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”Ich kann ernsthaft behaupten, dass Kenhub meine Lernzeit halbiert hat.” – Mehr lesen. Kim Bengochea Kim Bengochea, Regis University, Denver

Zelltypen des menschlichen Körpers

Es gibt mehr als 200 verschiedene Zelltypen im menschlichen Körper, von denen jeder darauf spezialisiert ist, eine bestimmte Funktion zu erfüllen oder ein spezialisiertes Gewebe zu bilden. Die wichtigsten Zelltypen im menschlichen Körper sind:

  • Stammzellen
  • Rote Blutzellen (Erythrozyten)
  • Weiße Blutzellen (Leukozyten)
  • Blutplättchen (Thrombozyten)
  • Nervenzellen (Neurone)
  • Gliazellen
  • Muskelzellen (Myozyten)
  • Knorpelzellen (Chondrozyten)
  • Knochenzellen
  • Hautzellen
  • Endothelzellen
  • Epithelzellen
  • Fettzellen (Adipozyten)
  • Keimzellen (Gameten)

Stammzellen

Vor der Spezialisierung bezeichnet man Zellen als Stammzellen. Das einzigartige Merkmal dieser Stammzellen ist ihre Pluripotenz - sie können sich zu jedem Zelltyp des Körpers entwickeln. Diese unglaublichen Zellen sind die Vorfahren von allen Zellen des Körpers, von der einfachen Hautzelle bis zur komplexen Nervenzelle. Ohne diese ursprünglichen Stammzellen wären wir als menschliche Wesen nicht so komplex und funktional.

Zellmembran

Darüber hinaus besitzen diese „magischen“ Zellen sogar die Fähigkeit sich in gesunde Zellen zu vermehren, um die Regeneration nach bestimmten pathologischen Zuständen zu beschleunigen. Dieser Vorgang, der es Stammzellen ermöglicht sich in jede Zellart umzuwandeln, wird Zelldifferenzierung genannt. Kontrolliert wird er durch eine Kombination aus internen genetischen und externen Faktoren, wie z.B. chemischen Substanzen und physikalischen Kontakt mit anderen Zellen. Stammzellen behalten über lange Zeit die Fähigkeit sich zu teilen.

Es gibt zwei Typen von Stammzellen: embryonale und adulte Stammzellen. Embryonale Stammzellen stammen von Embryonen. Sie werden aus befruchteten Eizellen gewonnen und können in der Forschung verwendet werden. Adulte (oder somatische) Stammzellen kommen im gesamten menschlichen Körper vor. Sie sind zur Reparatur und Erhaltung spezialisierter Gewebe da.

Videoempfehlung: Zell- und Gewebearten
Übersicht über die Hauptzellbestandteile und Gewebe.

Weil Stammzellen unspezialisiert sind, ähneln sie anatomisch einfachen Zellen. Sie haben eine Zellmembran, die das Zytoplasma umgibt. Das Zytoplasma enthält einen Zellkern, Mitochondrien, Ribosomen, ein endoplasmatisches Retikulum, einen Golgi-Apparat, Lysosomen und Zentriolen. Der Zellkern enthält DNA und RNA, die exprimiert werden, sobald die Zelldifferenzierung stattfindet.

Rote Blutzellen

Rote Blutzellen (Erythrozyten) sind der am häufigsten vorkommende Blutzelltyp. Sie haben die Form einer bikonkaven Scheibe, einen Durchmesser von ca. 6 bis 8 μm und eine durchschnittliche Breite von 2 μm, wobei sie an ihrer breitesten Stelle maximal 2,5 μm und im Zentrum 1 μm breit sind. Rote Blutzellen sind recht flexibel. Dadurch können sie sich durch dünne Blutkapillaren hindurchzwängen.

Erythrozyten - Histologie

Die Hauptaufgabe der roten Blutzellen ist der Sauerstofftransport durch den Körper mithilfe von Hämoglobin. Sie sind aber auch als Puffer des Säure-Basen-Haushalts an der Kontrolle des Blut-pH-Werts beteiligt und helfen mit, dass das Blut einen neutralen pH-Wert zwischen 7,35 bis 7,45 hat. Darüber hinaus produzieren die roten Blutzellen das Enzym Carboanhydrase, welches dafür sorgt, dass Wasser gelöstes Kohlenstoffdioxid über das Blut in die Lungen transportiert, damit es aus dem Körper ausgeschieden werden kann.

Hämoglobin ist ein Molekül in den roten Blutzellen, das Sauerstoff bindet, um es durch das Blut zu transportieren. Es besteht aus einem Häm-Molekül und Globin. Häm-Moleküle wiederum werden aus Succinyl-CoA und Glycin gebildet. Vier dieser Moleküle zusammen binden in ihrem Zentrum Eisen und stellen ein Häm-Molekül dar. Dieses schließt sich mit einer Globin-Polypeptidkette zusammen und bildet eine Hämoglobinkette (auch Globulinkette genannt). Vier dieser Ketten zusammen ergeben ein Hämoglobinmolekül.

Videoempfehlung: Blut (en)
Mikroskopisches Bild des Blutes.

Es gibt vier verschiedene Typen der  Hämoglobinketten: α-, β-, γ- und δ-Ketten. Die häufigste Kombination in einem Hämoglobin-Molekül  besteht aus zwei α-Ketten und zwei β-Ketten, die zusammen dann HbA, Hämoglobin A, bilden.

Weiße Blutzellen

Weiße Blutzellen (Leukozyten) sind ein wesentlicher Bestandteil des Immunsystems. Es gibt grundsätzlich fünf verschiedene Typen, die man in zwei Hauptgruppen einteilen kann:

  • Granulozyten und
  • Agranulozyten.

Lymphozyten - Histologie

Wie der Name schon verrät, enthalten Granulozyten Granula im Zytoplasma und Agranulozyten nicht.

Zu den Granulozyten zählen die neutrophilen, eosinophilen und basophilen Granulozyten. Die Gruppe der Agranulozyten besteht aus Lymphozyten und Monozyten.

Neutrophile Granulozyten

Neutrophile Granulozyten sind der am häufigsten vorkommende Typ der Leukozyten und machen ungefähr 65% aller weißen Blutzellen aus. Sie haben einen Durchmesser von 12 bis 14 μm und enthalten einen einzigen Zellkern. Sie haben nur wenige Zellorganelle, in ihnen findet daher keine Proteinsynthese statt.

Neutrophile Granulozyten stammen aus dem Knochenmark und zirkulieren im Blutkreislauf für 6 bis 10 Stunden, bevor sie in das umgebende Gewebe einwandern. Dort zerstören sie dann defekte Zellen und Bakterien mittels Phagozytose, bevor sie selbst in Apoptose gehen.

Neutrophiler Granulozyt - Histologie

Eosinophile Granulozyten

Eosinophile Granulozyten kommen selten im Blutkreislauf vor. Sie haben einen Durchmesser von 12 bis 17 μm und enthalten toxische Proteine. Wie die neutrophilen Granulozyten stammen sie aus dem Knochenmark und treten in den Blutkreislauf ein, bevor sie in das lockere Bindegewebe in den Atemwegen und im Darm einwandern. Dort vernichten sie Antigen-Antikörper-Komplexe mittels Phagozytose.

Sie geben auch ihre Enzyme Histaminase und Arylsulfatase B ab, die an der Entzündungsreaktion beteiligt sind. Eosinophile Granulozyten spielen eine Rolle bei der Abwehr von Bakterien, Viren und Parasiten, die in den Körper eingedrungen sind.

Eosinophiler Granulozyt - Histologie

Basophile Granulozyten

Basophile Granulozyten sind die am seltensten vorkommende Form an weißen Blutzellen und sind an der Körperabwehr gegen Parasiten beteiligt. Sie haben einen Durchmesser von 14 bis 16 μm. In infizierten Regionen kommen sie zusammen, schütten Histamine, Serotonin und Prostaglandine aus, um die Blutzufuhr zu erhöhen. Dies löst eine Entzündungsreaktion aus.

Basophiler Granulozyt - Histologie

Lymphozyten

Lymphozyten können in zwei verschiedene Typen unterteilt werden: B- und T-Zellen.

Lymphozyten unterscheiden sich in ihrer Größe, wobei die meisten einen Durchmesser von ungefähr 6 bis 9 μm, ein Zehntel der Zellen allerdings messen 10 bis 14 μm. Die größten Lymphozyten scheinen bevorzugt zu sein und enthalten mehr Zytoplasma, Mitochondrien und Ribosomen als ihre kleineren Kollegen.

Lymphozyt - Histologie

Sowohl B- als auch T-Zellen sind an der erworbenen bzw. adaptiven Immunantwort beteiligt, haben aber verschiedene Aufgaben. Beide stammen von hämatopoetischen Stammzellen im Knochenmark ab. T-Zellen reifen jedoch danach zusätzlich in der Thymusdrüse heran, die sich zwischen den Lungen und vor dem Herzen befindet. Die Thymusdrüse wandelt sich in der Pubertät zu Fett um, kann aber noch die Reifung von T-Zellen stimulieren.

B-Zellen werden zu Plasmazellen und sind an der Bildung von Antikörpern beteiligt, die fremde Antigene angreifen. T-Zellen sind für die Zerstörung von Bakterien, Viren und anderen schädlichen Zellen wie z.B. Tumorzellen zuständig.

Monozyten

Der letzte Typ der weißen Blutzellen sind die Monozyten. Diese haben einen Durchmesser von bis zu 20 μm. Sie haben einen großen bohnenförmigen Zellkern. Monozyten zirkulieren zwischen einem und drei Tagen im Blutstrom, bevor sie in das Gewebe einwandern, wo sie schließlich zu Makrophagen werden. Makrophagen sind große phagozytisch-aktive Zellen, welche tote Zellen und Bakterien umfließen und abtöten.

Makrophage - Histologie

Blutplättchen

Genau wie die weißen und roten Blutzellen stellen auch die Blutplättchen (Thrombozyten) eine wichtige Blutkomponente dar. Technisch gesehen sind Blutplättchen mehr Zellfragmente als echte Zellen, spielen aber eine entscheidende Rolle bei der Blutstillung und -gerinnung.

Es handelt sich um Zellfragmente von großen Zellen, die Megakaryozyten genannt werden und im Knochenmark gebildet werden. Blutplättchen haben Oberflächenproteine, über die sie sich aneinander und an geschädigte Blutgefäßwände binden können. Sie werden rekrutiert, wenn es zu einer Blutung kommt, und initiieren einen Prozess, der als Hämostase bezeichnet wird. Sie verschließen die Blutungsquelle, koagulieren und kleben aneinander. So entsteht zusammen mit dem faserigen Protein Fibrin ein Blutgerinnsel, welches die Blutung vollständig stoppt.

Thrombozyten (Blutplättchen) - Histologie

Nervenzellen

Nervenzellen (Neurone) übertragen Informationen in Form von elektrischen Impulsen bzw. Nervenimpulsen im Körper. Sie besitzen vier Strukturen:

  • den Zellkörper
  • die Dendriten (astartige Zytoplasmafortsätze)
  • das Axon ("Nervenfaser")
  • die Axonendigungen

Der Zellkörper enthält einen Zellkern und ist für die Synthese neuronaler Proteine zuständig. Das Axon ist lang und dünn, ragt aus dem Zellkörper wie ein Ausläufer heraus und kann myelinisiert sein. Axone sind für die Weiterleitung von elektrischen Impulsen in Form von Aktionspotentialen in Richtung Axonendigungen verantwortlich.

Videoempfehlung: Nervenzellen (en)
Die Neurone sind die Bausteine des Nervensystems.

Aktionspotentiale führen zu einer Änderung der Spannung entlang der Plasmamembran. Axone sind über Synapsen, die durch kleine Ausläufer, sog. Axonendigungen, am Ende des Axons gebildet werden, mit anderen Neuronen verbunden. Impulse von anderen Zellen werden über Dendriten empfangen, multiple, sich verzweigende Strukturen, welche vom Zellkörper abzweigen.

Nervenzellen - Histologie

Neurone können mehrere, zwei oder einen Dendrit(en) aufweisen, weshalb sie als multipolare, bipolare oder unipolare Neurone bezeichnet werden. Sie wandeln chemische Signale der Synapse in kleine elektrische Impulse um und leiten sie in Richtung Zellkörper weiter. Elektrische Änderungen in den Dendriten werden zu einer Struktur an der Basis des Axons weitergeleitet, die als Axonhügel bezeichnet wird. Hier werden sie miteinander verrechnet und können mit ausreichend Spannung ein Aktionspotential auslösen, das sich dann widerum entlang des Axons ausbreitet.

Nervengliazellen

Nervengliazellen (auch: Gliazellen, Glia) sind Zellen des Nervensystems, die an der Weiterleitung von Nervenimpulsen beteiligt sind. Gliazellen kommen sehr häufig im Gehirn vor, sie sind den Neuronen zahlenmäßig in einem Verhältnis von 3:1 überlegen. Gliazellen sind kleiner als Neurone und haben keine Axone oder Dendriten.

Gliazellen - Histologie

Sie haben zahlreiche Funktionen im Nervensystem: Sie modulieren die synaptische Aktivität und die Rate der Impulsweiterleitung, sie bilden ein Gerüst für die neuronale Entwicklung und unterstützen die Genesung nach neuronalen Verletzungen.

Es gibt vier Typen an Gliazellen im zentralen Nervensystem:

  • Astrozyten - kommen im Gehirn und Rückenmark vor und haben ein namensgebende sternförmige Gestalt. Sie sind an der Aufrechterhaltung des chemischen Gleichgewichts, das für die neuronale Signaltransduktion erforderlich ist, beteiligt.
  • Oligodendrozyten - sind für die Bildung einer lipidreiche Myelinscheide um die Axone herum verantwortlich, wodurch sich die Geschwindigkeit, mit der Aktionspotentiale übertragen werden, deutlich erhöht.

Astrozyten - Histologie

  • Mikroglia - sind sehr klein und an der Entsorgung von Zelldebris am Ort der Verletzung beteiligt.
  • Ependymzellen - kleiden die Ventrikel und den Zentralkanal des Rückenmarks aus und produzieren Liquor, welcher diese Räume füllt.

Im peripheren Nervensystem sind Schwann-Zellen für die Myelinisierung der Axone und Satellitenzellen für die Regulation der neuronalen Zellumgebung zuständig.

Muskelzellen

Es gibt drei Typen von Muskelzellen (Myozyten) im menschlichen Körper. Diese sind Skelett-, Herzmuskel- und glatte Muskelzellen.

Muskelzellkerne - Histologie

Skelett- und Herzmuskelzellen zählen aufgrund der ausgerichteten Anordnung von Myosin- und Aktinproteinen in ihnen zur gestreiften Muskulatur. Aktin und Myosin ermöglichen eine Muskelkontraktion, indem sie, laut Gleitfilamenttheorie, aneinander vorbeigleiten. In glatten Muskelzellen sind Aktin und Myosin eher willkürlich angeordnet. So entsteht eher eine glatte Oberfläche anstatt einer gestreiften.

Skelettmuskelzellen

Skelettmuskelzellen sind mit Knochen und Sehnen verbunden und können eine Länge von bis zu 30 cm erreichen, wobei sie meistens 2 bis 3 cm lang sind. Sie sind für willkürliche Bewegungen verantwortlich.

Skelettmuskel - Histologie

Die Zellkörper sind mehrkernig und besitzen ein Sarkolemm (Zellmembran), ein Sarkoplasma (Zytoplasma), Myofibrillen (Aktin und Myosin), Sarkosomen (Mitochondrien) und ein sarkoplasmatisches Retikulum, das dem glatten endoplasmatischen Retikulum entspricht. Daneben enthalten sie die Proteine Troponin und Tropomyosin, die die Interaktion zwischen Aktin und Myosin während der Kontraktion regulieren.

Die funktionellen Einheiten von quergestreiften Muskelzellen nennt man Sarkomere. Sie umfassen auch Aktin und Myosin.

Videoempfehlung: Skelettmuskelgewebe (en)
Diese Gewebeart findet man in den Skelettmuskeln und sie ist verantwortlich für die willkürliche Bewegung der Knochen.

Herzmuskelzellen

Herzmuskelzellen (Kardiomyozyten) bilden das wichtigste muskuläre Gewebe im ganzen Körper, das Gewebe des Herzens. Einzeln betrachtet sind sie ungefähr 0,02 mm breit und 0,1 mm lang und werden über Gap junctions (Nexus) miteinander verbunden.

Die Zellen kontrahieren in geregelter Abfolge und lösen die Herzkontraktionen aus. Dies wird über Nervenimpulse koordiniert, welche die Zellmembran depolarisieren und sich relativ schnell von Zelle zu Zelle über Glanzstreifen ausbreiten. Herzmuskelzellen enthalten viele Sarkosome, um genug Energie für die Kontraktion bereitzustellen.

Herzmuskelzelle - Histologie

Glatte Muskelzellen

Glatte Muskelzellen sind für unwillkürliche Kontraktionen in Hohl- und viszeralen Organen wie der Blase und der Lunge und in der Gefäßwand zuständig. Sie sind an der Peristaltik beteiligt, wodurch der Speisebrei durch das Verdauungssystem mittels wellenförmiger Kontraktionen transportiert wird.

Diese 10 bis 600 μm langen, spindelförmigen Zellen haben einen zentralen Zellkern. Sie sind schichtweise aufgebaut, wodurch sie simultan kontrahieren können. Da sie kleiner als die Herzmuskelzellen und Skelettmuskelzellen sind, enthalten sie weniger Zellorganellen und keine Sarkomere.

Glatte Muskelfasern - Histologie

Knorpelzellen

Knorpelzellen (Chondrozyten) bilden Knorpel, ein festes Gewebe, das für die Struktur des Körpers eine wichtige Rolle spielt. Knorpel kommt an den verschiedensten Stellen vor, z.B.  in Gelenken zwischen Knochen, in den Ohren und in der Nase, in den Atemwegen oder zwischen den Wirbeln in der Wirbelsäule.

Chondrozyten produzieren und erhalten die extrazelluläre Matrix des Knorpels aufrecht, die aus Kollagen, Proteoglykanen und Elastinfasern besteht. Sie haben keine Blutgefäße. Dies bedeutet, dass Knorpel langsamer heilt als andere Gewebe, da Nährstoffe über Diffusion aus dem umgebenden Gewebe, dem Perichondrium, aufgenommen werden müssen.

Videoempfehlung: Hyaliner Knorpel (en)
Diese Form des Knorpels hat eine gläserne Erscheinung.

Gelenkknorpel (Knorpel in echten Gelenken) unterscheidet sich von anderen Knorpeltypen, denn es besitzt  kein Perichondrium.

Knochenzellen

Man unterscheidet vier Typen von Knochenzellen im Körper: Osteoblasten, Osteoklasten, Osteozyten und Deckzellen.

Osteoklasten

Osteoklasten sind große, mehrkernige Zellen, die an der Knochenresorption, also dem Abbau von Knochenmatrix, beteiligt sind. Sie bilden abgeschlossene Kompartimente an seiner Oberfläche und geben Enzyme und Säuren ab. Danach sterben sie durch Apoptose (programmierter Zelltod).

Osteoklast - Histologie

Osteoblasten

Osteoblasten haben die zu den Osteoklasten gegenteilige Funktion. Sie sind am Aufbau neuer Knochenmatrix beteiligt. Dabei haben sie eine kubische Form und einen zentral gelegenen Zellkern.

Osteoblasten stellen Proteine her, welche die organische Matrix des Knochens bilden. Sie besitzen spezialisierte Rezeptoren auf ihrer Oberfläche, die bei Kontakt mit Hormonen wie z.B. Vitamin D und Östrogen die Zelle dazu anregen neuen Knochen aufzubauen.

Osteozyten

Osteozyten sind Zellen, die im Inneren von Knochen vorkommen. Sie haben lange, verzweigte Fortsätze, die ihnen die Ausbildung von Zellkontakten und Zugang zur Knochenoberfläche ermöglichen. Osteozyten können die mechanische Belastung, welche auf den Knochen wirkt, wahrnehmen. Sie produzieren daraufhin Wachstumsfaktoren, die das Knochenwachstum fördern.

Osteozyten - Histologie

Deckzellen

Der letzte Typ von Knochenzellen sind die Deckzellen. Diese entstehen aus abgeflachten Osteoblasten. Wie ihr Name verrät, umsäumen sie die Knochenoberfläche und sind für die Ausschwemmung von Calcium aus dem Knochen in den Blutkreislauf zuständig, wenn der Blutcalciumspiegel erniedrigt ist.

Deckzellen haben Rezeptoren für Hormone und andere chemische Substanzen auf ihrer Oberfläche. Diese Substanzen signalisieren den Bedarf an Knochenwachstum und Remodeling. Darüber hinaus schützen Deckzellen den Knochen vor chemischen Substanzen im Blut, die die Knochenstruktur beschädigen könnten.

Hautzellen

Es gibt viele verschiedene Zelltypen in der Epidermis (oberste Hautschicht):

Videoempfehlung: Haut
Allgemeine Histologie der Haut.
  • Keratinozyten - machen 95 % der Epidermis aus. Keratinozyten bilden das Protein Keratin, sind aber auch für den Schutz des Körpers gegen Toxine und Pathogene wichtig und verhindern den Verlust von Wärme und Feuchtigkeit. Zudem können sie die Entzündungsreaktion fördern und inhibitorische Zytokine freisetzen. Die äußerste Schicht der Epidermis wird von keratinisierten Epithelzellen gebildet, sodass eine  schützende Barriere entsteht. Haare und Nägel sind Beispiele für komplett keratinisierte Epithelzellen.
  • Melanozyten - ihre Aufgabe in der Haut ist es, das Pigment Melanin herzustellen, welches die Hautfarbe bestimmt.

Melanozyten - Histologie

  • Langerhans-Zellen - sind dendritischen Zellen, die an der Antigen-Prozessierung beteiligt sind, wenn die Haut infiziert ist. Sie enthalten große Organellen, auch als Birbeck-Granula bezeichnet, wobei deren genaue Funktion noch unbekannt ist.
  • Merkel-Zellen - dienen als mechanosensorische Zellen und sind an der Berührungswahrnehmung beteiligt.

Außerdem  gibt es weitere Sinneszelltypen in der Haut. Diese kommen aber in tieferen Schichten vor und sind bekannt als kutane Rezeptoren.

Endothelzellen

Endothelzellen sind Zellen, die Blutgefäße auskleiden. Sie sind flach und zwischen 1 und 2 μm breit, haben einen zentral gelegenen Zellkern und sind über Zellkontakte miteinander verbunden.

Endothel - Histologie

Endothelzellen sind besonders anpassungsfähig. Sie können migrieren und ihre Anzahl und Verteilung regulieren, um sich den Bedürfnissen des Körpers anzupassen. Dies ermöglicht das Wachstum und die Reparatur von Körpergeweben, was nur dadurch möglich ist, dass sich neue Blutgefäßnetzwerke leicht bilden können.

Wie gesundes Körpergewebe sind auch Krebszellen auf Endothelzellen und Blutgefäße angewiesen, um zu überleben. Deshalb beschäftigen sich viele Forscher mit der Frage, wie man die Bildung von Blutgefäßen in Krebsgeweben verhindern kann. Endothelzellen exprimieren verschiedene Oberflächenproteine, je nachdem, ob sie Venen oder Arterien ausbilden.

Epithelzellen

Epithelzellen kleiden Körperhöhlen z.B. die Lungen, den Dünndarm und den Magen aus. Sie sind miteinander verbunden und bilden Schichten, sogenannte Epithelien. In diesen Schichten stehen Epithelzellen über Tight junctions, Adhärenzverbindungen, Desmosomen und Gap junctions in Kontakt.

Videoempfehlung: Einfache Epithelstrukturen (en)
Typen von einschichtigen Epithelien.

Sie werden durch eine Basalmembran, die sogenannte Basallamina, gestützt, welche ein Kapillarbett bedeckt. Der Zellkern einer Epithelzelle liegt in der Nähe der Basallamina im basalen Bereich der Zelle.

Epithelzellen werden über Nervenendigungen innerviert und können sich in Sinneszellen umwandeln, um Reize wie z.B. Gerüche wahrzunehmen. Sie können sich auch zu sekretorischen Zellen spezialisieren, die Schleim, Hormone und Enzyme in den Körper abgeben. Diese Zellen enthalten Vesikel mit fertigen Hormonen oder Enzymen, die freigesetzt werden sollen. Zu den spezialisierten sekretorischen Epithelzellen zählen die Becherzellen und die Paneth-Körnerzellen im Darm, welche Schleim und antibakterielle Proteine sezernieren.

Epithelzellen - Histologie

Fettzellen

Fettzellen (Adipozyten bzw. Lipozyten) sind Körperzellen, die darauf spezialisiert sind, Energie in Form von Fettgewebe bzw. Depotfett zu speichern. Es gibt zwei verschiedene Typen: weiße und braune Fettzellen.

Weiße Fettzellen oder univakuoläre Zellen enthalten einen Fetttropfen und Zytoplasma. Sie haben einen Zellkern, der flach ist und mehr am Rand der Zelle als im Zentrum liegt. Weiße Fettzellen unterscheiden sich in ihrer Größe, haben aber im Durchschnitt einen Durchmesser von ca. 0,1 mm. Das Fett im Inneren der weißen Fettzellen besteht größtenteils aus Triglyzeriden und Cholesterinestern und wird in halbflüssigem Zustand gespeichert.

Adipozyten - Histologie

Braune Fettzellen oder plurivakuoläre Zellen haben mehrere Vakuolen und sind eckig geformt. Sie enthalten mehr Zytoplasma als weiße Fettzellen und die Fetttropfen in ihnen sind verstreut. Der Zellkern ist nicht abgeflacht, sondern rund, und ist zufällig angeordnet in Richtung Zellzentrum. Die Schlüsselfunktion von braunem Fett ist die Produktion von Wärmeenergie, weshalb die Zellen viele Mitochondrien enthalten, die ihnen ihre bräunliche Farbe verleihen.

Keimzellen

Geschlechtliche Fortpflanzung ist das Ergebnis der Verschmelzung von zwei verschiedenen Keimzelltypen bzw. Gameten. Männliche Keimzellen sind allgemein bekannt als Spermien oder Spermatozoen und weibliche Gameten als Eizellen oder Ova. Bei der Verschmelzung kommt es zur Befruchtung und es entsteht eine Zygote.

Spermatozoen - Histologie

Spermatozoen

Spermatozoen und Ova unterscheiden sich strukturell sehr voneinander. Spermatozoen sind kleiner, nämlich ungefähr 50 μm lang, und haben einen Kopf, einen Hals und einen langen Schwanz (Geißel) für Antrieb und Beweglichkeit.

Zum Kopf gehört das Akrosom, eine Art Kappe, die mit Enzymen gefüllt ist und die Penetration der weiblichen Eizelle während der Befruchtung ermöglicht. Der Kopf der Spermatozoe enthält einen Zellkern, der dicht mit DNA gepackt ist, und wenig Zytoplasma. Das Mittelstück der Zelle besitzt Mitochondrien, die die für die Fortbewegung nötige Energie bereitstellen.

Ova

Ova sind mit einem Durchmesser von 0,2 mm sehr groß. Sie haben eine runde Form und werden während der embryonalen Entwicklung in den Eierstöcken gebildet. Die Zelle selbst umfasst einen Zellkern, Zytoplasma, eine Zona pellucida und eine Corona radiata.

sekundäre Eizelle - Histologie

Die Zona pellucida ist eine die eigentliche Zellmembran umgebende Membran. Die Corona radiata bildet wiederum Schutzschichten um die Zona pellucida. Während des Befruchtungsprozesses bindet das Spermatozoon an die Eizelle im Bereich der Zona pellucida. Anschließend kann die Penetration des Spermiums in die Eizelle und die Aufnahme in diese stattfinden (Akrosomreaktion).

Zusammenfassung

  • Stammzellen sind pluripotente Zellen, die in der Lage sind, sich in jeden Zelltyp im Körper durch einen Prozess namens Differenzierung zu spezialisieren. Stammzellen haben über lange Zeit die Fähigkeit sich zu teilen und zu vermehren. Es gibt zwei Stammzelltypen: embryonale und adulte.
  • Rote Blutzellen (Erythrozyten) sind der am häufigsten vorkommende Blutzelltyp. Sie haben die Form einer bikonkaven Scheibe. Die Hauptaufgabe der roten Blutzellen ist der Sauerstofftransport durch den Körper mithilfe von Hämoglobin.
  • Weiße Blutzellen (Leukozyten) sind ein wesentlicher Bestandteil des Immunsystems. Es gibt fünf verschiedene Typen, die man in zwei Hauptgruppen einteilen kann: Granulozyten und Agranulozyten. Wie der Name schon verrät, enthalten Granulozyten Granula im Zytoplasma und Agranulozyten nicht. Zu den Granulozyten zählen die neutrophilen, eosinophilen und basophilen Granulozyten. Die Agranulozyten umfassen Lymphozyten und Monozyten.
  • Blutplättchen (Thrombozyten) sind eher Zellfragmente als echte Zellen, spielen aber eine entscheidende Rolle bei der Blutstillung. Sie stellen Fragmente von großen Zellen namens Megakaryozyten dar. Sie haben Oberflächenproteine, über die sie sich aneinander und an geschädigte Blutgefäßwände binden können.
  • Nervenzellen (Neurone) übertragen Informationen in Form von elektrischen Impulsen bzw. Nervenimpulsen im Körper. Strukturell gesehen haben Neurone vier spezifische Regionen: den Zellkörper, die Dendriten, das Axon und die Axonendigungen. Neurone können mehrere, zwei oder einen Dendrit(en) aufweisen, was sie zu multipolaren, bipolaren oder unipolaren Neuronen macht.
  • Nervengliazellen (auch: Gliazellen, Glia) sind Zellen des Nervensystems, die die synaptische Aktivität und die Rate der Impulsweiterleitung modulieren, ein Gerüst für die neuronale Entwicklung bilden und die Genesung nach neuronalen Verletzungen unterstützen. Es gibt vier Typen von Gliazellen im zentralen Nervensystem: Astrozyten, Oligodendrozyten, Mikroglia und Ependymzellen.
  • Es gibt drei Typen von Muskelzellen (Myozyten) im menschlichen Körper. Zu diesen Typen zählen Skelett-, Herzmuskel- und glatte Muskelzellen. Skelett- und Herzmuskelzellen gehören aufgrund der Ausrichtung von Myosin- und Aktinproteinen in ihnen zur gestreiften Muskulatur. Aktin und Myosin ermöglichen laut Gleitfilamenttheorie eine Muskelkontraktion, indem sie aneinander vorbeigleiten.
  • Knorpelzellen (Chondrozyten) bilden Knorpel, ein festes Gewebe, das für die Struktur des Körpers eine wichtige Rolle spielt. Chondrozyten produzieren und erhalten die extrazelluläre Matrix des Knorpels aufrecht, die aus Kollagen, Proteoglykanen und Elastinfasern besteht.
  • Von den Knochenzellen gibt es vier Typen im Körper: Osteoblasten, Osteoklasten, Osteozyten und Deckzellen. Osteoklasten sind große, mehrkernige Zellen, die an der Knochenresorption beteiligt sind. Osteoblasten haben eine gegenteilige Funktion und sind am Aufbau von neuem Knochen beteiligt. Osteozyten können die mechanische Belastung, die auf den Knochen wirkt, wahrnehmen und produzieren Wachstumsfaktoren, die das Knochenwachstum anregen. Deckzellen umsäumen die Knochenoberfläche und sind für die Ausschwemmung von Calcium aus dem Knochen in den Blutkreislauf zuständig, sollte der Spiegel erniedrigt sein.
  • Es gibt viele verschiedene Zelltypen in der Epidermis (oberste Schicht der Haut), z.B. Keratinozyten, Melanozyten, Langerhans-Zellen und Merkel-Zellen.
  • Endothelzellen sind Zellen, die Blutgefäße auskleiden und sind über Zellkontakte miteinander verbunden. Endothelzellen sind besonders anpassungsfähig, da sie migrieren und ihre Verteilung regulieren können, um sich den Bedürfnissen des Körpers anzupassen.
  • Epithelzellen kleiden Körperhöhlen aus, indem sie Schichten namens Epithelien bilden. Sie stehen über Tight junctions, Adhärenzverbindungen, Desmosomen und Gap junctions in Kontakt.
  • Fettzellen (Adipozyten bzw. Lipozyten) sind Zellen des Körpers, die darauf spezialisiert sind Energie in Form von Fettgewebe bzw. Depotfett zu speichern. Es gibt zwei verschiedene Typen von Fettzellen: weiße und braune.
  • Geschlechtliche Fortpflanzung ist das Ergebnis der Verschmelzung von zwei verschiedenen Keimzelltypen (Gameten). Männliche Keimzellen sind allgemein bekannt als Spermien oder Spermatozoen und weibliche Gameten als Eizellen oder Ova. Wenn sie miteinander verschmelzen, kommt es zur Befruchtung und es entsteht eine Zygote.

Du willst mehr über das Thema Zelltypen des menschlichen Körpers lernen?

Unsere Videotutorials, interaktiven Quizze, weiterführenden Artikel und ein HD Atlas lassen dich Prüfungen mit Bestnoten bestehen.

Erstelle heute dein kostenloses Konto und trete in die Fußstapfen von über 1.107.292 erfolgreichen Anatomielernern.

”Ich kann ernsthaft behaupten, dass Kenhub meine Lernzeit halbiert hat.” – Mehr lesen. Kim Bengochea Kim Bengochea, Regis University, Denver

Quellen anzeigen

Quellen:

  • R. Lüllmann-Rauch, E. Asan: Taschenlehrbuch Histologie, 5. Auflage, Thieme Verlag (2015)
  • N. Ulfig: Endspurt Vorklinik - Histologie, 3. Auflage, Thieme Verlag (2015)
  • G. Aumüller, G. Aust, J. Engele et al.: Duale Reihe, Anatomie, 3. Auflage, Georg Thieme Verlag (2014), S.49-95

Text, Übersetzung, Review, Layout:

  • Rachel Baxter
  • Khava Abdusalamova
  • Stefanie Bauer

  • Marie Hohensee

Illustration:

  • Zellmembran - Paul Kim
  • Erythrozyten - Histologie
  • Lymphozyten - Histologie
  • Neutrophiler Granulozyt - Histologie
  • Eosinophiler Granulozyt - Histologie
  • Basophiler Granulozyt - Histologie
  • Lymphozyt - Histologie
  • Thrombozyten (Blutplättchen) - Histologie
  • Nervenzellen - Histologie
  • Gliazellen - Histologie
  • Muskelzellkerne - Histologie
  • Herzmuskelzelle - Histologie
  • Glatte Muskelfasern - Histologie
  • Osteoklast - Histologie
  • Osteozyten - Histologie
  • Melanozyten - Histologie
  • Endothel - Histologie
  • Epithelzellen - Histologie
  • Adipozyten - Histologie
  • Spermatozoen - Histologie
  • sekundäre Eizelle - Histologie
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