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Muskeln des Menschen

Inhalt

Einführung

Der Begriff Muskel leitet sich vom Lateinischen „mus“ ab, was eigentlich Maus bedeutet. Der menschliche Körper besitzt etwa 656 Skelettmuskeln, die verschiedenste Aufgaben haben, aber hauptsächlich Bewegungs- und Haltefunktionen erfüllen.

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Einteilung der Muskeln

Spricht man über die Muskeln des Menschen, muss als Erstes zwischen zwei Arten unterschieden werden, der glatten und der quergestreiften Muskulatur. Diese Einteilung beruht auf der mikroskopisch sichtbaren Anordnung der Muskelfibrillen, die in einem Verband von mehreren Hundert eine Muskelfaser bilden. Die Muskelfasern bilden in ihrer Gesamtheit den kontraktilen Apparat der menschlichen Muskulatur.

Die glatte Muskulatur des Menschen, welche hauptsächlich für die Kontraktion von Hohlorganen und Gefäßen verantwortlich ist, zeichnet sich durch eine unregelmäßige Verteilung der Muskelfibrillen aus. Wohingegen das regelmäßige Muster der quergestreiften Muskulatur im histologischen Schnittbild auf die Anordnung der Myofilamente, eine Untereinheit der Myofibrillen, in aneinander gereihte Sarkomere zurückzuführen ist. Da die Myofibrillen untereinander regelmäßig durch Desminfilamente verbunden sind, kommt es zu der markanten Querstreifung.

Aufbau der Skelettmuskeln

Der einzelne Skelettmuskel besteht aus einem Muskelbauch, der von einer Faszie umschlossen wird und einer Ursprungs- und Ansatzsehne, die in der Regel zwei knöcherne Strukturen miteinander verbinden. Das Muskelgewebe wird durch eine Bindegewebsschicht (Perimysium) in kleinere Muskelfaserbündel untergliedert. Jede einzelne Muskelfaser wird vom Endomysium umschlossen. Diese ist ebenfalls eine Bindegewebsschicht, die die Verschiebbarkeit der einzelnen Fasern bei Kontraktion des gesamten Muskels gewährleistet.

Jedoch sind Muskelfasern nicht immer in Verlaufsrichtung des Muskels ausgerichtet. Wenn die Muskelfasern schräg auf der entsprechenden Sehne enden, spricht man von Fiederung. Diese anatomische Besonderheit wirkt sich auch auf die Funktion des Muskels aus. Bei verminderter Kontraktionsstrecke besitzt der Muskel durch die Fiederung eine größere Kontraktionskraft (Goldene Regel der Mechanik).

Ein Muskel kann auch mehre Muskelbäuche aufweisen, welche von Sehnenzügen getrennt werden (M. rectus abdominis). Oftmals trifft man auch auf den Begriff des mehrköpfigen Muskels. Dies bezieht sich auf Skelettmuskeln, die mehrere Ursprungs- bzw. Ansatzsehnen haben und sich im Verlauf zu einem Muskelbauch vereinen (z.B. M. biceps brachii, M. triceps).

Funktion der Muskeln  

Je nach Aufgabe und Trainingszustand variieren die Fasertypen des Muskels bzw. der Muskelgruppe. Man unterscheidet zwei Typen. Die sogenannten Zuckungsfasern (Twitch-Fibres) werden eingeteilt in Slow-Twitch (Typ I) und Fast-Twitch (Typ IIa und Typ IIb). In jedem Muskel sind alle Fasertypen vertreten. Nur ihre Anzahl unterscheidet sich je nach Spezialisierung des Gewebes.

Slow-Twitch-Fasern besitzen eine kräftig rote Färbung auf Grund ihrer hohen Konzentration an Myoglobin. Sie kontrahieren langsam. Sie ermüden aber im Vergleich zu den Fast-Twitch-Fasern nicht so schnell. Man findet sie z.B. in der ischiocruralen Muskulatur (siehe Foto rechts), wo sie durch eine dauerhafte Kontraktion den Körper im aufrechten Stand stabilisieren. Diese Dauerbeanspruchung benötigt natürlich eine sehr gute Sauerstoffversorgung. Deshalb ist die Haltemuskulatur des Menschen in reich kapillarisierte Versorgungsgebiete eingebettet.

Fast-Twitch-Fasern, wie sie auch in den Muskeln der Rotatorenmanschette vorkommen, sind auf schnelle und kurze Bewegungen spezialisiert. Sie haben eine weißliche Färbung, da sie nur eine geringe Konzentration an Myoglobin aufweisen. Typ II-Fasern müssen einen Großteil ihrer Energie aus der aneroben Glykolyse beziehen. Dafür sind sie mit reichen Glykogenspeichern ausgestattet.

Innervation der Muskeln

Die Muskulatur des Menschen wird von den schnellsten Nervenbahnen des Körpers innerviert, dem Alpha-Motoneuronen. Ein motorisches Neuron bildet zusammen mit den von ihm innervierten Muskelfasern eine motorische Einheit. Je nachdem wie viele Muskelfasern von einem Motoneuron rekrutiert werden, entscheidet sich ob der Muskel eher an groben Bewegungsabläufen (Rotatorenmanschette, ischiocrurale Muskulatur) oder an präzisen feinmotorischen Bewegungen (Handmuskeln, äußeren Augenmuskeln) beteiligt ist. Ein Motoneuron kann mehr als 1000 Muskelfasern gleichzeitig aktivieren.

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Quellen:

  • Lippert H.: Lehrbuch Anatomie, 8. Auflage (2011), Urban und Fischer Verlag/ Elsevier Verlag, S. 46-52
  • Lüllmann-Rauch: Histologie (Taschenbuch), De Boeck (2008), S.209-234
  • Benninghoff/Drenckhahn: Anatomie, Band 2, 16. Auflage (2004), S. 149-169

Autor: Markus Drechsler, Christopher A. Becker

Illustratoren: 

  • Oberschenkelmuskulatur (dorsale Ansicht) - Liene Znotina 
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