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Impingementsyndrom der Schulter

Inhalt

Einführung

Beim Impingementsyndrom der Schulter (engl. Impingement: Zusammenstoß) handelt es sich um eine schmerzhafte entzündliche Läsion im Schultergelenk. Eine Einklemmung der Ansatzsehne des M. supraspinatus, zwischen Acromion (Schulterhöhe) und Humeruskopf, dem sog. Supraspinatus-Outlet, ist die häufigste Ursache für ein Impingementsyndrom. Der M. supraspinatus entspringt in der Fossa supraspinata der Scapula, strahlt in die Kapsel des Schultergelenks ein und inseriert an der proximalen Facette des Tuberculum majus am Humerus.

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Pathogenese 

Impingementsyndrom der Schulter (Ansicht von ventral)

Impingementsyndrom der Schulter (Ansicht von ventral)

Bereits 1972 beschrieb Neer, dass ein Impingementsyndrom durch eine zu starke dorso-ventrale Krümmung des Acromions (Typ I-III) oder eine Schädigung der Supraspinatussehne, durch eine ventralen Acromionsporn entsteht. Für die Tendinitis der Muskelsehne, von welcher die charakteristischen Schmerzen beim Anheben des Armes über Kopf beim Impingementsyndrom ausgehen, gibt es nach neueren Erkenntnisse eine Vielzahl von pathologischen Prozessen, die als Ursache in Frage kommen. Dies machte eine genauere Klassifikation notwendig um schlussendlich das Impingementsyndrom bestmöglich zu therapieren.

Man differenziert das Impingementsyndrom nach Outlet- und Non-Outlet-Impingements. Bei dem am häufigsten vorkommenden Outlet- Impingementsyndrom, handelt es sich um den oben beschriebenen Pathomechanismus mit Einklemmung der entzündlich verdickten Supraspinatussehne, durch entweder ein bogen (Typ I-II) - bzw. hakenförmiges (Typ III) Acromion, einen ventralen Acromionsporn oder einem Osteophyten des AC-Gelenks (Acromio-Clavicular-Gelenk). Röntgendiagnostisch sind diese Veränderungen leicht von den Non-Outlet Impingements abzugrenzen.

Als Ursache für Non-Outlet Impingementsyndrome gelten zum einen Volumenzunahmen von subacromialen Weichteilen (Bursitis, Tendinitis, Tendinosis calcarea), Höhertreten des Humeruskopfes bei Rotatorenmanschetten-Insuffizienz, Kapsel-Labrum-Insuffizienz oder Hochstand des Tuberculum majus nach Fraktur oder AC-Gelenks-Instabilität. In allen Fällen kommt es zuerst zu einer Tendinitis, welche bei unbehandelten Impingementsyndromen und andauernder Belastung zur Spontanruptur der Supraspinatussehne führen kann.

Klinik

Hauptsächlich bestehen die Beschwerden bei einem Impingementsyndrom in einer schmerzhaften Abduktion im Schultergelenk beginnend bei 60 Grad, was ein Anheben des Arms über 120 Grad nahezu unmöglich macht („painful arc“). Des Weiteren werden von den Betroffenen oftmals Einschränkungen bei der Innenrotation beklagt. Neben der Bewegungseinschränkung kommt es beim Impingementsyndrom zu druckschmerzhaften Punkten am Schultergürtel über dem Tuberculum majus und am vorderen Acromionrand. Diese Schmerzen führen oftmals zu einem Schlafentzug des Patienten, wodurch dessen Leidensdruck noch weiter verstärkt wird.

Beim Impingement-Zeichen nach Neer wird eine schmerzhafte Einklemmung der Supraspinatussehne durch Flexion des Armes mit Fixieren der Scapula provoziert. Ein weiterer Test ist das Zeichen nach Jobe, bei dem der Arm in maximaler Innenrotation abduziert wird, um so eine Reizung der Sehne zu erzielen.

Zum Ausschluss einer Schädigung der Rotatorenmanschette, können diese beiden Tests unter lokaler Anästhesie durch Infiltration der subacromialen Region durchgeführt werden. Da die Bewegungseinschränkung beim Impingementsyndrom schmerzinduziert ist, kann das Anheben des Armes wieder in vollem Umfang durchgeführt werden. Bei einem Defekt der Rotatorenmanschette ist das nicht der Fall.

Therapie

Im Vordergrund der Behandlung des Impingementsyndrom, sollte die konservative Therapie stehen. Kurzfristig kann die Beweglichkeit, durch Applikation von Lokalanästhetika in den subacromialen Raum und dem Einsatz von systemisch wirksamen oralen Antiphlogistika wiederhergestellt werden. Für den langfristigen Therapieerfolg sind jedoch begleitende physikalische Maßnahmen von großer Bedeutung. Beim Impingementsyndrom haben Kältebehandlung im Akutstadium und Wärmeanwendungen bei chronischen Verläufen eine gute Wirkung gezeigt. Führen nach Erlangung der Schmerzfreiheit manuelle Therapie mit passiven und aktiven Kräftigungsübungen über Monate hinweg nicht zum gewünschten Erfolg, bleibt als Alternative nur noch die operative Versorgung des Impingementsyndroms.

Hierbei wird heutzutage die arthroskopische subacromiale Dekompression (ASD), der von Neer eingeführten offenen Acromioplastik vorgezogen. Ziel ist es, durch den Eingriff die knöcherne Einengung, welche die Reizung der Supraspinatussehne verursacht, zu beseitigen. Somit kann eine vollkommene Ausheilung des Impingementsyndrom erreicht werden.

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Quellen anzeigen

Quellen:

  • Sobotta: Atlas der Anatomie Band 1; 20. Auflage, Elsevier Verlag
  • Netter: Farbatlanten der Medizin, Band 7: Bewegungsapparat, Thieme Verlag
  • Echtermeyer, Bartsch: Praxisbuch Schulter, 2. Auflage, Thieme Verlag (2004)
  • Berchtold: Chirurgie, 6. Auflage, Elsevier Verlag (2008)
  • Benninghoff/Drenckhahn: Anatomie, Band 1, 16. Auflage, Urban & Fischer Verlag (2003)

Autor:

  • Markus Drechsler
  • Christopher A. Becker

Illustratoren: 

  • Yousun Koh 
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