palmar aus. Um diese Bewegung auszugleichen  ist eine leichte Dorsalbewegung der Ossa trapezium und trapezoideum notwendig.

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Knöcherne Strukturen und Bänder der Hand und des Handgelenks.


Zum anderen besitzt das Os trapezium im Daumensattelgelenk (Art. carpometacarpalis pollicis) eine Verbindung mit dem proximalen Os metacarpale I. Den “Sattel” dieses Gelenks bildet die distale Fläche des Os trapezium, der “Reiter” ist das Os metacarpale I. Im Vergleich mit den Karpometakarpalgelenken (Artt. karpometakarpales) II bis V stellt das Daumensattelgelenk eine Besonderheit dar, da es frei beweglich ist. Die Ligg. trapeziometacarpale palmare und dorsale, stabilisieren die Gelenkkapsel. Sie befinden sich dorsal-, palmar- und radialseitig. Das Lig. trapeziometacarpale palmare (Schlüsselband) ist dabei das wichtigste Band und begrenzt die Abduktion des Daumens.

Daumensattelgelenk - ventral


Das dritte Gelenk des Os trapezium ist das ebenfalls distal gelegene zweite Karpometakarpalgelenk, welches durch die Ossa trapezoideum und capitatum und der Basis des Os metacarpale II gebildet wird.

Ein wichtiges Band ist das Lig. carpi transversum (Retinaculum flexorum), unter welchem sich der Karpalkanal mit neun Sehnenscheiden und dem N. medianus befindet. Das palmare Tuberculum ossis trapezii und das Tuberculum ossis scaphoidei (zusammen auch Eminentia radialis genannt) sind der radiale Ausgangspunkt des Lig. carpi transversum.

Karpalband (Retinaculum flexorum)


Das Lig. scaphotrapezium befindet sich zwischen den Ossa scaphoideum und trapezium. Es ermöglicht das Gleiten des Os trapezium auf dem Os scaphoideum bei Radialabduktion der Hand.

Das interossäre Lig. trapeziotrapezoideum verbindet das Os trapezium mit dem benachbarten Os trapezoideum.

Entwicklung

Die Osteogenese des Os trapezium ist chondral, d.h. es wird zunächst Knorpelmatrix synthetisiert, welche dann zu Knochenmaterial umgewandelt wird. Ursprungsort der chondralen Ossifikation sind unter anderem die sogenannten Knochenkerne. Der Knochenkern des Os trapezium bildet sich mit großer Variabilität zwischen 3. und 8. Lebensjahr aus. Die acht Handwurzelknochen sind mit Erreichen des 9. Lebensjahres verknöchert.
 

Klinik

Frakturen des Os trapezium sind mit 3-5% Anteil aller Frakturen der Handwurzelknochen eher selten. Sie entstehen entweder durch direkte Gewalteinwirkung oder indirekt durch Stauchung des Daumens oder des zweiten Fingers. Assoziierte Begleitverletzungen (radiokarpale Frakturen oder Fingerfrakturen) müssen ausgeschlossen werden. Diagnostisch ist die Fraktur des Os trapezium herausfordernd, da nicht selten zwischen Klinik und Röntgenaufnahme Diskrepanzen bestehen. Nichtdislozierte Frakturen und Frakturen des Tuberculum ossis trapezii können in Röntgenaufnahmen leicht übersehen werden, sodass häufig CT- oder knochenszintigraphische Untersuchungen zum Einsatz kommen müssen. Sie werden konservativ mit Ruhigstellung des Handgelenks therapiert. Dislozierte Frakturen hingegen erfordern eine handchirurgische Reposition und Fixierung der Knochenfragmente.

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Quellen

  • F. Paulsen, J. Waschke: Sobotta: Allgemeine Anatomie und Bewegungsapparat, 23. Auflage, Elsevier (2010), S. 16, 142
  • G. Aumüller, G. Aust, A. Doll et al.: Duale Reihe Anatomie, 2. Auflage, Georg Thieme Verlag (2010), S. 430, 433, 436-439, 456, 458
  • M. Schünke, E. Schulte, U. Schumacher et al.: Prometheus. Allgemeine Anatomie und Bewegungssystem, 4. Auflage, Georg Thieme Verlag (2014), S. 256, 257

Text, Review, Layout:

  • Tobias Schreiber
  • Marie Hohensee

Illustration:

  •   Os trapezium - ventral - Yousun Koh
  •   Daumensattelgelenk - ventral - Yousun Koh
  •   Karpalband (Retinaculum flexorum) - Yousun Koh
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