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Musculus longissimus

Der Musculus longissimus (längster Muskel) gehört zu den tief gelegenen, autochthonen Muskeln des Rückens, genauer zum lateralen Trakt und dort wiederum zum sakrospinalen System.

Die autochthonen Rückenmuskeln werden oftmals als Musculus erector spinae zusammengefasst. Je nach Lokalisation wird er als M. longissimus thoracis, cervicis und capitis bezeichnet.

Kurzfakten
Ursprung

M. longissimus thoracis: Facies dorsalis des Os sacrum, Processus spinosi der Lendenwirbel, Processus transversi der unteren Brustwirbel

M. longissimus cervicis: Processus transversi des 1.-6. Halswirbels

M. longissimus capitis: Processus transversi des 3. Hals- bis  3.-5. Brustwirbels

Ansatz

M. longissimus thoracis: 1. oder 2. Rippe

M. longissimus cervicis: Tubercula posteriora des 2.-7. Halswirbels

M. longissimus capitis: Processus mastoideus

Innervation R. lateralis der Rr. posteriores der jeweiligen Spinalnerven
Funktion Dorsalextension

Verlauf

Die Muskelbündel des M. longissimus capitis entspringen an den Processus transversi des 3. Hals- bis  3.-5. Brustwirbels und setzen am Processus mastoideus an.

Der M. longissimus cervicis entspringt an den Processus transversi des 1.-6. Halswirbels und setzt kranial an den Tubercula posteriora des 2.-7. Halswirbels an.

Der M. longissimus thoracis hat seinen Ursprung an der Facies dorsalis des Os sacrum, an den Processus spinosi der Lendenwirbel und an den Processus transversi der unteren Brustwirbel. Von dort zieht er nach kranial und inseriert an der 1. oder 2. Rippe. Dabei setzt dieser Muskeln lateral und medial an. Medial inseriert er an den Processus accessorii der Lendenwirbel und den Processus transversi der Brustwirbel; lateral an den Rippen, an den Processus costales der Lendenwirbel, sowie am tiefen Blatt der Fascia thoracolumbalis.

Falls du noch mehr über den Aufbau und die Muskulatur des Rückens erfahren willst, haben wir dir hier ein paar Materialien zusammengestellt:
 

Innervation

Innerviert wird der M. longissimus, ebenso wie die anderen lateralen autochthonen Rückenmuskeln, durch den R. lateralis der Rr. posteriores der jeweiligen Spinalnerven.

Funktion

Die Kontraktion des M. longissimus in in seiner Gesamtheit führt bei beidseitiger Kontraktion zu einer Dorsalextension. Er gehört neben dem M. iliocostalis zu den stärksten Streckern der Wirbelsäule. Eine einseitige Kontraktion führt zu einer Seitneigung zur ipsilateralen Seite.

Die Kontraktion des M. longissimus capitis führt bei beidseitiger Kontraktion zur Dorsalextension sowie bei einseitiger Kontraktion zur Lateralflexion und Rotation des Kopfes nach ipsilateral.

Klinik

Bei der körperlichen Untersuchung von Rückenschmerzen lässt sich häufig eine schmerzhafte Verspannung der autochthonen Rückenmuskeln finden, von denen der M. longissimus zu den größten zählt.

Diese Verspannungen können Rahmen eines spinalen Reflexes entstehen: Schmerzen in der Muskulatur selbst, z.B. durch Fehl- oder Überbelastung, oder in inneren Organen (übertragener Schmerz) führen zur Aktivierung von muskulären Nozisensoren. Diese bewirken eine Kontraktion. Eine Verringerung des ursächlichen Schmerzes (durch Physiotherapie oder Analgetika) führt somit auch zur Verringerung der Kontraktion in dieser Muskulatur.

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Quellen anzeigen

Quellen:

  • Aumüller, G., Aust, A., Engele, J., et al. (2014). Duale Reihe – Anatomie (3. Auflage). Stuttgart: Georg Thieme Verlag.
  • Drenckhahn, D., & Waschke, J. (2014). Taschenbuch Anatomie (2. Auflage). München: Urban & Fischer Verlag.
  • Benninghoff, A., & Drenckhahn, D. (2004). Anatomie - Makroskopische Anatomie, Histologie, Embryologie, Zellbiologie - Band 2 (16. Auflage). München: Urban & Fischer Verlag.
  • Niethard, F. U., Pfeil, J., & Biberthaler, P. (2014). Duale Reihe Orthopädie und Unfallchirurgie (7. Auflage). Stuttgart: Georg Thieme Verlag.
  • Hu, ZJ., Fang, XQ. & Fan, SW. Eur J Orthop Surg Traumatol (2014) 24: 127. https://doi.org/10.1007/s00590-012-1167-9

Text, Review, Layout:

  • Katrin Repkow
  • Claudia Bednarek
  • Marie Hohensee
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