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Musculus levator ani

Inhalt

Verlauf und Versorgung

Der Musculus levator ani bildet den Hauptanteil des Diaphragma pelvis, der kranialen Schicht des Beckenbodens. Er wird hauptsächlich von direkten Ästen des Plexus sacralis (S3-S5) innerviert. Zusätzlich trägt der N. pudendus ebenfalls zu einem kleinen Teil zur Innervation bei. Der M. levator ani setzt sich aus folgenden drei Muskeln zusammen: Musculus levator ani

  • M. puborectalis: entspringt beidseitig lateral der Symphyse und bildet eine Schlinge um den Anus (Junctio anorectalis), was zu einer Krümmung zwischen Rectum und Analkanal führt. Anteilig ist er mit dem M. sphincter ani externus verflochten.
  • M. pubococcygeus: zieht vom Schambeim (lateral vom Ursprung des M. puborectalis) zum Centrum perinei, Lig. anococcygeum und Steißbein. Mediale Muskelfasern sind beim Mann teilweise mit der Prostata verbunden.
  • M. iliococcygeus (= M. coccygeus): verläuft noch weiter lateral von der Faszie des M. obturatorius internus zum Steißbein.

In seiner Gesamtheit bildet der M. levator ani eine V-förmige Struktur. Die beiden Levatorschenkeln begrenzen dabei dorsal der Symphyse eine dreieckige Öffnung (Hiatus levatorius, Levatortor), welche durch prärektale Fasern in den Hiatus urogenitalis (ventral) und den Hiatus analis (dorsal) geteilt wird. Durch den Hiatus urogenitalis treten die Harnröhre und bei der Frau die Vagina hindurch, während das Rectum durch den Hiatus analis verläuft.

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Funktion

Der M. levator ani stabilisiert durch seine Kontraktion einerseits die Bauch- und Beckenorgane und kontrolliert andererseits die Öffnung des Levatortors. Während im Ruhezustand die Harnröhe und das Rectum am Levatortor mechanisch verschlossen werden, relaxiert sich der Muskel zu Beginn der Miktion und Defäkation. Somit spielt der M. levator ani eine entscheidende Rolle im Erhalt der Harn- und Stuhlkontinenz.

Pathologie

Das Levatortor ist eine potenzielle Schwachstelle der Beckenbodenmuskulatur, vor allem bei der Frau. Durch einen erhöhten intraabdominalen Druck (z.B. bei Schwangerschaft, Adipositas, sogar bei chronischem Husten) kann der Beckenboden geschwächt und langfristig geschädigt werden. Dies führt zu einer Senkung des Perineums (descending perineum syndrome) bis hin zum Prolaps der Vagina und des Rectums. Folgen sind Harn- und Stuhlinkontinenz.

Geschätzte 6% der Bevölkerung leiden an intermittierenden, schmerzhaften Muskelspasmen des M. levator ani (Levator-ani-Syndrom). Diese können zu jeder Zeit auftreten und gehen häufig mit Druck- und Spannungsgefühl im anorektalen Bereich einher. Die Ätiologie dieser Erkrankung ist bis heute unklar. Diskutiert werden eine Neuralgie des N. pudendus sowie psychosomatische Komponenten.

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Quellen anzeigen

Quellen:

  • D. Drenckhahn, J. Waschke: Taschenbuch Anatomie, Urban & Fischer Verlag/Elsevier (2008), S. 299-300
  • M. Schünke, E. Schulte, U. Schumacher et al.: Prometheus – LernAtlas der Anatomie – Allgemeine Anatomie und Bewegungssystem, 2. Auflage, Thieme Verlag (2007), S. 160-161, 178-187
  • J. Kirsch, C. A. May, D. Lorke et al.: Taschenlehrbuch Anatomie, Thieme Verlag (2010), S. 434-436
  • R.Tunn, E. Hanzal, D. Perucchini: Urogynäkologie in Praxis und Klinik, 2. Auflage, De Gruyter (2009), S. 29-36
  • H. Rohde: Lehratlas der Proktologie, Thieme Verlag (2006), S.183-184

Autor & Layout:

  • Achudhan Karunaharamoorthy
  • Christopher A. Becker

Illustratoren: 

  • levator ani muscle - Liene Znotina 
© Sofern nicht anders angegeben, sind alle Inhalte, inklusive der Illustrationen, ausschließliches Eigentum der kenHub GmbH. Sie sind durch deutsches und internationales Urheberrecht geschützt. Alle Rechte vorbehalten.

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