EN | DE | PT Kontakt Besser lernen Login Registrieren

Du willst mehr über das Thema Nervus opticus lernen?

Unsere Videotutorials, interaktiven Quizze, weiterführenden Artikel und ein HD Atlas lassen dich Prüfungen mit Bestnoten bestehen.

Erstelle heute dein kostenloses Konto und trete in die Fußstapfen von über 1.102.418 erfolgreichen Anatomielernern.

”Ich kann ernsthaft behaupten, dass Kenhub meine Lernzeit halbiert hat.” – Mehr lesen. Kim Bengochea Kim Bengochea, Regis University, Denver

Nervus opticus

Der Nervus opticus (Sehnerv) ist der II. Hirnnerv und ein Teil der Sehbahn. Seine Aufgabe ist die Weiterleitung von visuellen Informationen der Retina zum Corpus geniculatum laterale (seitlicher Kniehöcker). Embryologisch handelt es sich um einen Teil des Diencephalon.

Aufbau und Verlauf

Der N. opticus ist der Zusammenschluss von Axonen der großen Ganglienzellen aus der Retina.

Nervus opticus - caudal

Die oberste Zellschicht der Retina besteht aus großen multipolaren Nervenzellen (3. Neuron der Sehbahn). Ihre Axone ziehen als marklose Fasern und in Bündeln organisiert in der retinalen Nervenfaserschicht zum blinden Fleck (Papilla nervi optici). Dieser bildet den Übergang von Retina zum N. opticus.

Ab diesem Punkt des Durchtrittes sind die Axone myelinisiert und der N. opticus ist von Hirnhäuten umgeben. Eine Arachnoidea- und Pia mater-Scheide, welche Fortsetzungen der Choroidea und Sclera des Auges sind, liegen dem Nerven unmittelbar an. Darauf folgt ein mit Liquor gefüllter Raum, der eine Verschiebung zwischen Nerv und Hülle erlaubt. Im äußersten Bereich ist diesem dann eine Durascheide angelegt. Zwischen den Nervenbündeln ziehen Septen der Pia mater entlang.

Videoempfehlung: Nervus opticus
Nervus opticus und Sehbahn.

Die Nn. optici treten jeweils durch den Canalis nervi optici in die Schädelhöhle ein. Sie vereinigen sich und bilden das Chiasma opticum (Sehnervenkreuzung). Bei diesem Zusammentreffen werden Fasern der Seiten ausgetauscht. Der ab diesem Teil in Richtung Corpus geniculatum laterale ziehende Faserzug wird als Tractus opticus bezeichnet. Bevor diese das Corpus geniculatum erreichen, ziehen sie lateral an den Pedunculi cerebri entlang ohne mit ihnen Fasern auszutauschen.

Klinik

Eine Schädigung des N. opticus zwischen Auge und Chiasma opticum führt zum Ausfall des Auges, von dem er wegzieht.

Ist der Tractus opticus lädiert, kommt es zu beidseitigen Gesichtsfeldausfällen:

  • bei Schädigung direkt am Chiasma opticum findet sich ein halbseitiger Gesichtsfeldausfall, auf beiden Augen jeweils lateral (bitemporale Hemianopsie)
  • liegt die Läsion an der Stelle, an der die Fasern des N. opticus sich auftrennen in Richtung gleichseitiger Tractus opticus und Chiasma opticum, ist der Gesichtsfeldausfall genau umgekehrt: auf beiden Augen jeweils nasal (binasal Hemianopsie)
  • die Schädigung des Tractus opticus führt zu Gesichtsfeldausfällen beider Augen, wobei die Gesichtshälfte des zum Tractus ipsilateral liegenden Auges nasal und die des anderen Auges lateral ausfällt (homonyme Hemianopsie)

Gesichtsfelddefekte, gleich welcher Genese, werden als Skotome bezeichnet. Sie sind häufig vaskulär, durch Tumore oder entzündlich bedingt. Auch Ablagerungens- und Speichererkrankungen stellen mögliche Auslöser dar. Ein sehr geringer Teil beruht auf angeborenen Fehlbildungen und sonstigen Ursachen.

Nur Läsionen des Tractus opticus, der lateralen Faseraufzweigung am Chiasma opticum sowie des Chiasma selbst führen zu Skotomen mit Ausfall genau einer Hälfte des Gesichtsfeldes (Hemianopsie). Alle weiteren Schädigungen entlang des Sehbahn weisen andere Gesichtsfeldausfälle auf, beispielsweise mit kreisförmigen oder geviertelten Aussparungen des Gesichtsfeldes.

Jede Läsion entlang der Sehbahn führt zu einer anderen klinischen Ausfallsymptomatik – daher sind Gesichtsfeldausfälle jeweils pathognomisch für einen spezifischen Schädigungsort.

Du willst mehr über das Thema Nervus opticus lernen?

Unsere Videotutorials, interaktiven Quizze, weiterführenden Artikel und ein HD Atlas lassen dich Prüfungen mit Bestnoten bestehen.

Erstelle heute dein kostenloses Konto und trete in die Fußstapfen von über 1.102.418 erfolgreichen Anatomielernern.

”Ich kann ernsthaft behaupten, dass Kenhub meine Lernzeit halbiert hat.” – Mehr lesen. Kim Bengochea Kim Bengochea, Regis University, Denver

Quellen anzeigen

Quellen:

  • W. Kahle, M. Frotscher: Nervensystem und Sinnesorgane – Taschenatlas Anatomie, 10. Auflage, Thieme (2009), S. 354, 358
  • D. Drenckhahn, A. Benninghoff: Anatomie, 16. Auflage, Elsevier (2004), S. 549, 695
  • M. Bähr, M. Frotscher: Neurologisch-topische Diagnostik, 9. Auflage, Thieme (2009), S. 380
  • M. Trepel: Neuroanatomie, 4. Auflage, Urban & Fischer (2008), S. 258 f.
  • M. Schünke, E. Schulte, U. Schumacher et al.: Kopf, Hals und Neuroanatomie – Prometheus, 2. Auflage, Thieme (2009), S. 101
  • R. Rohkamm: Taschenatlas Neurologie, 3. Auflage, Thieme (2009), S. 156 f.
  • R. Lüllmann-Rauch: Taschenlehrbuch Histologie, 3. Auflage, Thieme (2009), S. 186
  • T. Sadler: Medizinische Embryologie, 11. Auflage, Thieme (2008), S. 450

Text, Review, Layout:

  • Andreas Rheinländer
  • Claudia Bednarek
  • Marie Hohensee

Illustration:

  • Nervus opticus - caudal - Paul Kim
© Sofern nicht anders angegeben, sind alle Inhalte, inklusive der Illustrationen, ausschließliches Eigentum der kenHub GmbH. Sie sind durch deutsches und internationales Urheberrecht geschützt. Alle Rechte vorbehalten.

Relevante Grafiken und Bilder

Lerne weiter

Weitere Artikel lesen

Zeige 7 weitere Artikel

Videos anschauen

Quiz starten

Atlas durchstöbern

Gut gemacht!

Jetzt registrieren und gratis Anatomie-Lernguide eBook erhalten!

Erstelle dein kostenloses Konto.
Leg’ los mit deinem Training – in weniger als 60 Sekunden.