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Männliche Geschlechtsorgane

Die männlichen Geschlechtsorgane dienen der Produktion und dem Transport von Sperma (Samenflüssigkeit) und sind essentiell für die Fortpflanzung des Mannes mit der Frau.

Die inneren Geschlechtsorgane sind die Hoden (Testis), Nebenhoden (Epididymis), eine Reihe von Gängen und die akzessorischen Geschlechtsdrüsen. Penis und Hodensack (Skrotum) bilden die äußeren Geschlechtsorgane.

Kurzfakten
Innere Geschlechtsorgane

Hoden (Testes)

Nebenhoden (Epididymis)

Samenleiter (Ductus deferens)

Akzessorische Geschlechtsdrüsen

Akzessorische Geschlechtsdrüsen

Vorsteherdrüse (Prostata)

Samenbläschen (Vesicula seminalis)

Bulbourethraldrüsen (Glandula bulbourethralis)

Äußere Geschlechtsorgane

Penis (Glied)

Hodensack (Skrotum)

Blutversorgung

Innere Geschlechtsorgane: A. testicularis, A. vesicalis inferior und superior
Äußere Geschlechtsorgane: A. pudenda externa und interna, A. rectalis media

Innervation

Innere Geschlechtsorgane: Nn. splanchnici lumbales, Plexus hypogastricus, Nn. splanchnici pelvici
Äußere Geschlechtsorgane: N. pudendus, Plexus prostaticus

Lymphdrainage

Hoden: paraaortale Lymphknoten
Weitere Geschlechtsorgane: Inguinale Lymphknoten (Leistenlymphknoten)

Klinische Aspekte Adenokarzinom, gutartige Prostatahyperplasie, Kryptorchismus

Die Faszination für männliche Geschlechtsorgane ist so alt wie die Menschheit selbst, sie sind ein allgegenwärtigen Thema in allen kulturellen Aspekten unserer Gesellschaft - von albernen Witzen bis hin zu phallischer Kunst.

Die Mission dieses Artikels ist es, die männlichen Geschlechtsorgane unter anatomischen und funktionellen Gesichtspunkten zu präsentieren.

Innere männliche Geschlechtsorgane

Hoden

Die paarig angelegten Hoden (Testes) sind die Keimdrüsen des Mannes, wo die Spermien produziert werden (Spermatogenese). Sie entwickeln sich intrabdominell in der Embryogenese und wandern im Laufe der späten Fetalzeit durch den Leistenkanal in den Hodensack (Descencus testis).

Aufbau des Hodens und benachbarte Strukturen

Der Hoden besteht aus ca. 250-300 Läppchen mit zahlreichen Hodenkanälchen, wo ab der Pubertät die Produktion von Spermien lebenslang stattfindet. Zwischen ihnen liegen endokrine Zellen, die die männlichen Hormone (Androgene) produzieren, v.a. Testosteron. Die Androgene spielen eine wichtige Rolle in der Differenzierung zum männlichen Geschlecht.

Arterielles Blut erhält der Hoden aus der A. testicularis. Das venöse Blut des Hodens sammelt sich beidseitig in einem venösen Geflecht, dem Plexus pampiniformis. Dieser umgibt die A. testicularis und fließt anschließend in die V. testicularis dextra bzw. sinistra ab.

Die vegetative Innervation des Hodens erfolgt über den Plexus testicularis und den Plexus deferentialis und für die sensible Versorgung der Hodenhüllen sind Äste des Nervus genitofemoralis zuständig.

Nebenhoden

Die Nebenhoden (Epididymis) sind längliche Organe, die dorsal auf den Hoden liegen und in drei Abschnitte gegliedert werden:

  • Kopfteil (Caput epididymidis)
  • Körper (Corpus epididymidis)
  • Schwanzteil (Cauda epididymidis)

Über die Ductuli efferentes nehmen sie die Spermien der Hoden auf und lassen sie ausreifen (Erhalt der Mobiliät). Die Spermien werden hier gelagert und bei einer Ejakulation über den Nebenhodengang (Ductus epididymidis) weitergeleitet.

Videoempfehlung: Beckenorgane und Perineum des Mannes
Inhalt des männlichen Beckens (inkl. Organe und Perineum).

Samenleiter

Der Samenleiter (Ductus deferens) ist ein ca. 40 cm langer Schlauch, der die Spermien von den Nebenhoden zur Harnröhre transportiert. Er zieht im Samenstrang (Funiculus spermaticus) durch den Leistenkanal ins kleine Becken und von dort seitlich über die Blase nach dorsal.

Hier vereint er sich mit dem Ausführungsgang der Samenbläschen zum Spritzkanal (Ductus ejaculatorius), welcher nun in die Prostata eindringt und schlussendlich in die Harnröhre mündet. Die Harnröhre ist somit ein gemeinsamer Ausführungsgang für den Urin und das Ejakulat („Harn-Samen-Röhre“).

Akzessorische Geschlechtsdrüsen

Die akzessorischen Geschlechtsdrüsen produzieren die Samenflüssigkeit, die zusammen mit den Spermien das Ejakulat bildet. Diese Sekrete ernähren die Spermien und unterstützen ihren Transport sowie Aktivierung. Zu ihnen zählen die Prostata, Samenbläschen und Bulbourethraldrüsen.

Prostata

Die kastaniengroße Vorsteherdrüse (Prostata) liegt unterhalb der Harnblase und umschließt die Harnröhe (Urethra). Sie produziert ein alkalisches Sekret mit Zitronensäure (puffernde Wirkung) und zahlreichen Enzymen. Sie wird von den anderen akzessorischen Geschlechtsdrüsen, den Samenbläschen und den Bulbourethraldrüsen unterstützt.

Charakteristisch sind ihre glatten Muskelzellen, die das Sekret aus den ca. 40 Einzeldrüsen aktiv durch die Harnröhre „herausschleudern“ können.

Die Prostata wird durch Äste der A. pudendalis interna, der A. vesicalis inferior und der A. rectalis media durchblutet. Die Innervation erfolgt durch parasympathische Fasern der Nn. splanchnici pelvici, über den Plexus prostaticus und durch sympathische Fasern des Plexus hypogastricus inferior.

Samenbläschen

Die Samenbläschen (Vesicula seminalis) liegen dorsal am Blasenfundus. Der Name ist irreführend, da es sich bei ihnen um längliche, dünne Säckchen handelt und hier keine Samen gelagert werden. Vielmehr produzieren sie ein gelartiges, gelbliches, alkalisches Sekret, was ca. 60% des Ejakulatvolumens ausmacht.

Ihre Ausführungsgänge (Ductus excretorius) vereinen sich innerhalb der Prostata mit dem Ductus deferens.

Bulbourethraldrüse

Die kleinen, paarigen Bulbourethraldrüsen (Glandula bulbourethralis), auch Cowper-Drüsen genannt, befinden sich in der Beckenbodenmuskulatur und geben ihr alkalisches Sekret über einen kleinen Kanal direkt in die Harnröhre ab. Diese werden vor der Ejakulation abgesondert und dienen der Neutralisierung von Urinresten an der Harnröhrenschleimhaut.

Weitere Informationen zu den akzessorischen Drüsen des männlichen Fortpflanzungssystems findest du in den folgenden Artikeln und Videos:

Äußere männliche Geschlechtsorgane

Penis

Der Penis (Glied) ist das Begattungsorgan, durch den die Harnröhre läuft. Er ist in drei Teile unterteilt:

  • Radix penis (Peniswurzel)
  • Corpus penis (Peniskörper)
  • Glans penis (Eichel)

Die Peniswurzel ist das proximale Ende des Penis. Sie dient der Befestigung des Penis am knöchernen Becken. Der Peniskörper besteht aus drei erektilen Geweben: dem ungepaarten Corpus spongiosum und den paarigen Corpora cavernosa.

Diese drei Schwellkörper werden durch Faszie geschützt: Tunica albuginea, Fascia penis superficialis und Fascia penis profunda. Die Eichel ist der distalste Teil des Corpus Spongiosum. Ein Duplikat der Haut, die so genannte Vorhaut, umgibt die Eichel und schützt sie. Die Eichelspitze ist frei von Vorhaut und weist die äußere Harnröhrenöffnung auf.

Der Penis wird durch Äste der A. pudenda interna versorgt, während das venöse Blut durch die V. pudenda externa superficialis abtransportiert wird.

Innerviert wird der Penis durch drei Hauptnerven:

  • N. pudendus - liefert sensorische und sympathische Informationen
  • Nn. splanchnici pelvici - sorgen für eine parasympathische Innervation, die über den Prostataplexus an der erektilen Funktion beteiligt ist
  • N. ilioinguinalis - versorgt die Haut der Peniswurzel

Schaue dir doch das folgende Video an, um die Anatomie des Penis besser zu verstehen und löse das Quiz, um dein neu erworbenes Wissen zu festigen.

Hodensack

Der Hodensack (Skrotum) ist ein dünner, muskulärer Sack zwischen Penis und Anus, der die Hoden und Nebenhoden enthält. Er ist eine direkte Fortsetzung der Rumpfhaut. Charakteristisch sind seine Hyperpigmentierung, Talg- und Schweißdrüsen sowie Schambehaarung.

Anatomie des Hodensacks (Skrotum) - rechts-laterale Ansicht

Die Hauptfunktion des Hodensacks ist es, die Temperatur der Hoden stabil bei 34-35 °C zu halten, was für eine gesunde Spermienproduktion notwendig ist. Dies wird durch die folgenden zwei Muskeln erreicht: dem M. dartos, einer dünnen Muskelschicht des Hodensacks, dessen Kontraktion zu einem Zusammenziehen der Haut des Hodens führt, und dem M. cremaster, dessen Kontraktion die Hoden näher an den Körper heranzieht.

Die Blutversorgung wird durch die Äste der A. pudenda externa und interna gewährleistet. Innerviert wird der vordere Teil des Hodensacks durch Äste des Plexus sacralis und der hintere Bereich durch den Plexus lumbalis.

Sieh dir doch mal das folgende Quiz an, um dein Wissen über die Definition, Anatomie und Funktion des Hodensacks zu testen.

Klinik

Adenokarzinome sind bösartige Tumoren der Prostata. Da sie meistens an der hinteren Oberfläche der Drüse auftreten, sind sie bei einer Rektaluntersuchung leicht tastbar. Eine gutartige Prostatahyperplasie tritt in dem Teil der Prostata auf, der die Harnröhre umgibt. Dies kann bei unzureichender Behandlung zu Harnverhalt und anschließender Blasen- und Niereninfektion führen.

Kryptorchismus ist eine Erkrankung, bei der einer oder beide Hoden nicht in den Hodensack absteigen. Dieser Befund ist bei etwa 3% der Babys und 30% der Frühgeborenen vorhanden. Das Vorhandensein beider Hoden sollte nach der Geburt immer durch Abtasten des Skrotums bestätigt werden. Es ist eine einfache aber wichtige Untersuchung, da Kryptorchismus die Fruchtbarkeit beeinträchtigt und Hoden, die nicht abgesenkt wurden, ein höheres Risiko für bösartige Veränderungen bergen.

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Quellen anzeigen

Quellen:

  • J. W. Rohen, E. Lütjen-Drecoll: Funktionelle Anatomie des Menschen, 11.Auflage, Schattauer (2006), S. 213
  • J. Zervos-Kopp: Ergotherapie Prüfungswissen - Anatomie, Biologie und Physiologie, Thieme Verlag (2007), S.278-283
  • J. Kirsch, C. A. May, D. Lorke et al.: Taschenlehrbuch Anatomie, Thieme Verlag (2010), S. 472-491
  • W. Krause, W. Weidner, H. Sperling et al.: Andrologie, 4. Auflage, Thieme (2011), S. 303

Autor:

  • Achudhan Karunaharamoorthy

Illustratoren: 

  • Glandula bulbourethralis / Bulbourethraldrüse - Frontalschnitt - Irina Münstermann
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