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Guyon-Loge 

Die Guyon-Loge (Canalis ulnaris) ist ein Kanal am Übergangsbereich des Unterarms zur Hand durch den der N. ulnaris und die A. ulnaris ziehen.

Durch seine besondere Topographie ist er insbesondere für die Entstehung eines Kompressionssyndroms gefährdet.
 

Kurzfakten zur Guyon-Loge
Begrenzungen Os pisiforme, Hamulus ossis hamati, Retinaculum flexorum, Ligamentum pisohamatum, Ligamentum carpi palmare, Musculus palmaris brevis
Inhalt

Nervus und Arteria ulnaris spalten sich innerhalb der Loge jeweils in die Rami superficialis und profundus.

Klinik Loge-de-Guyon-Syndrom

Inhalt
  1. Anatomie
  2. Klinik 
+ Zeige alles

Anatomie

Begrenzt wird die Guyon-Loge durch folgende Strukturen:

  • ulnar: Os pisiforme
  • radial: Hamulus ossis hamati
  • dorsal: Retinaculum flexorum und Ligamentum pisohamatum
  • palmar: Ligamentum carpi palmare und M. palmaris brevis

Der N. ulnaris zieht von proximal in die Guyon-Loge und teilt sich innerhalb der Loge in den Ramus superficialis sowie den Ramus profundus auf. Der R. superficialis versorgt rein sensibel die ulnaren Finger.

Der R. profundus ist ein gemischter Nerv mit überwiegend motorischen Anteil und versorgt verschiedene Handmuskeln. Die exakte Höhe, auf der die Aufteilung erfolgt, variiert interindividuell recht stark.

Neben dem Nerv teilt sich innerhalb der Loge auch die A. ulnaris in einen oberflächlichen (R. superficialis) und einen tiefen (R. profundus) Ast.

Anders als der Begriff es vermuten lässt, bietet die Guyon-Loge nicht außerordentlich viel Platz, sondern ist vielmehr ein Raum, in dem die anatomischen Strukturen – Arterie und Nerv – besonders eng beieinander liegen, was klinische Bedeutung hat.

Wenn du noch mehr zur A. ulnaris, dem N. ulnaris oder anderen Nerven und Blutgefäßen des Unterarms erfahren möchtest, schau dir die folgende Lerneinheit an:

Klinik 

Die besondere Enge im Bereich der Guyon-Loge bedingt, dass Raumforderungen sowie Fehl- und Überbelastungen des Handgelenkes zur Kompression der darin verlaufenden Strukturen führen können.

Die häufigste Raumforderung ist ein vom Handgelenk ausgehendes Ganglion (Überbein), das die Guyon-Loge komprimiert. Weitere häufige Ursachen für eine Fehl- oder Überbelastung sind ungewohnt lange Rad- oder Motorradfahrten, bei denen sich das Handgelenk in Plantarextension befindet. Dadurch kommt es zu einer Streckung des N. ulnaris und einer Ventralisierung, was zur Druckbelastung führt. Ähnliches geschieht bei der falschen Verwendung von stützenden Krücken.

Kommt es zur Kompression des Nerven, wird dies als Loge-de-Guyon-Syndrom bezeichnet.

Erste Symptome sind Parästhesien im Bereich des Ringfingers und des kleinen Fingers. Unbehandelt kann eine muskuläre Schwäche hinzukommen. Besteht die Belastung über lange Zeit, beginnt die beteiligte Muskulatur hypotroph zu werden.

Aufgrund der veränderten Drehmomente in den Handmuskeln kommt es dadurch zur Ausbildung einer Krallenhand. Das Froment-Zeichen ist positiv. Es wird getestet, indem der Patient ein Blatt Papier zwischen Daumen und Zeigefinger so halten soll, dass der Untersucher das Papier nur schwer wegziehen kann. Ist der N. ulnaris lädiert, kommt es während des Tests kompensatorisch zu einer Beugung im Daumenendgelenk, physiologisch wäre eine Adduktion zu erwarten.

Die Diagnose wird zunächst klinisch gestellt. Durch elektroneurographische Messung wird sie bestätigt.

Das Syndrom wird nach Gross und Gelbermann klassifiziert, in Abhängigkeit von der Höhe der Kompression:

  • Typ I: Schädigung der sensiblen und der motorischen Anteile und entsprechende Schädigung im proximalen Bereich der Loge vor Auftrennung des Nerven in seine beiden Äste.
  • Typ II: rein motorische Ausfällen der Handbinnenmuskulatur und entsprechende Schädigung des R. profundus distal der Nervenaufzweigung
  • Typ III: sensible Störungen und Lähmung des M. palmaris brevis durch Schädigung des R. superficialis

Die Therapie erfolgt in Abhängigkeit von der Ursache. Einfache Druckläsionen wie nach einer langen Rad- oder Motorradtour bilden sich meist spontan zurück. Auch ein einzelnes Ganglion kann sich spontan zurückbilden. 

Ist die Symptomatik progredient, ist eine chirurgische Intervention notwendig. Der Eingriff wird in lokaler oder regionaler Anästhesie durchgeführt, wobei die perioperative Blutleere empfehlenswert ist.

Ist noch keine Atrophie der Muskeln eingetreten, ist die Prognose gut und Paresen sind im Regelfall innerhalb einiger Monate rückläufig. Andernfalls können die Paresen persistieren.

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Quellen anzeigen

Quellen: 

  • Siewert, J. R., Stein, H. J. (2012). Chirurgie (9. Auflage). Heidelberg: Springer-Verlag.
  • Siegenthaler, W., Blum, H. E. (2006). Klinische Pathophysiologie (9. Auflage). Stuttgart: Georg Thieme Verlag.
  • Schumacher, G.-H., Aumüller, G. (2004). Topographische Anatomie des Menschen (7. Auflage). München: Urban & Fischer.
  • Schünke, M., Schulte, E., Schumacher, U., et al. (2007). Allgemeine Anatomie und Bewegungssystem – Prometheus (2. Auflage). Stuttgart: Georg Thieme Verlag.
  • Platzer, W. (2009). Taschenatlas Anatomie – Band 1 Bewegungsapparat (10. Auflage). Stuttgart: Georg Thieme Verlag.
  • Rohkamm, R. (2009). Taschenatlas Neurologie (3. Auflage). Stuttgart: Georg Thieme Verlag.
  • Grifka, J., Krämer, J. (2013). Orthopädie Unfallchirurgie (9. Auflage). Heidelberg: Springer Medizin Verlag.
  • Buckup, K., Buckup, J. (2012). Klinische Tests and Knochen, Gelenken und Muskeln (5. Auflage). Stuttgart: Georg Thieme Verlag.
  • Benninghoff, A., Drenkhahn, D. (2003). Anatomie - Band 1 (16. Auflage). München: Urban & Fischer.
  • Bähr, M., Frotscher, M. (2009). Neurologisch-topische Diagnostik (9. Auflage). Stuttgart: Georg Thieme Verlag.
  • Aumüller, G., Aust, G., Doll, A., et al. (2010). Duale Reihe – Anatomie (2. Auflage). Stuttgart: Georg Thieme Verlag.

Text, Review & Layout:

  • Andreas Rheinländer
  • Stefanie Bauer
  • Claudia Bednarek
  • Nicole Gonzalez
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