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Musculi serrati posteriores

Inhalt

Verlauf und Versorgung

Die Musculi serrati posteriores („hintere Sägezahnmuskeln“) sind zwei dünne, oberflächliche Rückenmuskeln, die breitflächig über der autochthonen Rückenmuskulatur liegen. Beide verlaufen von Processi spinosi zu Rippen, weshalb sie auch als spinokostale Muskeln bezeichnet werden.

  • Musculus serratus posterior superior: zieht von den Processus spinosi der beiden unteren Hals- und der beiden oberen Brustwirbel laterokaudal zur 2.-5. Rippe. Über ihm verlaufen die Rhomboidei sowie der Trapezius.
  • Musculus serratus posterior inferior: entspringt an der Fascia thoracolumbalis sowie an den Processus spinosi der unteren Brust- und oberen Lendenwirbel. Von dort ziehen die Zacken kraniolateral zur 9.-12. Rippe. Über ihm liegt der Latissimus dorsi.

Beide Muskeln zählen zu den sekundären Rückenmuskeln, d.h. sie sind im Laufe der Embryogenese zum Rücken eingewandert. Daher werden sie von den vorderen Ästen (Rami anteriores) der Spinalnerven innerviert.

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Funktion

Die Serrati posteriores dienen der Bewegung und Stabilisierung der Wirbelsäule und des Thorax. Der Serratus posterior superior hebt die Rippen und unterstützt so die Einatmung (inspiratorischer Atemhilfsmuskel). Des Weiteren macht er bei beidseitiger Aktivierung eine Streckung in der Brustwirbelsäule und bei einseitiger Aktivierung eine Rotation zur Gegenseite. Der Serratus posterior inferior dagegen senkt die Rippen und hilft bei der Ausatmung (expiratorischer Atemhilfsmuskel). Auch er kann bei beidseitiger Kontraktion die Wirbelsäule strecken bzw. bei einseitiger Kontraktion rotieren.

Pathologie

Der unverhältnismäßige Gebrauch des Serratus posterior superior und anderer Rückenmuskeln (z.B. durch ständiges Klemmen des Telefons zwischen Ohr und Schulter) kann zum Krankheitsbild des scapulocostal syndrome führen. Es ist durch Schmerzen und Missempfindungen entlang der Margo medialis der Scapula charakterisiert, die zum Hals, zur Brust und zu den oberen Extremitäten ausstrahlen. Besonders Schmerzen im kleinen Finger bei der Palpation des Muskels sind ein klassisches Zeichen. Das scapulocostal syndrome wird klinisch leicht mit einer Schädigung der Nervenwurzeln an der Halswirbelsäule (zervikale Radikulpathie) verwechselt, die sich typischerweise mit Taubheit und Muskelschwäche mit neurologischen Ausfällen in den oberen Extremitäten präsentiert (z.B. Reflexabschwächung) . Differentialdiagnostisch sollte bei den Symptomen auch an eine Arthritis oder eine Ruptur der Rotatorenmanschette gedacht werden.

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Quellen:

  • D. Drenckhahn/J. Waschke: Taschenbuch Anatomie, 1. Auflage, Urban & Fischer Verlag/Elsevier (2008), S. 134-136
  • S. Waldmann: Atlas of uncommon pain syndromes, 3. Auflage, Elsevier Saudners (2013), S. 60-61
  • R. Gautschi: Manuelle Triggerpunkt-Therapie, 2. Auflage, Thieme Verlag (2013), S. 280-282

Autor:

  • Achudhan Karunaharamoorthy

Illustratoren: 

  • Musculi serrati posteriores - Yousun Koh 
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