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Amygdala

Die Amygdala (Corpus amygdaloideum), auch als Mandelkern bezeichnet, ist eine paarig angelegte neokortikale Struktur des limbischen Systems. Sie ist an emotionalen Reaktionen sowie der Speicherung von Gedächtnisinhalten beteiligt.

Lage und Aufbau

Die Amygdala liegt an der medialen Fläche des Temporallappens, rostral vom Ncl. caudatus. Sie ist in Frontalschnitten, sowohl am Präparat als auch in der Magnetresonanztomographie, sehr gut zu erkennen.

Sie besteht aus verschiedenen Kernen, die in zwei Gruppen unterteilt werden: die phylogenetisch alten kortikomedialen Kerne und die phylogenetisch deutlich jüngeren basolateralen Kerne. Intrakranielle Reizexperimente legen nahe, dass die kortikomediale Kerngruppe einen fördernden Einfluss auf aggressive Verhaltensweisen, den Sexualtrieb und den Fresstrieb hat, während die laterale Kerngruppe auf dieses Verhalten dämpfend wirkt.

Die Amygdala besitzt neurale Vorläuferzellen bzw. neurale Stammzellen, die sich zu Motoneuronen ausdifferenzieren können. Ihre Teilungsrate ist allerdings sehr gering.

Die Zellmasse der Amygdala nimmt mit zunehmendem Alter ab. Dabei scheinen einzelne Regionen eine bevorzugte Verringerung zu zeigen.

Afferenzen und Efferenzen

Zu den kortikomedialen Kernen zählen der Ncl. corticalis und der Ncl. centralis. Diese Gruppe erhält afferente Projektionen aus dem Bulbus olfactorius (olfaktorische Impulse) und ist Ursprungsgebiet der Stria terminalis.

Die basolaterale Gruppe, zu denen der Ncl. basalis und der Ncl. lateralis zählt, besitzt Faserbeziehungen mit der entorhinalen Rinde und der präpiriformen Rinde und erhält optische und akustische Impulse.

Die Amygdala erhält außerdem Afferenzen aus verschiedenen Teilen des Neokortex, dem sensorischen Thalamus sowie von Assoziationskortizes.

Sie entsendet Projektionen zu nahezu allen Arealen des Kortex, einschließlich nicht-neokortikaler Areale, sowie zum Hippocampus, zum Hypothalamus, verschiedenen Anteilen der Medulla oblongata, außerdem zum Ncl. basalis Meynert und zum periaquäduktalen Grau.


Funktion

Die Amygdala ist an der Entstehung von emotionalen Reaktionen, vor allem motorischen Abläufen, sowie der Speicherung von Gedächtnisinhalten beteiligt. Bei letzterem stehen emotional gefärbte Gedächtnisinhalte klar im Vordergrund, eine Beteiligung an nicht-emotional-korrelierten Gedächtnisinhalten wird zusätzlich diskutiert. Zudem spielt sie die entscheidende Rolle bei der emotionalen Bewertung von Sinnesreizen.

Des Weiteren ist sie in hohem Maße an der Vermittlung von Informationen zur Initiierung von Flucht- und Angstreaktionen sowie Wutempfindungen und wutbasierten Handlungen beteiligt.Die Amygdala vermittelt die mit Furcht und Angst assoziierten motorischen, vegetativen und endokrinen Anpassungsreaktionen. Menschen, denen die Amygdala entfernt wurde, sind nicht mehr in der Lage, Gefahren als gefährlich zu erkennen.

Die Amygdala besitzt unter anderem Verbindungen zum Thalamus, Hypothalamus und Hippocampus. Mithilfe der folgenden Lernmaterialien könnt ihr euer Wissen über diese Strukturen vertiefen:

Klinik

Durch ihre zentrale Rolle in der Vermittlung von Furcht- und Angstreaktionen ist die Amygdala an der Pathophysiologie von Angsterkrankungen beteiligt. Außerdem besteht anscheinend ein Zusammenhang zwischen dem Volumen der Amygdala und depressiven Erkrankungen.

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Quellen anzeigen
  • Autor: Andreas Rheinländer
  • Review: Stefanie Bauer

Quellen:

  • W. Kahle, M. Frotscher: Nervensystem und Sinnesorgane – Taschenatlas Anatomie, 10. Auflage, Thieme (2009), S. 228
  • M. Trepel: Neuroanatomie, 4. Auflage, Elsevier (2008), S. 232
  • R. F. Schmidt, F. Lang, M. Heckmann: Physiologie des Menschen, 31. Auflage, Spinger (2010), S. 222 f.
  • S. Ghasemi, H. Aligholi, P. H. Koulivand et al: Generation of motor neurons from human amygdala-derived neural stem-like cells. Iran J Basic Med Sci. 2018 Nov;21(11):1155-1160. DOI: 10.22038/IJBMS.2018.29587.7146.
  • F. Kurth, N. Cherbuin, E. Luders: Age but no sex effects on subareas of the amygdala. Hum Brain Mapp. 2018 Dec 13. DOI: 10.1002/hbm.24481
  • S. Daftary, E. Van Enkevort, A. Kulikova et al: Relationship between depressive symptom severity and amygdala volume in a large community-based sample. Psychiatry Res Neuroimaging. 2018 Dec 6;283:77-82. DOI: 10.1016/j.pscychresns.2018.12.005.
  • Z. Shen, P. Huang, C. Wang et al: Altered function but not structure of the amygdala in nicotine-dependent individuals. Neuropsychologia. 2017 Dec;107:102-107. DOI: 10.1016/j.neuropsychologia.2017.11.003. Epub 2017 Nov 17.
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