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Os cuboideum

Das Os cuboideum (Würfelbein) ist der am weitesten lateral liegende der distalen Fußwurzelknochen (Ossa tarsalia). Wie alle Knochen des Tarsus trägt es zur Lastübertragung des Körpers auf den Untergrund bei.

Aufbau

Os cuboideum / Würfelbein - lateral-rechte Ansicht

Das Os cuboideum ähnelt in seiner Form dem namensgebenden Würfel, ist nach lateral und distal jedoch etwas abgeflacht und bildet so eher eine Keilform mit sechs in ihrer Größe und Form sehr unterschiedlichen Flächen:

  • Facies medialis
  • Facies lateralis
  • Facies plantaris
  • Facies dorsalis
  • Facies posterior (proximalis)
  • Facies anterior (distalis)

Die innenliegende Facies medialis hat eine breite ovale Oberfläche, die sie zur Artikulation befähigt.

Os cuboideum / Würfelbein - plantare Ansicht

Die am äußeren Fußrand liegende Facies lateralis ist dagegen aufgrund der Keilform deutlich kleiner. In ihr beginnt der Sulcus tendinis musculi fibularis (peronei) longi, welcher der Sehne des M. fibularis (peroneus) als Gleitrinne zur Unterseite des Fußes dient.

In der dortigen Facies plantaris des Os cuboideum setzt sich der Sulcus fort und führt die Sehne unterhalb des Quergewölbes zur Plantarseite der Ossa metatarsale I und cuneiforme mediale. Den breiten Hinterrand des Sulcus bildet die von Knorpel überzogene Tuberositas ossis cuboidei, die gleichzeitig dem M. fibularis longus als Widerlager dient.

Musculus fibularis longus / langer Wadenbeinmuskel - ventrale Ansicht

Die Facies plantaris stellt außerdem den Ursprung für die Mm. flexor hallucis brevis und adductor hallucis, sowie den Ansatz des M. tibialis posterior dar.

Die der Facies plantaris gegenüberliegende Facies dorsalis hat eine raue Oberfläche und fungiert damit als Ansatz für Bänder des Fußrückens.

Im Gegensatz dazu ist die Oberfläche der nach dorsal gerichteten Facies posterior glatt. Sie stellt damit keinen geeigneten Ansatzpunkt für Bänder oder Muskeln dar, ermöglicht aber wie die Facies medialis eine Gelenkbeteiligung.

Bei der Facies anterior handelt es sich um eine insgesamt kleinere und unregelmäßig dreieckige Fläche, die durch einen vertikalen First in zwei Facetten unterteilt wird.

Gelenkbeteiligung und Bänder

Art. calcaneocuboidea (Fersenbein-Würfelbein-Gelenk)

In der Art. calcaneocuboidea als Teil der Art. tarsi transversa (Chopart-Gelenk) artikuliert die Facies posterior des Os cuboideum, die hier auch als Facies articularis calcanea ossis cuboidea bezeichnet wird, mit der sattelförmigen, nach distal gerichteten Facies articularis cuboidea des Calcaneus.

Der Processus anterior calcanei fungiert hierbei als Drehpunkt der beiden Knochen gegeneinander und ermöglicht sowohl Innen- als auch Außenrotation. Die Stabilität des Gelenks wird zum einen durch die kongruenten Gelenkflächen, zum anderen durch die starke Bandsicherung durch das Lig. calcaneocuboideum dorsale und das zum Lig. bifurcatum gehörende Lig. calcaneocuboideum plantare gewährleistet. Diese Verbindungen sind außerdem wesentlich für die Bandsicherung des Längsgewölbes des Fußes.

Ligamentum calcaneocuboideum dorsale / hinteres Fersenbein-Würfelbein-Band - lateral-rechte Ansicht

Art. cuneocuboidea (Keilbein-Würfelbein-Gelenk)

Die Art. cuneocuboidea verbindet die Facies medialis des Os cuboideum mit der Facies lateralis des Os cuneiforme laterale (III). Zwischen den beiden beteiligten Knochen spannt sich das Lig. cuneocuboideum interosseum, an der Unterseite befindet sich das Lig. cuneocuboideum plantare, auf dem Fußrücken das Lig. cuneocuboideum dorsale.

Ligamentum cuneocuboideum dorsale / hinteres Keilbein-Würfelbein-Band - lateral-rechte Ansicht

Art. cuboideonaviculare (Würfelbein-Kahnbein-Gelenk)

In manchen Fällen kann die Facies medialis des Os cuboideum neben der Artikulation mit dem Os cuneiforme laterale zusätzlich mit der Facies lateralis des Os naviculare (Kahnbein) zur Amphiarthrose verbunden sein.

Das ebenfalls zum Lig. bifurcatum gehörende Lig. cuboideonaviculare, bestehend aus einem plantaren und dorsalen Anteil, gewährleistet hier die Bandsicherung.

Ligamentum cuboideonaviculare dorsale / hinteres Würfelbein-Kahnbein-Band - lateral-rechte Ansicht

Artt. tarsometatarsales (Fußwurzel-Mittelfuß-Gelenke)

Bei den Artt. tarsometatarsales handelt es sich um die Verbindungen zwischen der distalen Knochenreihe des Tarsus und den fünf Ossa metatarsalia (Mittelfußknochen). Durch seine in zwei Gelenkfacetten unterteilte Facies anterior ist das Os cuboideum dabei sowohl an der Artikulation mit der Facies posterior der Basis des Os metatarsale IV als auch mit der des Os metatarsale V beteiligt.

Wie auch bei den vorherigen Gelenken handelt es sich hierbei aufgrund der straffen Bandsicherung um wenig bewegliche Amphiarthrosen. Lediglich die Gelenkverbindung zwischen den Ossa cuboideum und metatarsi V ist relativ frei beweglich.

Articulationes tarsometatarsales / Tarsometatarsalgelenk - mediale Ansicht

Entwicklung

Die Umwandlung der knorpeligen Anlage des Os cuboideum zum Knochen beginnt im 9. Fetalmonat nach dem Prinzip der enchondralen Ossifikation. Dabei verschmelzen die multizentrisch angelegten Knochenkerne innerhalb kurzer Zeit zu nur einem Kern und leiten so die vollständige Ossifikation des Os cuboideum bis spätestens zum Ende des ersten Monats nach der Geburt ein.

Bei inkorrekter Verschmelzung der Knochenkerne in dieser Phase kann sich ein in der Regel asymptomatisches akzessorisches Os cuboideum secundarium ausbilden.

Videoempfehlung: Os cuboideum
In diesem kurzen Tutorial erfahrt ihr alles Wissenswerte zum Os cuboideum, dem Würfelbein - seine Anatomie, Aufbau und Funktion.


 

Klinik

Klinische Symptomatik kann sich im Rahmen einer Subluxation des Os cuboideum entwickeln. Dabei handelt es sich um eine Pathologie in der Art. calcaneocuboidea, deren genauer Mechanismus unbekannt ist.

Spontan oder ausgelöst durch ein traumatisches Ereignis tritt eine Verschiebung der beteiligten Gelenkflächen gegeneinander auf, sodass diese nicht mehr kongruent zueinander liegen. Begünstigend wirken übermäßiges Körpergewicht und Fehlbelastung durch beispielsweise inadäquates Training oder fehlangepasste Orthesen. Durch den resultierenden Gelenk- und Bänderschaden kommt es zu Veränderungen der Gelenkstabilität und -kinetik und dadurch weiterhin zu häufig diffusem Schmerz entlang des lateralen Fußrandes. Die Beschwerden verstärken sich typischerweise bei Belastung und nehmen in Ruhe ab.

Durch spezifische Bewegungsmanöver kann die Fehlstellung in den meisten Fällen gerichtet werden.

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Quellen anzeigen

Quellen

  • G. Aumüller, G. Aust, A. Doll et al.: Duale Reihe Anatomie, 2. Auflage, Georg Thieme Verlag (2010), S. 354, 356-357, 362-365, 371, 373, 375, 377
  • M. Schünke, E. Schulte, U. Schumacher et al.: Prometheus - LernAtlas der Anatomie - Allgemeine Anatomie und Bewegungssystem, 4. Auflage, Georg Thieme Verlag (2014), S. 19, 458, 469
  • A. Benninghoff, D. Drenckhahn: Taschenbuch Anatomie, 2. Auflage, Urban & Fischer (2014), S. 89
  • J. Kirsch, C. A. May, D. Lorke et al.: Taschenlehrbuch Anatomie, Georg Thieme Verlag (2011), S. 169, 193
  • H. Lippert: Lehrbuch Anatomie, 8. Auflage, Urban & Fischer (2011), S. 779, 783
  • K. Zilles, B. N. Tillmann: Anatomie, Springer (2010), S. 247-249, 262-263, 265-266, 268, 283-284
  • T. H. Schiebler, H.-W. Korf: Anatomie, 10. Auflage, Steinkopff-Verlag (2007), S. 524, 549
  • J. Brossmann, C. Czerny, J. Freyschmidt et al.: Freyschmidt’s „Köhler/Zimmer“ Grenzen des Normalen und Anfänge des Pathologischen in der Radiologie des kindlichen und erwachsenen Skeletts, 14. Auflage, Georg Thieme Verlag (2001), S. 1021, 1023
  • R. C. France: Introduction to Sports Medicine and Athletic Trainig, 2. Auflage, Delmar (2011), S. 343-344, 648
  • A. Dixon, C. Hacking et al.: Cuboid. Radiopaedia, https://radiopaedia.org/articles/cuboid (abgerufen am 18. November 2017)
  • G. Kauffmann, G. S. Stacy: Os cuboideum secundarium: A rare accessory ossicle with the potential to mimic a mass on magnetic resonance imaging. Skeletal Radiology (2014), Band 43, Auflage 1, S. 95-98
  • C. J. Durall: Examination and Treatment of Cuboid Syndrome - A Literature Review. Sports Health (2011), Band 3, Auflage 6, S. 514-519
  • J. Morrison, K. Fortunato, W. Morrison et al.: Cuboid. Healthline, https://www.healthline.com/human-body-maps/cuboid-bone (abgerufen am 20. November 2017)

Artikel, Review, Layout

  • Sophie Kompe
  • Dr. med. Charlotte Barthe

Illustrationen

  • Os cuboideum / Würfelbein - lateral-rechte Ansicht -  Liene Znotina
  • Os cuboideum / Würfelbein - plantare Ansicht - Liene Znotina
  • Musculus fibularis longus / langer Wadenbeinmuskel - ventrale Ansicht - Liene Znotina
  • Ligamentum calcaneocuboideum dorsale / hinteres Fersenbein-Würfelbein-Band - lateral-rechte Ansicht - Paul Kim
  • Ligamentum cuneocuboideum dorsale / hinteres Keilbein-Würfelbein-Band - lateral-rechte Ansicht - Paul Kim
  • Ligamentum cuboideonaviculare dorsale / hinteres Würfelbein-Kahnbein-Band - lateral-rechte Ansicht - Paul Kim
  • Articulationes tarsometatarsales / Tarsometatarsalgelenk - mediale Ansicht - Paul Kim
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