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Männliche Geschlechtsorgane

Inhalt

Einführung

Die männlichen Geschlechtsorgane dienen der Produktion und dem Transport von Sperma (Samenflüssigkeit) und sind essentiell für die Fortpflanzung des Mannes mit der Frau. Sie liegen in der Beckenregion im oder am Körper und werden entsprechend in innere und äußere Geschlechtsorgane unterteilt.

Männliche Harnblase (en)
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Vordere Ansicht in koronaler Ebene der männlichen Blase in Becken und Beckenboden.

innere männliche Geschlechtsorgane

Hoden

Die paarig angelegten Hoden (Testes) sind die Keimdrüsen des Mannes, wo die Spermien produziert werden (Spermatogenese). Sie entwickeln sich intrabdominell in der Embryogenese und wandern im Laufe der späten Fetalzeit (25.-35. Woche) durch den Leistenkanal in den Hodensack (Descencus testis). Der Hoden besteht aus ca. 250-300 Läppchen mit zahlreichen Hodenkanälchen, wo ab der Pubertät die Produktion von Spermien lebenslang stattfindet. Zwischen ihnen liegen endokrine Zellen, die die männlichen Hormone (Androgene) produzieren, v.a. Testosteron. Die Androgene spielen eine wichtige Rolle in der Differenzierung zum männlichen Geschlecht.

Nebenhoden

Die Nebenhoden (Epididymis) sind längliche Organe, die dorsal auf den Hoden liegen. Über die Ductuli efferentes nehmen sie die Spermien der Hoden auf und lassen sie ausreifen (Erhalt der Mobiliät). Die Spermien werden hier gelagert und bei einer Ejakulation über den Nebenhodengang (Ductus epididymidis) weitergeleitet.

Samenleiter

Der Samenleiter (Ductus deferens) ist ein ca. 40 cm langer Schlauch, der die Spermien von den Nebenhoden zur Harnröhre transportiert. Er zieht im Samenstrang (Funiculus spermaticus) durch den Leistenkanal ins kleine Becken und von dort seitlich über die Blase nach dorsal. Hier vereint er sich mit dem Ausführungsgang der Samenbläschen zum Spritzkanal (Ductus ejaculatorius), welcher nun in die Prostata eindringt und schlussendlich in die Harnröhre mündet. Die Harnröhre ist somit ein gemeinsamer Ausführungsgang für den Urin und das Ejakulat („Harn-Samen-Röhre“).

akzessorische Geschlechtsdrüsen

Die akzessorischen Geschlechtsdrüsen produzieren die Samenflüssigkeit, die zusammen mit den Spermien das Ejakulat bildet. Diese Sekrete ernähren die Spermien und unterstützen ihren Transport sowie Aktivierung. Zu ihnen zählen die Samenbläschen, Vorsteherdrüse und Bulbourethraldrüsen.

Samenbläschen

Die Samenbläschen (Vesicula seminalis) liegen dorsal am Blasenfundus. Der Name ist irreführend, da es sich bei ihnen um längliche, dünne Säckchen handelt und hier keine Samen gelagert werden. Vielmehr produzieren sie ein gelartiges, gelbliches, alkalisches Sekret, was ca. 60% des Ejakulatvolumens ausmacht. Ihre Ausführungsgänge (Ductus excretorius) vereinen sich innerhalb der Prostata mit dem Ductus deferens.

Prostata

Die kastaniengroße Vorsteherdrüse (Prostata) liegt unterhalb der Harnblase und umschließt die Harnröhe (Urethra). Sie produziert ein alkalisches Sekret mit Zitronensäure (puffernde Wirkung) und zahlreichen Enzymen. Charakteristisch sind ihre glatten Muskelzellen, die das Sekret aus den ca. 40 Einzeldrüsen aktiv durch die Harnröhre „herausschleudern“ können.

Bulbourethraldrüse

Die kleinen, paarigen Bulbourethraldrüsen (Glandula bulbourethralis), auch Cowper-Drüsen genannt, befinden sich in der Beckenbodenmuskulatur und geben ihr alkalisches Sekret über einen kleinen Kanal direkt in die Harnröhre ab. Diese werden vor der Ejakulation abgesondert und dienen der Neutralisierung von Urinresten an der Harnröhrenschleimhaut.

äußere männliche Geschlechtsorgane

Penis

Der Penis (Glied) ist das Begattungsorgan, durch den die Harnröhre läuft. Über seine Wurzel ist er am Schambein befestigt, sein Schaft hängt dagegen frei. An seinem Ende liegt die Eichel (Glans), die durch die bewegliche Vorhaut (Präputium) bedeckt wird. Der Penis besteht aus Schwellkörpern, die sich bei sexueller Erregung oder einer mechanischer Reizung mit Blut füllen und so eine Erektion auslösen. Diese unterstützt die Einführung des Penis in die Scheide der Frau und die Herausschleuderung des Ejakulatus während der Begattung.

Hodensack

Der Hodensack (Skrotum) ist ein dünner, muskulärer Sack zwischen Penis und Anus, der die Hoden und Nebenhoden enthält. Er ist eine direkte Fortsetzung der Rumpfhaut. Charakteristisch ist seine Hyperpigmentierung, Talg- und Schweißdrüsen sowie Schambehaarung. Die Hauptfunktion des Hodensacks ist es, die Hoden bei 34-35 °C zu halten, was für eine gesunde Spermienproduktion notwendig ist. Bei kalten Außentemperaturen verkürzt er sich, um die Hoden warm zu halten, umgekehrt verlängert er sich bei hohen Temperaturen.

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Quellen anzeigen

Quellen:

  • J. W. Rohen, E. Lütjen-Drecoll: Funktionelle Anatomie des Menschen, 11.Auflage, Schattauer (2006), S. 213
  • J. Zervos-Kopp: Ergotherapie Prüfungswissen - Anatomie, Biologie und Physiologie, Thieme Verlag (2007), S.278-283
  • J. Kirsch, C. A. May, D. Lorke et al: Taschenlehrbuch Anatomie, Thieme Verlag (2010), S. 472-491
  • W. Krause, W. Weidner, H. Sperling et al.: Andrologie, 4. Auflage, Thieme (2011), S. 303

Autor:

  • Achudhan Karunaharamoorthy

Illustratoren: 

  • Männliche Geschlechtsorgane, Hoden (grün), laterale Ansicht - Irina Münstermann
  • Prostata (Querschnitt des männlichen Beckens) - Irina Münstermann
  • Penis und Hodensack (grün), laterale Ansicht - Irina Münstermann
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