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Seitenhorn des Rückenmarks

Als Seitenhorn (Cornu laterale medullae spinalis) bezeichnet man den gesamten mittleren Abschnitt des Querschnitts der grauen Substanz des Rückenmarks. Weil nicht nur der laterale Anteil, sondern auch der mediale dazugehört, ist die korrektere Bezeichnung Mittel- und Seitenhorn. Beide Abschnitte sind funktionell zusammengehörig.

Makroskopisch lassen sich über die gesamte Länge der grauen Substanz des Rückenmarks drei Säulen abgrenzen, die Gruppen funktionell zusammengehöriger Neuronen widerspiegeln. Neben dem Seitenhorn (vegetatives Nervensystem), zählen dazu das Vorderhorn (Motorik) und das Hinterhorn (Sensibilität).

Eine weitere Gliederung der grauen Substanz erfolgt nach histologischen Aspekten und resultiert in 10 von dorsal nach ventral angeordneten Laminae.  

Das Seitenhorn wird von den Laminae spinalis VII und X gebildet. Lamina X bildet das kleine Areal grauer Substanz um den Zentralkanal herum, Lamina VII den gesamten Abschnitt lateral davon.

Kurzfakten
Lamina spinalis VII

Aus vier Kernen

- Ncl. intermediomedialis

- Ncl. intermediolateralis

- Ncl. thoracicus posterior

- Ncll. parasympathici sacrales

Enthält Interneurone, Strangzellen und vegetative Zellen

Lamina X

Graue Substanz um den Zentralkanal

Afferenzen aus Eingeweiden und Skelettmuskulatur

Lamina spinalis VII

Die Lamina spinalis VII besteht vor allem aus vier Kernen – Ncl. intermediomedialis, Ncl. intermediolateralis, Ncl. thoracicus posterior sowie den Ncll. parasympathici sacrales. Innerhalb der Lamina finden sich, in Abhängigkeit von der Höhe des Rückenmarkabschnittes, Interneurone, Strangzellen und vegetative Zellen. Strangzellen sind sensible Neurone des Rückenmarks, deren Axone die aufsteigenden Bahnen der weißen Substanz bilden. Sie sind reich an sensorischen Afferenzen.

Der Ncl. intermediomedialis befindet sich medial als eine zusammenhängende Kerngruppe, die cholinerge sympathische Nervenfasern enthält. Er findet sich in den Spinalnervensegmenten Th1 bis L3 sowie in C1 bis C4. In C1 bis C4 wird der Kern als Ncl. cervicalis centralis bezeichnet und seine Strangzellen erhalten Afferenzen aus Muskeln von Hals und Nacken sowie Wirbelgelenken und Kernen des Vestibularorgans, ihre Efferenzen projizieren zum Kleinhirn. Auf diese Weise sind sie an der Koordination von Kopfbewegungen und Kopfhaltebewegungen beteiligt. 

Vegetative Zellen bilden im lateralen Abschnitt der Spinalnervensegmente C8 bis L3 den sympathischen Ncl. intermediolateralis und im medialen Abschnitt der Spinalnervensegmente S2 bis S4 die parasympathischen Ncll. parasympathici sacrales.

Nucleus intermediolateralis - axiale Ansicht

Es handelt sich bei beiden um präganglionäre viszeroefferente Neurone, die Afferenzen aus vielen supraspinalen Regionen erhalten, unter Einschaltung von Interneuronen auch aus den Eingeweiden. Sie sind ein Teil der Anatomie der Schmerzübertragung. Die Axone dieser Wurzelzellen verlassen das Rückenmark jeweils über die Vorderwurzel.

Es gilt: Spinalnervensegmente, die sympathische Kerngebiete enthalten besitzen keine parasympathischen und umgekehrt. Sympathische Kerngebiete befinden sich praktisch nur im Rückenmark, während der ganz überwiegende Teil der parasympathischen in den Hirnnernervenkernen zu finden ist.

In den Spinalnervensegmenten Th1 bis L2 bilden im medialen Bereich große Perikaryen von Strangzellen eine gut abgrenzbare Kernsäule, den Ncl. thoracicus posterior, der auch als Ncl. dorsalis oder Stilling-Clarke-Säule bezeichnet wird.

An diesen Neuronen enden Afferenzen propriozeptiver Art aus der Skelettmuskulatur sowie den Gelenken. Sie treten über die Hinterwurzeln ein. Die Axone der Strangzellen bilden den Tractus spinocerebellaris posterior, der zum Kleinhirn aufsteigt.

Lamina spinalis X

Die Lamina spinalis X, auch Area spinalis X, bildet die graue Substanz um den Zentralkanal herum. Sie ist entlang des gesamten Rückenmarks zu finden und erhält Afferenzen aus Eingeweiden und der Skelettmuskulatur. Ihre Axone ziehen zu den Laminae V, VI und VII und sind vermutlich Teil der Anatomie der Schmerzübertragung.

Das Seitenhorn ist neben dem Vorder- und dem Hinterhorn eine funktionelle Gruppe der grauen Substanz des Rückenmarks. Nachfolgend haben wir Medien zusammengestellt, mit denen du mehr über das Rückenmark erfahren und dein Wissen dazu prüfen kannst.

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Quellen anzeigen

Quellen: 

  • Benninghoff, A., Drenkhahn, D. (2004). Anatomie - Band 2 (16. Auflage). München: Urban & Fischer, S. 299 ff.
  • Sarikcioglu, L., Ozsoy, U. (2008). Bror Rexed (1914-2002). J Neurol. , 255(12), 1988-1989. DOI: 10.1007/s00415-008-0927-2.
  • Lorenzo, L.E., Ramien, M., St Louis, M. et al (2008): Postnatal changes in the Rexed lamination and markers of nociceptive afferents in the superficial dorsal horn of the rat. The Journal of comparative neurology, 508(4), 592-604. DOI: 10.1002/cne.21691.
  • Werkö, L. (2002). Bror Rexed--an influential innovator and administrator within medical research and development. Lakartidningen, 99(38), 3728, 3731.
  • Levante, A., Lamour, Y., Albe-Fessard, D. (1973). Localization in layer V of Rexed cells of crossed spinothalamic bundle orgin in Macaca. Comptes rendus hebdomadaires des seances de l'Academie des sciences, 276(10), 1589-1592.
  • Kahle, W., Frotscher, M. (2009). Nervensystem und Sinnesorgane – Taschenatlas Anatomie (10. Auflage). Stuttgart: Georg Thieme Verlag, S. 54 ff.
  • Trepel, M. (2008). Neuroanatomie (4. Auflage). München: Elsevier, S. 100 ff.

Text, Review & Layout:

  • Andreas Rheinländer
  • Dr. med. Charlotte Barthe
  • Nicole Gonzalez

Illustration:

  • Nucleus intermediolateralis - axiale Ansicht - Paul Kim
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