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Paläokortex

Der Paläokortex ist der phylogenetisch älteste Teil des Endhirns und besteht ganz überwiegend aus Strukturen des Riechhirns.

Anders als der entwicklungsgeschichtlich deutlich jüngere Neokortex besitzt er einen einfachen histologischen Aufbau und bildet gemeinsam mit dem Archikortex den Allokortex.

Phylogenetik und Anteile

Bei primitiven Säugetieren bilden Strukturen des Riechsystems einen großen Teil des Endhirns, da die Nahrungssuche und die Paarung vornehmlich vom Geruchssinn abhängig sind.

Der Mensch als audio-visuelles Säugetier besitzt hingegen nur einen rudimentären und eingeschränkten Geruchssinn. Die starke Ausprägung des Neokortex hat den Paläokortex in die Tiefe verdrängt, wo er nur einen sehr kleinen Teil der Hirnbasis ausmacht.

Cortex cerebri - Histologie

Zu seinen Bestandteilen gehören:

  • Bulbus olfactorius
  • Ncl. olfactorius anterior
  • Kortex piriformis
  • Gyrus paraterminalis
  • Substantia perforata anterior
  • Gyri semilunaris und ambiens

Außerdem wird der für die Verarbeitung von Geruchsreizen zuständige Teil der Amygdala dem Paläokortex zugerechnet.

In der Substantia perforata anterior befindet sich ein ausgedehntes Areal grauer Substanz, die Substantia innominata. Diese enthält eine Gruppe großer cholinerger Neurone, von denen der Ncl. basalis Meynert die größte ist. Efferenzen aus diesem Bereich ziehen unter anderem zu isokortikalen Arealen und der Amygdala.

Afferenzen erhält der Ncl. basalis Meynert aus der Amygdala (glutamaterg), dem Ncl. accumbens (GABAerg), dem Hypothalamus und anderen Strukturen.

Amygdala (Mandelkern) - medial

Neben dem Ncl. basalis Meynert finden sich cholinerge Neurone in großer Zahl in den Ncll. medialis septi und den Ncll. striae diagonalis, die als Mediales-Septum / Diagonales-Band-Komplex (MSDB) zusammengefasst werden.

Substantia innominata und MSDB bilden den magnozellulären basalen Vorderhirnkomplex (MBVK).

Histologie

Histologisch lässt sich die Hirnrinde (Cortex cerebri) in Allokortex (Paläokortex und Archikortex) und Neokortex (Isokortex) teilen.

Beim Allokortex handelt es sich um entwicklungsgeschichtlich ältere Areale der Hirnrinde, die 3 bis 5 Schichten aufweisen. In den verschiedenen allokortikalen Arealen schwankt die Anzahl der Schichten.

Cortex cerebri - axial

Dem gegenüber steht der phylogenetisch jüngere Neokortex, der fast durchgängig aus 6 Schichten besteht.

Eine Sonderstellung nimmt die Insula ein, denn sie bildet eine Übergangszone zwischen Paläo- und Neokortex.

Funktion

Die Strukturen des Paläokortex besitzen maßgeblich zwei Funktionen: Die Funktion des Geruchssinns und die, vom MBVK ausgehende, cholinerge Innervation der gesamten Hirnrinde.

Insbesondere der Ncl. basalis Meynert wird vom Ncl. suprachiasmaticus und vom aufsteigenden retikulären aktivierenden System (ARAS) angesteuert.

Videoempfehlung: Nervus olfactorius (en)
Verlauf des Nervus olfactorius von links im parasagittalen Schnitt.

Der Ncl. suprachiasmaticus ist Teil des Wach-Schlaf-Systems und erhält von der Retina Informationen über den Wachzustand. Diese Informationen werden an den Ncl. basalis Meynert weitergeleitet und können so zur Erhöhung der Aktivität des Individuums durch cholinerge Innervation zahlreicher kortikaler Areale führen („Aktivierung“).

Die Zuflüsse aus dem ARAS bewirken das Gleiche. Das ARAS wiederum wird vor allem durch subkortikale und spinale Ansteuerung moduliert und zur Aktivität angeregt.

Klinik

Im Rahmen eines Morbus Alzheimer kommt es zur Degeneration und zum Untergang dopaminerger Neurone. Ein Teil der verringerten Gesamtaktivität des Betroffenen bei dieser Erkrankung geht jedoch auf den Untergang cholinerger Neurone zurück, welche praktisch auch immer betroffen sind.

Bei verschiedenen Erkrankungen, v.a. allergischer Genese, kommen Antihistaminika zum Einsatz. Insbesondere die Präparate der ersten Generation führen sehr häufig zu Müdigkeit und Antriebsarmut.

Dies ist dadurch zu erklären, dass Histamin einer der wichtigsten Neurotransmitter des ARAS ist. Eine verringerte histaminerge Aktivität des ARAS führt zu einer reduzierten Ansteuerung des Ncl. basalis Meynert und damit zu einem absinkenden Aceytlcholinspiegel im gesamten Telencephalon. Dadurch kommt es zu Abgeschlagenheit und Müdigkeit sowie Antriebsarmut.

Der Effekt ist in Präparaten der neueren Generationen geringer.

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Quellen anzeigen

Quellen:

  • W. Kahle, M. Frotscher: Nervensystem und Sinnesorgane – Taschenatlas Anatomie, 10. Auflage, Thieme (2009), S. 226
  • D. Drenckhahn, A. Benninghoff: Anatomie, 16. Auflage, Elsevier (2004), S. 513 ff.
  • M. Schünke, E. Schulte, U. Schumacher et al.: Kopf, Hals und Neuroanatomie – Prometheus, 2. Auflage, Thieme (2009), S. 444

Text, Review, Layout:

  • Andreas Rheinländer
  • Marie Hohensee

Illustration:

  • Cortex cerebri - Histologie
  • Amygdala (Mandelkern) - medial - Paul Kim
  • Cortex cerebri - axial - Paul Kim
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