EN | DE | PT Kontakt Besser lernen Login Registrieren

Du willst mehr über das Thema Nervus pudendus lernen?

Unsere Videotutorials, interaktiven Quizze, weiterführenden Artikel und ein HD Atlas lassen dich Prüfungen mit Bestnoten bestehen.

Erstelle heute dein kostenloses Konto und trete in die Fußstapfen von über 1.159.764 erfolgreichen Anatomielernern.

”Ich kann ernsthaft behaupten, dass Kenhub meine Lernzeit halbiert hat.” – Mehr lesen. Kim Bengochea Kim Bengochea, Regis University, Denver

Nervus pudendus

Der Nervus pudendus ist der größte Ast des Plexus pudendus und hat sowohl motorische, sensible als auch vegetative Anteile.

Kurzfakten
Äste

Nn. rectales inferiores

Nn. perineales

N. dorsalis penis (beim Mann) bzw. N. dorsalis clitoridis (bei der Frau)

Funktion

stabilen Lage der Beckeneingeweide

Bauchpresse

Kontinenz

Sexualfunktion (z.B. Ejakulation)

Der Nerv führt Fasern der sakralen Rückenmarksegmente S2-S4, teilweise auch S1 und seltener S5. Er ist von besonderer Bedeutung für die Funktion der Beckenbodenmuskulatur, Schließmuskeln und Genitalien.

Verlauf

Der N. pudendus entspringt aus dem Plexus pudendus (Schamgeflecht), der manchmal auch zum kaudalen Abschnitt des Plexus sacralis gezählt wird. Zusammen mit dem N. ischiadicus verlässt er das kleine Becken nach laterodorsal durch das Foramen infrapiriforme.

Direkt danach zieht er bogenförmig um die Spina ischiadica bzw. das Lig. sacrospinale herum und tritt anschließend durch das Foramen ischiadicum minus wieder ins Becken ein.

An der lateralen Wand der Fossa ischioanalis (Fossa ischiorectalis) verläuft er zusammen mit den Vasa pudenda interna im Canalis pudendalis (Alcock-Kanal), einer Faszienduplikatur des M. obturatorius internus (Fascia obturatoria), nach ventral in Richtung Symphyse.

Videoempfehlung: Nerven des männlichen Beckens
Innervation des männlichen Beckens.

Äste

Dabei teilt er sich in seine Äste.

  • Die Nn. rectales inferiores durchbrechen als erste Äste den Canalis pudendalis nach medial und ziehen mit der A. rectalis inferior Richtung Rektum.
  • Kurz danach zweigen die Nn. perineales nach medial ab, sie lassen sich in tiefe, motorische und oberflächliche, sensible Äste unterteilen. Letztere verzweigen sich in die Nn. scrotales posteriores (beim Mann) bzw. die Nn. labiales posteriores (bei der Frau).
  • Der Endast des N. pudendus ist der N. dorsalis penis (beim Mann) bzw. der N. dorsalis clitoridis (bei der Frau). Er durchbricht das Diaphragma urogenitale und den M. transversus perinei profundus und gibt Äste an das Corpus cavernosum penis/clitoridis ab. Schließlich zieht er unter der Symphyse hindurch zur Clitoris bzw. auf dem Penisrücken zur Glans penis.

Funktion

Der N. pudendus spielt eine Rolle bei der stabilen Lage der Beckeneingeweide, bei der Bauchpresse, der Kontinenz sowie bei der Sexualfunktion (z.B. Ejakulation).

Die Nn. rectales inferiores innervieren motorisch den M. sphincter ani externus und sind somit wichtig für die Stuhlkontinenz. Sensiblel versorgen sie die Haut unmittelbar um den Anus (Regio analis).

Die Rr. musculares der Nn. perineales versorgen den M. transversus perinei superficialis, den M. bulbospongiosus und den M. ischiocavernosus. Die sensiblen Nn. scrotales/labiales posteriores innervieren die Haut im Dammbereich sowie den dorsalen Bereich des Skrotums bzw. der Labia majora einschließlich des Vestibulum vaginae.
Videoempfehlung: Nerven des weiblichen Beckens
Innervation des weiblichen Beckens.

Die motorischen Fasern des N. dorsalis penis/clitoridis versorgen den M. transversus perinei profundus, der für die Harnkontinenz verantwortlich ist, sowie den Pars profunda des M. sphincter ani externus und den M. sphincter urethrae (Harnkontinenz).

Sensibel innerviert er die Vorhaut (Präputium) sowie beim Mann die Glans penis und den Corpus cavernosum penis bzw. bei der Frau die Glans clitoridis und den Corpus cavernosum clitoridis.

Klinik

Pudendusneuralgie / Alcock-Syndrom

Der N. pudendus kann infolge einer Dammverletzung während der Geburt oder durch ausgedehnte Tumoren im Enddarm geschädigt werden.

Meist tritt die Läsion beim Verlauf im Canalis pudendus auf, was als Pudendusneuralgie oder Alcock-Syndrom bezeichnet wird. Dabei kommt es zu Schmerzen in der Dammregion, die unterschiedlich weit nach vorn und hinten ausstrahlen und im Sitzen zunehmen.

Zudem besteht je nach Stärke der Läsion eine Stuhl- und/oder Harninkontinenz aufgrund der Lähmung der willkürlichen Schließmuskeln. Außerdem ist die Geschlechtsfunktion beeinträchtigt, was zum Beispiel beim Mann zu Impotenz und Zeugungsunfähigkeit führen kann.

Pudendusblockade

Bei Geburten kann man zur Linderung der Schmerzen eine Pudendusblockade (Pudendusanästhesie) einsetzen, bei der der N. pudendus durch eine transvaginale Injektion vor Eintritt in den Canalis pudendus gelähmt und somit die Schmerzweiterleitung unterbrochen wird.

Da die Blockade keinen Einfluss auf die Gebärmuttermuskulatur hat, d.h. der Pressdrang und die Wehen nicht nachlassen, wird sie in der Regel erst nach vollständig eröffnetem Muttermund in der Austreibungsphase durchgeführt.

Du willst mehr über das Thema Nervus pudendus lernen?

Unsere Videotutorials, interaktiven Quizze, weiterführenden Artikel und ein HD Atlas lassen dich Prüfungen mit Bestnoten bestehen.

Erstelle heute dein kostenloses Konto und trete in die Fußstapfen von über 1.159.764 erfolgreichen Anatomielernern.

”Ich kann ernsthaft behaupten, dass Kenhub meine Lernzeit halbiert hat.” – Mehr lesen. Kim Bengochea Kim Bengochea, Regis University, Denver

Quellen anzeigen

Quellen:

  • I. Reuter: Nervus pudendus, Engelhardt Lexikon Orthopädie und Unfallchirurgie, http://www.lexikon-orthopaedie.com/pdx.pl?dv=0&id=01433 (abgerufen am 25. Oktober 2014)
  • K. J. Moll, M. Moll: Anatomie, 18. Auflage, Urban & Fischer (2006), S. 271
  • M. Trepel: Neuroanatomie, 5. Auflage, Urban & Fischer (2012), S. 50-51
  • M. Schünke, E. Schulte, U. Schumacher et al.: Prometheus Lernatlas der Anatomie, 2. Auflage, Thieme (2007), S. 536-537
  • T. H. Schiebler, H.-W. Korf: Anatomie, 10. Auflage, Steinkopff Verlag (2007), S. 447
  • U. Bommers-Ebert, P. Teubner, R. Voß: Kurzlehrbuch Anatomie und Embryologie, 3. Auflage, Thieme (2011), S. 220
  • H. K. van Aken, H. Wulf, H. C. Niesel: Lokalanästhesie, Regionalanästhesie, Regionale Schmerztherapie, 3. Auflage, Thieme (2010), S. 511

Autor:

  • Jonathan Pohl
© Sofern nicht anders angegeben, sind alle Inhalte, inklusive der Illustrationen, ausschließliches Eigentum der kenHub GmbH. Sie sind durch deutsches und internationales Urheberrecht geschützt. Alle Rechte vorbehalten.

Relevante Grafiken und Bilder

Lerne weiter

Weitere Artikel lesen

Zeige 21 weitere Artikel

Videos anschauen

Quiz starten

Atlas durchstöbern

Gut gemacht!

Jetzt registrieren und gratis Anatomie-Lernguide eBook erhalten!