EN | DE | PT Kontakt Besser lernen Login Registrieren

Du willst mehr über das Thema Nasenhöhle lernen?

Unsere Videotutorials, interaktiven Quizze, weiterführenden Artikel und ein HD Atlas lassen dich Prüfungen mit Bestnoten bestehen.

Erstelle heute dein kostenloses Konto und trete in die Fußstapfen von über 1.167.353 erfolgreichen Anatomielernern.

”Ich kann ernsthaft behaupten, dass Kenhub meine Lernzeit halbiert hat.” – Mehr lesen. Kim Bengochea Kim Bengochea, Regis University, Denver

Nasenhöhle

Die Nasenhöhle besteht aus zwei, durch das Septum nasi (Nasenscheidewand) getrennte, Nasenhöhlen (Cavitas nasi propria) und bildet den ersten Abschnitt der oberen Atemwege. Während der Inspiration durch die Nase wird die Luft erwärmt, befeuchtet und grobe Partikel mit Hilfe der Nasenhaare gefiltert.

Aufbau

Das Nasenskelett besteht aus knöchernen, knorpeligen und bindegewebigen Strukturen.

Die knöchernen Wände der Nasenhöhlen können in Dach, Boden, laterale Wände sowie das Nasenseptum gegliedert werden.

Das Dach wird durch folgende Elemente gebildet:

  • die Lamina cribrosa des Os ethmoidale (Siebbein),
  • das Os frontale (Stirnbein),
  • das Os nasi (Nasenbein) sowie
  • das Os sphenoidale (Keilbein).

Der Boden wird durch das Palatum durum (harter Gaumen) gebildet. Dieser besteht aus:

  • Os palatinum (Gaumenbein) und
  • Maxilla (Oberkiefer).

Die lateralen Wände werden beidseits aus folgenden Elementen gebildet:

  • Os ethmoidale mit den Cellulae ethmoidales (Siebbeinzellen) sowie dem Processus uncinatus, den Conchae nasalis superior und media (obere und mittlere Nasenmuschel).
  • der Concha nasalis inferior (untere Nasenmuschel),
  • der Maxilla,
  • dem Os palatum,
  • dem Os lacrimale (Tränenbein) sowie
  • dem Os sphenoidale.

Das Nasenseptum trennt die beiden Nasenhöhlen und setzt sich aus folgenden Bestandteilen zusammen:

  • der Lamina peduncularis des Os ethmoidale,
  • dem Vomer (Pflugscharbein) sowie
  • dem Cartilago septi nasi (=Knorpel).

Zu den knorpeligen Elementen der Nase zählen neben dem Cartilago septum nasi und dessen Processus lateralis der Cartilago alaris major mit dem Crus mediale und laterale (große Flügelknorpel, an der Nasenspitze gelegen) sowie die Cartilagines alares minores (kleine Flügelknorpel), welche in bindegewebigen Strukturen der Alae nasi (Nasenflügel) eingelagert sind.

Auf diese Weise ist das kraniale Nasenskelett knöchern, das kaudal-distale hingegen eher elastisch-knorpelig.

Falls du dein Wissen über Knochen- und Knorpelgewebe auffrischen möchtest, schau doch mal in die folgenden Materialien:

Der Eingang in die Nase von außen wird durch die Nares (vordere Nasenlöcher) gebildet. Die Nares begrenzen das Vestibulum nasi (Nasenvorhof) nach distal, nach proximal erfolgt eine Begrenzung des Vestibulum nasi zu den Nasenhöhlen durch das Limen nasi. Der Übergang von der knorpelig-begrenzten in die knöchern-begrenzte Nasenhöhle wird als Apertura piriformis bezeichnet.

Die Choanen (hintere Nasenlöcher) begrenzen den Übergang von den Nasenhöhlen zum Nasopharynx. Neben den Verbindungen nach außen und zum Nasopharynx, bestehen auch zwischen den Nasennebenhöhlen und den Nasenhaupthöhlen Verbindungen. Zu den Nasenhöhlen, welche vor allem als Resonanzräume dienen, zählen

  • zwei Sinus frontales (Stirnhöhlen),
  • zwei Sinus ethmoidales (Siebbeinhöhlen),
  • zwei Sinus sphenoidalis (Keilbeinhöhlen) sowie
  • zwei Sinus maxillares (Kiefernhöhlen).

Schau dir die folgenden Materialien an um mehr über die Nasennebenhöhlen zu erfahren:

Die Verbindungsgänge zu den Nasenhöhlen münden in die Nasengänge (Meatus nasi), welche sich unterhalb der Conchae befinden.

  • kranial der Concha nasi superior mündet in den Recessus sphenoethmoidalis der Gang des Sinus sphenoidalis,
  • in den Meatus nasi superior (unterhalb der oberen Nasenmuschel) münden die hinteren Siebbeinzellen,
  • in den Meatus nasi medius (unterhalb der mittleren Nasenmuschel gelegen) münden im Hiatus maxillaris, der großteils von Schleimhaut bedeckt ist, die vorderen und mittleren Siebbeinzellen sowie die Sinus frontalis und maxillaris. Die schleimhautfreie Restöffnung des Hiatus maxillaris wird als Hiatus semilunaris bezeichnet.

Des Weiteren hat auch der Ductus nasolacrimalis (Tränennasengang) Anschluss an die Nasenhöhle. Er mündet in den Meatus nasi inferior (unter den unteren Nasenmuschel gelegen) und verbindet damit indirekt - über den Saccus lacrimalis (Tränensack) - die Tränendrüse mit der Nasenhöhle. Die Mündungsstelle im Meatus nasi inferior ist durch die Plica lacrimalis verschlossen.

Versorgung

Die Blutversorgung der Nasenhöhle erfolgt oben in den hinteren 2/3 durch die A. ethmoidalis posterior, einen Ast der A, ophthalmica und oben im vorderen Nasendrittel durch die A. ethmoidalis anterior, einen Ast der A. ophthalmica.

Unten in der Nasenhöhle erfolgt die Versorgung der hinteren 2/3 durch die A. sphenopalatina, einen Ast der A. maxillaris, und ihre Äste Aa. nasales posteriores laterales an der lateralen Nasenwand sowie die Rr. nasales posteriores septi am Nasenseptum. Im vorderen Drittel wird die untere Nasenhöhle durch Äste der A. carotis externa versorgt.

Das venöse Blut der inneren Nasenhöhlen wird im hinteren Nasenbereich in den Plexus pterygoideus und im vorderen Bereich über die V. facialis und die Vv. ethmoidales in die V. ophthalmica superior drainiert.

Des Weiteren findet sich zwischen Nasenseptum und unterer und mittlerer Nasenmuschel in der sogenannten Kiesselbach-Wulst ein venöser Schwellkörper (Plexus cavernosus conchae). Parasympathische Aktivität führt zu einem Anschwellen, sympathische Aktivität zu einem Abschwellen des Plexus. Auf diese Weise wird die Durchgängigkeit der Nasenhöhle für den Luftstrom reguliert.

Videoempfehlung: Blutgefäße der Nasenhöhle
Arterien und Venen der Nasenhöhle.

Sensorisch innerviert wird die Nase durch den N. trigeminus beziehungsweise durch dessen Äste:

  • hinterer Nasenbereich durch die Nn. nasales posteriores aus dem N. maxillaris (V2),
  • vorderer Nasenbereich durch den N. ethmoidalis anterior und dessen Rr. nasales interni laterales et mediales aus dem N. ophthalmicus (V1).

Die Fasern des N. trigeminus sind auch unabhängig vom N. olfactorius in der Lage Gefahrenreize wahrzunehmen und zu verarbeiten, so kann beispielsweise auch bei Ausfall des Geruchsinns noch eine Erkennung von stark reizendem Ammoniak-Geruch erfolgen.

Zudem erfolgt eine vegetative Innervation der Drüsen und Gefäße durch sympathische (mit dem N. petrosus profundus verlaufend) und parasympathische (mit dem N.facialis verlaufend) Nervenfasern. Die sensorische Innervation (Geruchswahrnehmung) erfolgt über die Fila olfactoria des N. olfactorius (1. Hirnnerv).

Die Lymphe der vorderen Nasenhöhle werden in die Lnn. submandibulares und in die Lnn. cervicales superficiales drainiert, die der hinteren Nasenhöhle und die Lnn. retropharyngeales und die Lnn. cervicales profundi.

Histologie

Das Vestibulum nasi wird von Haut, bestehend aus mehrschichtigem verhornendem Plattenepithel ausgekleidet, die auch Haare (Vibrissae) als Filter für grobe Schmutzpartikel enthält.

Ab dem Limen nasi (=Übergang von Vestibulum nasi zu Nasenhöhle) beginnt die Nasenschleimhaut. Der Pars respiratoria der Nasenhöhle und auch der Nasopharynx sowie die Nasennebenhöhlen sind von mehrreihigem Flimmerepithel bedeckt. Hier finden sich zudem Becherzellen und Glandulae nasales (tubulo-azinöse Drüsen). Der dadurch produzierte Schleim dient einerseits zur Anfeuchtung der Atemluft, andererseits können im Schleim haftende Schmutzpartikel durch die Bewegung der Kinozilien (mukoziliäre Clearance) in den Nasopharynx und von dort aus in den Gastrointestinaltrakt transportiert werden.

Defekte in der mukoziliären Clearance können sich in gesteigerter pulmonalen Infektanfälligkeit äußern (primäre ziliäre Dyskinesie).

Davon abzugrenzen ist der Pars olfactoria der Nasenschleimhaut, welche sich beidseitig im Bereich zwischen Concha nasi superior und Septum nasi befindet. Dort befinden sich die Fila olfactoria des N. olfactorius mit dem Riechepithel und bedeckt von Riechschleim, was für den peripheren Geruchssinn eine entscheidende Rolle spielt.

Klinischer Fall

Akute Entzündungsreaktionen der Nasenschleimhaut auf Erreger oder Allergene führen zu einem Anschwellen durch Ödembildung in der Lamina propria. Des Weiteren kommt es zu einer gesteigerten Schleimproduktion, die im Vergleich zum gesunden Zustand dünnflüssiger ist. Diese Veränderungen führen dann zu den klassischen Symptomen der verstopften Nase und des Schnupfens (Rhinitis).

Bei Verdacht auf nicht-erregerbedingte Symptomatik kann eine allergologische Testung erfolgen. Therapeutisch kann eine allergische Rhinokonjunktivitis kurzzeitig mit abschwellenden Nasentropfen behandelt werden sowie mit topischen Glukokortikoiden und Antihistaminika. Kausal kann eine Allergenkarenz oder eine Desensibilisierung empfohlen werden.

Eine anhaltende Gewebewucherung der Schleimhaut kommt häufig in den Nasennebenhöhlen vor und wird als Polyposis nasi bezeichnet. Ihre Entstehung wird vermutlich durch chronische eosinophile Entzündungen begünstigt. Polypen führen häufig zu einer Behinderung der Ventilation der Nasennebenhöhlen. Dies führt oftmals zu einer chronischen Sinusitis durch bakterielle Superinfektion oder auch zu einer Obstruktion der Nasenatmung bei Ausbreitung in die Nasenhaupthöhlen.

Eine Polyposis nasi lässt sich im CT und in der Nasenendoskopie darstellen. Symptomatisch kann eine medikamentöse Therapie mittels topischer Steroide, Sekretolytika, Leukotrienantagonisten und, falls indiziert, auch mit Antibiotika erfolgen. Alternativ kann eine chirurgische Abtragung der Polypen durchgeführt werden, wobei das Rezidivrisiko sehr hoch ist.

Du willst mehr über das Thema Nasenhöhle lernen?

Unsere Videotutorials, interaktiven Quizze, weiterführenden Artikel und ein HD Atlas lassen dich Prüfungen mit Bestnoten bestehen.

Erstelle heute dein kostenloses Konto und trete in die Fußstapfen von über 1.167.353 erfolgreichen Anatomielernern.

”Ich kann ernsthaft behaupten, dass Kenhub meine Lernzeit halbiert hat.” – Mehr lesen. Kim Bengochea Kim Bengochea, Regis University, Denver

Quellen anzeigen

Quellen:

  • Aumüller, G., Aust, A., Engele, J., et al. (2014). Duale Reihe – Anatomie (3. Auflage). Stuttgart: Georg Thieme Verlag.
  • Drenckhahn, D., & Waschke, J. (2014). Taschenbuch Anatomie (2. Auflage). München: Urban & Fischer Verlag.
  • Benninghoff, A., & Drenckhahn, D. (2004). Anatomie - Makroskopische Anatomie, Histologie, Embryologie, Zellbiologie - Band 2 (16. Auflage). München: Urban & Fischer Verlag.
  • Schünke, M., Schulte, E., Schumacher, U., et al. (2015). Kopf, Hals und Neuroanatomie – Prometheus (4. Auflage). Stuttgart: Georg Thieme Verlag.
  • Lüllmann-Rauch, R. (2012). Taschenlehrbuch Histologie (4. Auflage). Stuttgart: Georg Thieme Verlag.
  • Behrbohm, H., Kaschke, O. & Nawka, T (2009). Kurzehrbuch Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde (1. Auflage). Stuttgart: Georg Thieme Verlag.

Text, Review, Layout:

  • Katrin Repkow
  • Dr. med. Charlotte Barthe, Andreas Rheinländer
  • Marie Hohensee

© Sofern nicht anders angegeben, sind alle Inhalte, inklusive der Illustrationen, ausschließliches Eigentum der kenHub GmbH. Sie sind durch deutsches und internationales Urheberrecht geschützt. Alle Rechte vorbehalten.

Relevante Grafiken und Bilder

Lerne weiter

Weitere Artikel lesen

Zeige 8 weitere Artikel

Videos anschauen

Quiz starten

Atlas durchstöbern

Gut gemacht!

Jetzt registrieren und gratis Anatomie-Lernguide eBook erhalten!