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Musculus quadriceps femoris

Inhalt

 

Adduktoren des Hüftgelenks
Videoempfehlung: Adduktoren des Hüftgelenks
Ursprung, Ansatz, Innervation und Funktion der Adduktoren des Hüftgelenks

Verlauf und Versorgung

Der Musculus quadriceps femoris ist ein vierköpfiger Muskel des Oberschenkels, der das Femur nahezu komplett umschließt. Mit seinem breiten physiologischen Querschnitt (>150 cm²) zählt er zu den kräftigsten Muskeln des Menschen. Er prägt maßgeblich die seitlichen Konturen und die Vorderseite des Oberschenkels. Seine Innervation erfolgt über den Nervus femoralis (L2-4). Der Quadrizeps besteht im Einzelnen aus:

  • M. rectus femoris: hat zwei Ursprünge an der Spina iliaca anterior inferior des Beckens und am Oberrand des Acetabulums. Distal strahlen die Fasern in die gemeinsame Ansatzsehne (Quadrizepssehne).
  • M. vastus medialis: zieht von der Linea aspera und Linea intertrochanterica des Femurs spiralförmig um den Schaft und geht hauptsächlich in die Quadricepssehne über. Ein zweiter Teil umgeht die Kniescheibe medial und setzt über das Retinaculum patellae mediale am Condylus medialis der Tibia an.
  • M. vastus lateralis: entspringt an der Linea aspera und dem Trochanter major des Femurs, windet sich um den Femurschaft und geht zum größten Teil in die Quadrizepssehne über. Auch hier verzweigt sich ein kleiner Anteil, der als Retinaculum patellae laterale seitlich an der Kniescheibe vorbeizieht und am Condylus lateralis der Tibia ansetzt.
  • M. vastus intermedius: beginnt an der Vorderseite des Femurs und mündet in der gemeinsamen Ansatzsehne. Distal spaltet sich auf Höhe der Patellabasis ein Teil ab, welcher am Recessus suprapatellaris der Kniegelenkskapsel ansetzt. Dieser sogenannte M. articularis genus zählt zwar nicht als eigenständiger Muskel, wird jedoch manchmal als „fünfter Kopf“ des Quadrizeps bezeichnet.

Die Quadricepssehne zieht über die Vorderseite und durch das Periost der Patella und wird distal des Apex patellae als Patellarsehne (Ligamentum patellae) bezeichnet. Diese setzt großflächig an der Tuberositas tibiae an.

Funktion

Der Quadrizeps ist der einzige Streckmuskel des Kniegelenks und spielt deshalb eine Schlüsselrolle bei allen Bewegungen, in denen eine Streckung des Knies notwendig ist (z.B. Gehen, Treppensteigen, Aufstehen aus der sitzenden Position). Zusätzlich verhindert er das Einknicken des Kniegelenks beim Stehen. Darüber hinaus bewirkt der M. rectus femoris eine Flexion im Hüftgelenk. Zu kleinen Anteilen tragen der M. vastus medialis zur Innenrotation und der M. vastus lateralis zur Außenrotation des Kniegelenks bei. Der M. articularis genus ist unmittelbar mit der Kniegelenkskapsel und der Bursa suprapatellaris verbunden. Bei einer Streckung des Knies kontrahiert dieser nun, zieht beide Strukturen nach proximal und verhindert somit ihre Einklemmung zwischen Patella und Femur.

Die Quadricepssehne nutzt die Patella als Sesambein. Dies hat zwei Vorteile: 1) Der Hebelarm wird verlängert, was zu einer Steigerung des Drehmoments führt. Dadurch benötigt der Muskel weniger Kraft, um den Knochen zu bewegen. 2) Die Patella schützt das Kniegelenk vor einer direkten Belastung durch die Quadricepssehne.

Pathologie

Der Quadrizeps ist klinisch der Kennmuskel für die Nervenwurzeln L3 und L4. Ein aufgehobener Patellarsehnenreflex (PSR) könnte für einen Bandscheibenvorfall auf Höhe des L3 oder L4 sprechen. Die Lähmung des Quadrizeps durch eine periphere Läsion dagegen zeigt sich durch die Unfähigkeit, adäquat zu gehen oder Treppen zu steigen. Der ruhige Stand kann hierbei in der Regel durch den Kapsel-Band-Apparat des Kniegelenks und eine Vorbeugung des Oberkörpers anfangs kompensiert werden.

Der M. rectus femoris neigt von allen Muskeln des Menschen am meisten zur Verkürzung und ist dadurch besonders verletzungsanfällig. Im Normalfall sollte die Ferse bei passiver Dehnung das Gesäß berühren. Um einer Verkürzung des Quadrizeps entgegenzuwirken, empfiehlt sich daher nach jeder stärkeren Belastung eine ausgiebige Dehnung.

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Quellen anzeigen

Quellen:

  • M. Schünke/E. Schulte/U. Schumacher: Prometheus – LernAtlas der Anatomie – Allgemeine Anatomie und Bewegungssystem, 2.Auflage, Thieme Verlag (2007), S.476-477
  • W. Graumann/ D.Sasse: CompactLehrbuch der gesamten Anatomie – Band 2 – Bewegungsapparat, Schattauer Verlag (2003), S.165-169
  • R. Wirhed: Sportanatomie – Bewegungslehre, 3.Auflage, Schattauer Verlag (2001), S.171-175
  • M. Schünke: Topographie und Funktion des Bewegungssystems, Thieme Verlag (2000), S.344-345

Autor:

  • Achudhan Karunaharamoorthy

Illustratoren: 

  • Musculus quadriceps femoris - Liene Znotina 
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