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Os palatinum (Gaumenbein)

Inhalt

Überblick

Das Os palatinum (Gaumenbein) ist ein paariger, L-förmiger Knochen, der einen Teil der Nasenhöhle und des harten Gaumen bildet. Es befindet sich zwischen Maxilla und Os sphenoidale. Es zählt zu den Knochen des Gesichtsschädels (Viscerocranium).

Sagittale Ansicht des Schädels
Videoempfehlung: Sagittale Ansicht des Schädels
Strukturen des Schädels im Sagittalschnitt.

Aufbau

Der Knochen besteht aus einer waagerechten Platte (Lamina horizontalis), senkrechten Platte (Lamina perpendicularis) und dem Pyramidenfortsatz (Processus pyramidalis).

Lamina horizontalis

Die Lamina horizontalis bildet den hinteren Teil des harten Gaumen in der Mundhöhle und liegt direkt unterhalb der Nasenhöhle. Die Spina nasalis posterior befindet sich am hinteren Ende der Lamina horizontalis, wo die zwei gegenüberliegenden Teile des Os palatinum miteinander artikulieren. In diesem medialen Bereich befindet sich das Foramen palatinum majus, durch den der Nervus palatinus major und seine dazugehörigen Blutgefäße ziehen.

Lamina perpendicularis

Die Lamina perpendicularis ist Teil der Seitenwand der Nasenhöhle, wo sie an den Processus pterygoidus des Os sphenoidale stößt. Der Processus orbitalis zieht nach kranioventral und bildet einen Teil des Orbitabodens und der Fossa pterygopalatina. Zwischen der lateralen Wand des Os palatinum und Maxilla befinden sich die Canalis palatinus major, ein Kanal für den N. palatinus major (Ast des N. maxillaris) und die A. palatina descendens (aus der A. maxillaris). Am oberen Rand der Lamina perpendicularis liegt die Incisura sphenopalatina, die mit dem Os sphenoidale artikuliert.

Processus pyramidalis

Der Processus pyramidalis breitet sich dorsokaudal an der Kreuzung zwischen Lamina perpendicularis und horizontalis aus. Er umfasst die Canales palatini minores, ein Kanal für die Nn. palatini minores aus dem Ganglion pterygopalatinum und gleichnamigen Äste der A. palatina descendens.

Begrenzungen

Das Os palatinum wird ventral von der Maxilla begrenzt (Sutura palatina transversa). Dorsal hat es keine knöchernen Verbindungen, sondern dient der Befestigung des Gaumensegels und der Gaumenaponeurose. Kranial bildet der Processus orbitalis den hinteren Teil des Orbitabodens. Beide Gaumenknochen stoßen an ihren medialen Oberflächen aneinander und bilden damit den dorsalen Bereich der Sutura palatina mediana.

Ossifikation

Alle Teile des Os palatinum reifen durch desmale Ossifikation. Während der Embryonalentwicklung verfügt es über vier Ossifikationszentren (im Processus pyramidalis, orbitalis und sphenoidalis sowie in der Lamina horizontalis). Beim Neugeborenen sind die Lamina perpendicularis und die Lamina horizontalis gleich lang, im Verlauf der Kindheit wird jedoch die Lamina horizontalis größer.

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Quellen anzeigen

Quellen:

  • N. S. Norton, F. H. Netter: Netter’s Head and Neck Anatomy for Dentistry, 2. Auflage, Elsevier Saunders (2011), S. 41, 53
  • W. Dauber: Pocket Atlas of Human Anatomy, 5. Auflage, Thieme (2007), S. 42-43
  • A. Halim: Human Anatomy - Regional & Clinical - Head, Neck and Brain, LK International Publishing House (2009), S. 23-25
  • F. Chiappelli: Osteoimmunopathology, Springer (2011), S. 29

Autor: 

  • Dr. Alexandra Sieroslawska

Illustratoren: 

  • Os palatinum (kaudale Ansicht) - Yousun Koh 
  • Os palatinum (sagittale Ansicht) - Yousun Koh 
  • Sutura palatina mediana (kaudale Ansicht) - Yousun Koh 

Übersetzung:

  • Inka
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