Arteria sphenopalatina
Die Arteria sphenopalatina (Keilbein-Gaumen-Arterie) entspringt aus dem letzten Abschnitt der A. maxillaris.
Sie ist die wichtigste Arterie für die Versorgung der Nasenschleimhaut und Teile der Nasennebenhöhlen.
Arteria sphenopalatina / Keilbein-Gaumen-Arterie - lateral rechts
Verlauf
Arteria sphenopalatina / Keilbein-Gaumen-Arterie - sagittal rechts
Äste
In der Nasenhöhle gibt die A. sphenopalatina einige Äste an die laterale Nasenwand ab und zieht dann nach ventrokaudal. An der Nasenscheidewand verzweigt sie sich in ihre Endäste:
- Rr. nasales posteriores laterales: entspringen direkt nach dem Durchtritt der A. sphenopalatina in die Nasenhöhle und sind für die Versorgung der lateralen Nasenwand mit den dort liegenden Nasenmuscheln (Conchae nasales) zuständig. Sie bilden außerdem Anastomosen mit den Aa. ethmoidales aus der A. ophthalmica sowie Ästen der A. palatina descendens.
- A. nasopalatina: verlässt die Nasenhöhle wieder durch den Canalis incisivus und tritt in die Mundhöhle ein. Sie versorgt den Bereich hinter den oberen Schneidezähnen und anastomosiert dort mit der A. palatina major, einem kleinen Ast der A. maxillaris.
- Rr. septales posteriores: speist die Schleimhaut an der Nasenscheidewand.
Klinik
Der Hauptteil der nasalen Durchblutung wird über die A. sphenopalatina gewährleistet, daher ist sie oder einer ihrer Abgänge häufig die Quelle bei Nasenbluten (Epistaxis). Insbesondere der Locus Kiesselbachi, ein gefäßreiches Areal im vorderen knorpeligen Teil der Nasenhöhle, ist eine typische Prädilektionsstelle. Außer den Rr. septales posteriores münden hier außerdem die A. ethmoidalis anterior und die A. labialis superior.
Bei leichtem Nasenbluten hilft es aufrecht zu sitzen, den Kopf nach vorne zu beugen (damit das Blut nicht in den Magen oder die Atemwege fließt!) und die Nasenflügel für wenige Minuten zusammenzudrücken. Zudem fördert ein kalter Lappen oder Kühlpack auf dem Nacken die reflektorische Verengung der Blutgefäße. In besonders schweren Fällen kann es notwendig sein, den Blutungsort chirurgisch zu veröden oder gar das blutende Gefäß radiologisch zu embolisieren oder endoskopisch abzubinden.
