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Schädel

Inhalt

Einführung

Der menschliche Schädel (Cranium) besteht aus etwa 22- 30 einzelnen Knochen, die größtenteils durch verknöcherte Nähte, den sog. Suturen zusammen gehalten werden. Der Schädel wird im Allgemeinen in Hirnschädel (Neurocranium) und Gesichtsschädel (Viscerocranium) unterteilt. Seine Hauptaufgabe ist der Schutz des wohl wichtigsten Organs des Menschen, dem Gehirn. Bis auf das Foramen magnum und diverser anderer Foramina der Schädelbasis, die als Ein- bzw. Austrittspunkte für Gefäße und Hirnnerven dienen, wird das Gehirn fast vollständig vom Neurocranium umschlossen.

Sagittale Ansicht des Schädels
Videoempfehlung: Sagittale Ansicht des Schädels
Strukturen des Schädels im Sagittalschnitt.

Aufbau

Der Hirnschädel besteht aus dem Schädeldach (Calvaria) und der bereits erwähnten Schädelbasis. Das Schädeldach wird vom paarigen Os parietale (Scheitelbein) und von Anteilen des Os frontale (Stirnbein), sowie dem Os occipitale (Hinterhauptbein) gebildet. Die wichtigsten Suturen des menschlichen Schädels sind die Sutura coronalis (Kranznaht), zwischen Os frontale und Os parietale, die Sutura sagittalis (Pfeilnaht), die die beiden Os parietale trennt, die Sutura lambdoidea (Lambdanaht), welche horizontal zwischen dem Os occipitale und den beiden Os parietale verläuft. Dies sind die drei bedeutendsten Schädelnähte der insgesamt 33 Suturen, die von den Knochen des menschlichen Schädels gebildet werden.

Die Schädelbasis dient als caudale Begrenzung des Neurocraniums. Sie wird von der innenseite her betrachtet, in drei Schädelgruben (vordere, mittlere und hintere Schädelgrube) untergliedert. Makroskopisch beinhaltet die Schädelbasis Anteile des Os frontale, Os ethmoidale, Os sphenoidale (Keilbein), Os occipitale und des paarigen Os temporale (Schläfenbein).

Als Gesichtsschädel bezeichnet man alle Schädelknochen, die sich fronto-caudal an das Neurocranium anschließen. Dazu gehören die Maxillla (Oberkiefer) und die Mandibula (Unterkiefer) als prominenteste Vertreter. Os zygomatikum (Jochbein), Os nasale (Nasenbein), Os palatinum (Gaumenbein), Os lacrimale (Tränenbein), Vomer (Pflugscharbein) und die Concha nasalis inferior (untere Nasenmuschel) beteiligen sich zusammen an der Bildung der Orbita und der Nasenhöhle.

Besonderheiten und Durchtrittsstellen

Wie bereits beschrieben befinden sich die meisten Foramina, welche für die Hirnversorgung relevante Nerven bzw. Blutgefäße führen, in der Schädelbasis. Hier soll nun noch einmal das Augenmerk auf die wichtigsten Strukturen, geordnet nach ihrer Lage in den drei Schädelgruben besprochen werden.

In der vorderen Schädelgrube findet man medial, eine löchrige siebartige Knochenformation, die sog. Lamina cribrosa. Die etwa 20 Foramina cribrosa dienen den Fila olfactoria als Pforte zur Riechschleimhaut der Nasenhöhle. Auch der Canalis opticus des N. opticus (II) und der A. ophthalmica befindet sich zentral im Os sphenoidale, durch dessen Ala minor die Fossa cranii anterior (vordere Schädelgrube) nach dorsal begrenzt wird.

Daran schließt sich die zweigeteilte mittlere Schädelgrube an. Sie liegt etwas tiefer als die vordere und enthält unter anderem die Fissura orbitalis superior (III, IV, VI; V1 ). Eine weitere bedeutende knöcherne Erhebung bildet die Sella turcica mit der Fossa hypophysialis, die zentral in der mittleren Schädelgrube gelegen, den Sitz der Hypophyse auf der Schädelbasis darstellt. Das Foramen rotundum (V2), Foramen ovale (V3), Foramen spinosusum (V3) und der Canalis caroticus, durch den die A. carotis interna den menschlichen Schädel erreicht, befinden sich ebenfalls in der mittleren Schädelgrube.

Die größte Öffnung des menschlichen Schädels stellt das Foramen magnum dar. An diesem Punkt verlässt der Hirnstamm den Schädel und geht ins Rückenmark über. Das Foramen liegt im Zentrum der hinteren Schädelgrube, die nach frontal durch das Dorsum sellae sowie der Oberkante des Felsenbeins, von der mittleren Schädelgrube getrennt wird. Weitere Strukturen sind der Meatus acusticus internus (VII, VIII), das Foramen jugulare (V. jugularis interna; IX, X, XI), gefolgt von dem Canalis nervi hypoglossi (XII).

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Quellen anzeigen

Quellen:

  • Lippert H.: Lehrbuch Anatomie, 6. Auflage (2003), Urban und Fischer Verlag/ Elsevier Verlag, S. 489-500
  • Benninghoff/Drenckhahn: Anatomie, Band 2, 16. Auflage (2004), S. 483-513
  • Putz R., Pabst R.: Sobotta Atlas der Anatomie des Menschen, 20. Auflage (1993), Urban & Schwarzenberg, S. 30-69

Autor: Markus Drechsler, Christopher A. Becker

Illustratoren: 

  • Schädel (ventrale Ansicht) - Yousun Koh 
  • Schädel (laterale Ansicht) - Yousun Koh 
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