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Thymus (Bries)

Der Thymus (Bries) ist ein primäres lymphatisches Organ und wichtiger Bestandteil des menschlichen Immunsystems. Seine Hauptaufgabe ist die Bildung und Differenzierung von T-Lymphozyten.

Er liegt im oberen Mediastinum dorsal des Sternums.

Kurzfakten
Lage
dorsal des Sternums
Versorgung
- arteriell: Äste der A. thoracica interna
- nerval: Fasern aus den Halsganglien des Truncus sympathics sowie aus dem N. vagus
Histologie lymphatisches Organ unterteilt in Rinde und Mark
Funktion Reifung von Thymozyten zu T-Zellen
Inhalt
  1. Lage und Topographie
  2. Versorgung
    1. Arterien und Venen
    2. Lymphabfluss
    3. Nerven
  3. Histologie
  4. Embryologie
  5. Funktion
  6. Klinik
  7. Literaturquellen
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Lage und Topographie

Der Thymus liegt im Trigonum thymicum direkt der Dorsalfläche des Sternums an, mit dem er über lockeres Bindegewebe verbunden ist. Dorsal des Thymus befinden sich die großen Gefäße Aorta, Truncus pulmonalis, V. cava superior, Vv. brachiocephalicae sowie der Herzbeutel. Lateral und medial wird er von der Pleura mediastinalis bedeckt und steht in enger Nachbarschaft zum N. phrenicus.

Die Größe des Thymus variiert abhängig vom Lebensalter und kann vom Unterrand der Schilddrüse bis zur Basis des Perikards auf Höhe der 4. Rippe reichen. Im Kindesalter ist er am größten und wiegt etwa 30 g. Bedingt durch eine sogenannte Altersinvolution (Verkleinerung), die sich nach der Pubertät beschleunigt, bildet er sich im Laufe des Lebens zurück.

Bei Erwachsenen bleibt ein fettgewebereicher Restkörper übrig, der sich durch seine erhöhte Blutgefäßdichte vom übrigen Mediastinum unterscheidet. Die Funktion des Thymus bleibt mit verminderter Intensität aber bis ins hohe Alter erhalten.

Im Alter kommt es zu verschiedenen anatomischen Veränderungen. Erfahre mehr dazu hier:

Versorgung

Arterien und Venen

Die arterielle Versorgung des Thymus erfolgt über kleinere Äste (Rr. thymici) aus der A. thoracica interna und A. thyroidea inferior, seltener direkt aus der Aorta. Die venöse Drainage erfolgt über die Vv. thymicae, die in die Vv. brachiocephalicae, die Vv. thyreoideae inferiores und Vv. thoracicae internae münden.

Der Blutkreislauf kann beim Lernen mitunter Schwierigkeiten machen. Wiederhole was du weißt mit unseren Arbeitsblättern zum Beschriften!

Lymphabfluss

Im Gegensatz zu den Lymphknoten besitzt der Thymus kein afferentes Lymphgefäß. Die efferenten Lymphbahnen münden in die Lymphknoten des Mediastinums (Nll. mediastinales anteriores), die vor oder hinter ihm liegen.

Nerven

Die Innervation des Thymus erfolgt über vegetative Nervenfasern, wobei die sympathische (noradrenerge) Innervation überwiegt. Die sympathischen Fasern entstammen den Halsganglien des Truncus sympathicus, während die parasympathischen aus dem N. vagus kommen.

Vegetatives Nervensystem? Du überlegst gerade, was es damit auf sich hat? Erfahre mehr dazu hier:

Histologie

Das Thymusparenchym gliedert sich in eine zellreiche Rinde (Cortex) und ein zentrales zellärmeres Mark (Medulla).

Der Thymus ist das einzige lymphatische Organ, dessen Grundgerüst aus spezialisierten epithelialen Zellen besteht. Darin eingebettet befinden sich die reifenden Thymozyten, die aus dem Knochenmark stammen und schon in der frühen Fetalzeit das epitheliale Grundgerüst des Thymus besiedeln. Die Reifung der Thymozyten zu T-Lymphozyten verläuft unter der Regie der Thymusepithelzellen. T-Lymphozyten reagieren einerseits immunkompetent gegenüber Fremdantigenen, andererseits tolerant gegenüber körpereigenen Antigenen. Hassall-Körperchen sind zwiebelschalähnliche Anordnungen der Epithelzellen im Mark und ein differenzialdiagnostisches Kennzeichen des Thymus. Sie entstehen bereits während der Fetalzeit und nehmen später an Größe zu. Ihre Funktion bleibt bis heute ungeklärt.

Die Histologie des Thymus ist spannend, da sie direkt mit der Funktion des Immunsystems in Verbindung steht. Erfahre mehr dazu hier:

Embryologie

Die Ausbildung des Thymus findet zwischen der 6. und 12. Entwicklungswoche statt. Zellen aus der ventralen Knospe der 3. Schlundtasche wandern nach kaudal und bilden die epitheliale Thymusanlage. Selten ist auch die ventrale Knospe der 4. Schlundtasche beteiligt.

Bei der Thymusbildung beteiligen sich auch mesenchymale und ektodermale Zellen, die röhrenförmige Strukturen bilden, aus denen am Ende die Lobuli entstehen.

Funktion

Der Thymus liefert das geeignete Mikromilieu für die Proliferation und Reifung der Thymozyten zu immunkompetenten, aber selbsttoleranten T-Lymphozyten. Die Thymusepithelzellen steuern diese Vorgänge durch Zyto- und Chemokine.

In der Rinde wird geprüft, ob die Thymozyten funktionierende T-Zell-Rezeptoren ausgebildet haben, die die körpereigenen MHC-Moleküle erkennen. Nur wenn das der Fall ist, überleben die Thymozyten (positive Selektion). Im Mark hingegen werden den Thymozyten von den Epithelzellen körpereigene Antigene dargeboten. Alle Thymozyten, deren T-Zell-Rezeptoren eine hohe Affinität zu körpereigenen Antigenen besitzen, werden aussortiert. Sie sterben durch Apoptose und werden von Makrophagen beseitigt (negative Selektion).

Nur etwa 3-5% der Thymozyten überleben diese Prozesse und werden schließlich als reife T-Zellen in die Blutzirkulation entlassen.

T-Zellen flottieren frei im Blut. Erfahre mehr zu Immunzellen und dem Blut mit dieser Lernressource:

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”Ich kann ernsthaft behaupten, dass Kenhub meine Lernzeit halbiert hat.” – Mehr lesen. Kim Bengochea Kim Bengochea, Regis University, Denver

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