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Schmerzempfinden

Schmerz ist für viele Menschen ein unerträglicher Begleiter des Alltags. Er kann Ausdruck einer Verletzung (beispielsweise eines stumpfen Traumas) sein oder auch mit der Emotionsverarbeitung in Verbindung stehen.

Die Weltschmerzorganisation (International Association for the Study of Pain) hat eine Definition dafür aufgestellt, was Schmerz ist: “Schmerz ist eine unangenehme Sinnes- oder Gefühlswahrnehmung, die mit einer tatsächlichen oder drohenden Gewebeschädigung assoziiert ist oder mit Begriffen einer solchen Schädigung beschrieben wird.”

Es handelt sich letztlich um eine Empfindung, die im Gehirn entsteht. 

Dieser Artikel befasst sich mit den anatomischen Strukturen, die an der Entstehung von Schmerz beteiligt sind.

Inhalt
  1. Schmerz
  2. Weiterleitung von nozizeptiven Impulsen
  3. Klinik
    1. Schmerzbehandlung
  4. Literaturquellen
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Schmerz

Schmerzen können zeitlich (akut oder chronisch) oder nach dem Ort des Entstehens (viszeral oder somatisch) differenziert werden. Akute Schmerzen treten, wie der Name schon sagt, plötzlich auf und sind in der Regel Folge einer kürzlichen Verletzung (Unfall, iatrogenes Trauma, Gewebeuntergang wie zum Beispiel beim Herzinfarkt). Chronische Schmerzen haben einen länger andauernden Verlauf, der sich über Monate bis Jahre hinziehen kann. Schmerzen lassen sich außerdem je nach Art und Ursache in nozizeptive und neuropathische Schmerzen unterteilen.

Nozizeptive Schmerzen entstehen durch Reize, die aus einem Gewebeschaden hervorgehen. Mögliche Ursachen für nozizeptive Schmerzen können beispielsweise Sportverletzungen, mechanische Einflüsse, Zustand nach einer Operation oder akute Krisen bei verschiedenen angeborenen oder erworbenen inneren Erkrankungen sein, zum Beispiel der Sichelzellanämie.

Neuropathische Schmerzen hingegen sind die Folge einer Funktionsstörung oder Läsion des Nervensystems. Das ist der typische Schmerz im Rahmen eines Bandscheibenvorfalls, aber auch bei einer Trigeminusneuralgie, diabetischer Polyneuropathie oder einer Krebserkrankung mit nervaler Komponente. Es ist auch möglich, dass sowohl nozizeptive als auch neuropathische Schmerzen gleichzeitig auftreten, sodass dann von einem gemischten Schmerztyp gesprochen wird.

Eine weitere Einteilung unterscheidet zwischen Schmerz von inneren Organen (viszeraler Schmerz) und solchem der Haut, Muskulatur und der bedeckenden Gewebe (somatischer Schmerz).

Schmerzen, die von den inneren Organen ausgehen - sogenannter viszeraler Schmerz - werden meistens als dumpfe, drückende oder pochende Empfindung beschrieben, die nicht eindeutig lokalisiert werden können.
Die Schwierigkeit die Quelle des viszeralen Schmerzes zu lokalisieren ist dadurch bedingt, dass Schmerzen der inneren Organe sehr häufig übertragen werden (übertragener Schmerz). 

Somatische Schmerzen im Gegenzug, die von der Haut-, vom Unterhautgewebe, aber auch Muskel- und Knochenstrukturen ausgehen können, unterscheiden sich deutlich. Hier liegt in der Regel keine Schmerzübertragung vor. Die Lokalisation kann genau benannt werden.

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Schmerz kann auch ohne jegliche Gewebeschädigung auftreten, insbesondere chronischer Schmerz (Schmerzkrankheit). Die dem zugrundeliegenden Mechanismen sind bis heute nicht abschließend verstanden. Sie werden in diesem Artikel nicht behandelt.

Weiterleitung von nozizeptiven Impulsen

Innere oder äußere Reize aktivieren die Sensoren nozizeptiver Fasern im Rahmen einer Gewebeschädigung. Dabei handelt es sich um Aδ-Fasern (A-delta; myelinisierte Nervenfasern mit einer Leitungsgeschwindigkeit von rund 20m/s) und C-Fasern (nicht-myelinisierte Nervenfasern mit einer Leitungsgeschwindigkeit von rund 2m/s). Die Aδ-Fasern leiten Impulse schneller als die C-Fasern. Infolgedessen sind Aδ-Fasern an den schützenden spinalen Reflexbögen beteiligt, die uns dazu veranlassen uns schmerzhaften Reizen zu entziehen (erster heller stechender Schmerz), während C-Fasern die Übertragung des späteren dumpfen Schmerzes bedingen.

Die Reaktion eines nozizeptiven Sensors auf seine Reizung ist die Bildung von Aktionspotentialen.

Das Aktionspotential wird entlang der Fasern weitergeleitet zum Hinterhorn des Rückenmarks. Dort findet die Verarbeitung und Fortleitung entsprechend des Signaltyps statt.

In Abhängigkeit von der Art der Fasern erfolgt die Fortleitung im Vorderseitenstrang oder im Hinterstrang.

Ziel der aufsteigenden Fasern ist der Thalamus (2. Neuron). Hier erst entsteht die Empfindung, die der Mensch als Schmerz bezeichnet. 

Vom Thalamus aus gehen die Afferenzen über das 3. Neuron durch die Capsula interna und enden in den entsprechenden somatotop gegliederten Bereichen des somatosensiblen Kortex (Brodmann-Areal 3, 1, 2).

Die beschriebene Verschaltung gilt für nozizeptive Fasern in der Peripherie. Es gibt jedoch auch nozizeptive Fasern in den Hirnnerven, insbesondere dem N. trigeminus. Diese werden nicht über das Rückenmark vermittelt, ihre Verschaltung ist eine andere.

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Kim Bengochea, Regis University, Denver
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