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Os pisiforme (Erbsenbein)

Das Os pisiforme (Erbsenbein) ist ein proximaler Handwurzelknochen, welcher palmar des Os triquetrums (Dreiecksbein) liegt. Es fungiert als Sesambein und ist am Aufbau des Karpaltunnels (Canalis carpi) beteiligt.

Aufbau

Das Os pisiforme bildet mit den Ossa triquetrum und hamatum die ulnare Säule der Handwurzelknochen. Neben der ulnaren Säule gibt es eine radiale (Ossa scaphoideum, trapezium und trapezoideum) und eine zentrale Säule (Ossa lunatum und capitatum).

Os pisiforme (Erbsenbein)

Os pisiforme (Erbsenbein) - ventral

Das Os pisiforme stellt eine Begrenzung des Canalis carpi dar. Dabei handelt es sich um einem Raum, der zehn Beugesehnen des Unterarms und den N. medianus beinhaltet.

Desweiteren ist es ein Sesambein der Sehne des M. flexor carpi ulnaris. Sesambeine sind Knochen, die unter Sehnen mit hoher Druckbelastung als Stütze fungieren, Abstand zwischen Knochen und Sehne halten und - z.B. bei der Patella - eine biomechanische Funktion besitzen. Vor allem die ersten zwei Punkte sind wichtige Aufgaben des Os pisiforme als Sesambein, welches zugleich ein Ansatzpunkt des M. flexor carpi ulnaris ist.

Karpaltunnel

Karpaltunnel (Canalis carpi) - axial


Das Os pisiforme kann, weil es auf dem Os triquetrum nach palmar gerichtet ist, gut von palmar getastet werden. Unmittelbar proximal des Os pisiforme kann die A. ulnaris palpiert werden.

Gelenkbeteiligung und Bänder

Fast alle gelenkigen Verbindungen der Handwurzelknochen werden in den Artt. intercarpales zusammengefasst. Die Verbindung zwischen Os pisiforme und Os triquetrum (Art. ossis pisiformis), stellt eine Besonderheit dar, da sie eine eigene Gelenkkapsel besitzt. Verstärkt wird dieses Gelenk durch die Ligg. pisometacarpale und pisohamatum.

Außerdem werden die Ossa pisiforme und triquetrum durch das Lig. collaterale carpi ulnare mit dem Proc. styloideus ulnae verbunden. Der ulnare Verlauf macht ersichtlich, dass dieses Band die Radialabduktion der Hand begrenzt.

Ligamentum collaterale carpi ulnare (ellenseitiges Handwurzelseitenband)

Ligamentum collaterale carpi ulnare (ellenseitiges Handwurzelseitenband) - ventral


Zwischen der Eminentia carpi ulnaris und der Eminentia carpi radialis befindet sich das Lig. carpi transversum. Zwischen diesem Band und den darunter gelegenen Handwurzelknochen befindet sich der Canalis carpi.

Des Weiteren ist das Retinaculum extensorum (quer verlaufende Fasern über den Handextensoren, welche eine Verstärkung der Fascia antebrachii sind), ulnar an den Ossa pisiforme und triquetrum verwachsen. Die gegenseitige Befestigung ist der distale Radius.

Das Os pisiforme stellt außerdem die ulnare Begrenzung der Guyon-Loge (Ellenkanal) dar, in welcher N., A. und V. ulnaris verlaufen. Das Lig. carpi palmare begrenzt die Guyon-Loge palmar und zieht vom M. palmaris longus quer zum Os pisiforme. Eine weitere Begrenzung ist das Lig. pisohamatum, welches die Ossa pisiforme und hamatum verbindet.

Ellenkanal (Canalis ulnaris)

Ellenkanal (Canalis ulnaris) - axial

Entwicklung

Die Osteogenese des Os pisiforme ist chondral: Es wird zunächst Knorpelmatrix synthetisiert, welche dann zu Knochenmaterial umgewandelt wird. Ausgangspunkt der chondralen Ossifikation sind unter anderem die sog. Knochenkerne. Der Knochenkern des Os pisiforme, wie auch der restlichen Handwurzelknochen, wird erst nach der Geburt gebildet.

Der Knochenkern des Os pisiforme bildet sich zwischen 8. und 12. Lebensjahr aus und ist damit der Handwurzelknochen, welcher am spätesten verknöchert.

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In den Handwurzelknochen existieren keine echten Wachstumsfugen, wie z.B. am Femur. Das Wachstum der Karpalknochen ist im Vergleich mit den Metakarpal- und Fingerknochen geringer und zeitlich kürzer, sodass die im Kindesalter große Handfläche die typischen Proportionen der Erwachsenenhand erlangt. Die acht Handwurzelknochen sind mit Erreichen des 9. Lebensjahres verknöchert.

Klinik

Durch ein Trauma der palmaren Hand auf eine feste Unterlage, kann das Os pisiforme brechen. Diese Fraktur gehört zu den seltensten Frakturen der Handwurzelknochen (1%), kann jedoch mit Verletzung der Ligg. pisometacarpale, pisohamatum und pisotriquetrum einhergehen. Klinisch imponieren Druckschmerzhaftigkeit und Schwellung des Os pisiforme, eventuell treten Parästhesien durch Schädigung des nah verlaufenden N. ulnaris auf. Diagnostisch sind Röntgenbilder in verschiedenen Strahlengängen (p.a., seitlich, 35°-Supination, Karpaltunnelaufnahmen) am wichtigsten. Die Pisiformefraktur ist in der Regel mit einer palmaren Gipslonguette für 4-6 Wochen ausreichend versorgt.

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Quellen

  • M. Schünke, E. Schulte, U. Schumacher et al.: Prometheus. Allgemeine Anatomie und Bewegungssystem, 4. Auflage, Georg Thieme Verlag (2014), S. 17 ff.
  • F. Paulsen, J. Waschke: Sobotta. Allgemeine Anatomie und Bewegungsapparat, 23. Auflage, Elsevier (2010), S. 16
  • G. Aumüller, G. Aust, A. Doll et al.: Duale Reihe Anatomie, 2. Auflage, Georg Thieme Verlag (2010), S. 199, 430, 431, 433, 434, 436, 451
  • C. J. Wirth, L. Zichner: Orthopädie und Orthopädische Chirurgie, 1. Auflage, Georg Thieme Verlag (2003), S. 490

Text, Review, Layout:

  • Tobias Schreiber
  • Marie Hohensee

Illustration:

Ligamentum collaterale carpi ulnare (ellenseitiges Handwurzelseitenband) - ventral - Yousun Koh

Os pisiforme (Erbsenbein) - ventral - Yousun Koh

Karpaltunnel (Canalis carpi) - axial - Radiologie

Ellenkanal (Canalis ulnaris) - axial - Radiologie

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