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Skalenusmuskulatur

Inhalt

Verlauf und Versorgung

Musculus scalenus anterior (ventrale Ansicht)

Musculus scalenus anterior (ventrale Ansicht)

Die Musculi scaleni (lat. „Treppe“) sind drei paarig angelegte Halsmuskeln, die von der Halswirbelsäule zu den oberen beiden Rippen ziehen. So bilden sie ein Dach über der Pleura bzw. dem oberen Thorax. Die Innervation erfolgt durch direkte Äste des Plexus cervicalis und Plexus brachialis (C3-C6).

Die Skalenusmuskeln werden unterteilt in:

  • M. scalenus anterior: verläuft von den Tubercula anteriora der Procc. transversi der 3.-6. Halswirbel zur 1. Rippe.
  • M. scalenus medius: entspringt von den Tubercula posteriora der Procc. transversi der 3.-7. Halswirbel und setzt dorsal des M. scalenus anterior an der 1. Rippe an.
  • M. scalenus posterior: hat seinen Ursprung an den Tubercula posteriora der Procc. transversi der 5.-7. Halswirbel und Ansatz an der 2. Rippe.

Der M. scalenus anterior, M. sternocleidomastoideus und die Clavicula bilden die vordere Skalenuslücke. Hier zieht die V. subclavia entlang. Das Dreieck zwischen M. scalenus anterior, M. scalenus medius und der 1. Rippe wird als hintere (echte) Skalenuslücke bezeichnet. Durch diese verlaufen die A.subclavia und der Plexus brachialis.

Videoempfehlung: Skalenusmuskulatur
Ursprung, Ansatz, Innervation und Funktion der Skalenusmuskeln.

Funktion

Musculus scalenus anterior (Funktionsstellung in lateraler Ansicht)

Musculus scalenus anterior (Funktionsstellung in lateraler Ansicht)

Die Skalenusmuskeln heben die Rippen und somit den Thorax. Sie zählen deshalb zu den inspiratorischen Atemhilfsmuskeln. Eine einseitige Kontraktion neigt die Halswirbelsäule seitwärts (Lateralflexion). Zusätzlich bewirkt der M. scalenus anterior bei beidseitiger Kontraktion eine Beugung des Halses nach vorne (Ventralflexion).

Klinik

Eine zu enge hintere Skalenuslücke komprimiert den Plexus brachialis und die A. subclavia (Skalenussyndrom). Es kommt zu Parästhesien, seltener zu Störungen der Durchblutung (z.B. Ödeme, Ischämie) und Schmerzen. Betroffen sind typischerweise die ulnare Seite und die Kleinfinger. Ursachen für das Skalenussyndrom können z.B. eine Hypertrophie der Skalenusmuskeln durch chronische Überbelastung oder Variationen bzw. Deformitäten der 1. Rippe sein. Etwa 1% der Bevölkerung haben eine zusätzliche sog. Halsrippe, durch die das Gefäß-Nerven-Bündel ebenfalls komprimiert werden kann.

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Quellen anzeigen

Quellen:

  • D. Drenckhahn/J. Waschke: Taschenbuch Anatomie, 1.Auflage, Urban & Fischer Verlag/Elsevier (2008), S.189
  • M. Schünke/E. Schulte/U. Schumacher: Prometheus – LernAtlas der Anatomie – Allgemeine Anatomie und Bewegungssystem, 2.Auflage, Thieme Verlag (2007), S.156-157
  • A. Waldeyer: Anatomie des Menschen, 17.Auflage, De Gruyter (2003), S.238
  • W. Hacke: Neurologie, 13.Auflage, Springer Verlag (2010), S.663-664
  • A. Hüter-Becker/M. Dölken: Physiotherapie in der Orthopädie, 1.Auflage, Thieme Verlag (2005), S.248-249

Autor & Layout:

  • Achudhan Karunaharamoorthy
  • Christopher A. Becker

Illustratoren: 

  • Musculus scalenus anterior - ventrale Ansicht - Yousun Koh
  • Musculus scalenus anterior - Funktionsstellung in lateraler Ansicht - Yousun Koh 
© Sofern nicht anders angegeben, sind alle Inhalte, inklusive der Illustrationen, ausschließliches Eigentum der kenHub GmbH. Sie sind durch deutsches und internationales Urheberrecht geschützt. Alle Rechte vorbehalten.

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