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Tractus tegmentalis centralis (zentrale Haubenbahn)

Der Tractus tegmentalis centralis (zentrale Haubenbahn) ist ein Faserbündel, das in großer Anzahl efferente Fasern des extrapyramidalmotorischen Systems sowie gustatorische Fasern führt.

Der Ursprung liegt in den Basalganglien und der Hauptteil seiner Fasern endet in der unteren Olive (Ncl. olivaris inferior). Ein kleiner Teil setzt sich wahrscheinlich über kurz nacheinander geschaltete Neurone bis in das Rückenmark fort.

Ursprung, Verlauf und Faserverbindungen

Die Fasern der zentrale Haubenbahn haben vier Ursprungskerngebiete:

  • Striatum und Globus pallidus
  • Zona incerta
  • Substantia grisea centralis (zentrales Höhlengrau)
  • Nucleus ruber

Sie verlaufen einander angelagert als einzelne Trakte, bis sie sich kaudal des Nucleus ruber zu einem Trakt zusammenschließen.

Tractus tegmentalis centralis / zentrale Haubenbahn (grün) - Querschnitt


Die Neurone des Striatums und Globus pallidus sind die am weitesten kortikal gelegenen Fasern. Sie verlaufen als Tractus pallidotegmentalis zwischen dem Ncl. subthalamicus und der Zona incerta. Sie passieren die Engstelle zwischen zentralem Höhlengrau und Ncl. ruber, um sich etwas weiter kaudal mit den anderen Faserbündeln zur zentralen Haubenbahn zu vereinen. Die Gesamtheit dieser Fasern verläuft als Fibrae pallidoolivares.

An der Engstelle zwischen Zona incerta und Ncl. subthalamicus gibt die Zona incerta Fasern ab, die sich dem Tractus pallidotegmentalis anlagern. Auch der Ncl. ruber gibt Fasern ab, die sich dem Faserbündel anschließen (Fibrae rubroolivares).
Neben diesen zwei großen Kerngebieten schließen sich noch feine Fasern aus dem zentralen Höhlengrau, der Formatio reticularis des Pons, der Medulla oblongata sowie der Umgebung des Ncl. ruber an. Sie werden als Fibrae reticuloolivares zusammengefasst.

Medulla oblongata / verlängertes Rückenmark - lateral

Etwa auf halber Höhe zwischen Ncl. ruber und unterer Olive werden kleine Faseranteile abgegeben, die über kurz nacheinander geschaltete Neurone verlaufen. Sie bilden ein Netzwerk von absteigenden Neuronen (Fibrae reticuloreticulares), die sich bis in das Rückenmark fortsetzen sollen.

Funktion

Die efferenten Fasern steigen von den Basalganglien über den Ncl. ruber zur unteren Olive ab, die wiederum über den Tractus olivocerebellaris auf das Kleinhirn projiziert. Damit verbinden sie Zwischen- , Mittel- und Rautenhirn und sind Teil des motorischen Systems. Sie tragen sowohl zur Willkürmotorik als auch zur Stütz- und Haltemotorik bei.

Durch den efferenten Bogen von den Basalganglien bis zum Kleinhirn werden motorische Planungen vorgenommen und die Ist-Situation des Körpers im Raum mit dem geplanten Bewegungsprogramm abgeglichen.

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Quellen anzeigen

Autor: Andreas Rheinländer

Illustratoren:

  • Tractus tegmentalis centralis / zentrale Haubenbahn - Querschnitt - Paul Kim
  • Medulla oblongata / verlängertes Rückenmark - laterale Ansicht - Paul Kim

Quellen:

  • W. Kahle, M. Frotscher: Nervensystem und Sinnesorgane – Taschenatlas Anatomie, 10. Auflage, Thieme (2009), S. 144
  • D. Drenckhahn, A. Benninghoff: Anatomie, 16. Auflage, Elsevier (2004), S. 345
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