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Musculus sartorius

Inhalt

Verlauf und Versorgung

Der Musculus sartorius ist ein langer, schmaler, oberflächlich verlaufender Extensor der Oberschenkelmuskulatur. Er entspringt an der Spina iliaca anterior superior des Beckenknochens und verläuft spiralförmig Richtung Knieregion. Dort setzt er schließlich am Pes anserinus superficialis medial der Tuberositas tibiae an. Der Muskel wird im ganzen Verlauf durch eine Faszienduplikatur der Fascia lata umschlossen. Die Innervation erfolgt über den Nervus femoralis (L2-4).

Topographisch bildet der Musculus sartorius die laterale Grenze des Trigonum femorale (Scarpa-Dreieck), durch welches die großen Gefäße des Oberschenkels verlaufen. Auf Grund dessen wird er beim operativen Zugang zur Arteria femoralis gerne als Leitmuskel genutzt.

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Funktion

Der Musculus sartorius ist ein zweigelenkiger Muskel und bewegt sowohl das Hüft- als auch Kniegelenk. Er wird anatomisch zur Extensorengruppe des Oberschenkels gezählt, am Hüftgelenk bewirkt seine Kontraktion in Wirklichkeit jedoch eine Flexion. Zusätzlich macht er dort eine Abduktion und Außenrotation.

Im Kniegelenk bewirkt der Muskel ebenfalls eine Flexion, was daran liegt, dass er hinter der Beuge-Streck-Achse am Kniegelenk ansetzt. Darüber hinaus dreht er das Knie nach innen (Innenrotation). Diese Bewegung ist besonders stark beim gebeugten Knie, da die Ansatzsehne dann im nahezu rechten Winkel zum Tibiakopf steht und so mit möglichst maximaler Kraft den Knochen drehen kann.

Führt der Muskel alle fünf Bewegungen gleichzeitig aus, nimmt das Bein die Position des Schneidersitzes ein. In dieser Position ist der „Schneidermuskel“ folglich am besten zu palpieren.

Pathologie

Am Ansatz des Musculus sartorius befindet sich ein Schleimbeutel (Bursa anserina), der sich bei chronischer Überbelastung (z.B. beim Joggen, Brustschwimmen) entzünden kann (Pes-anserinus-Syndrom). Typische Symptome sind Schmerzen, eine Schwellung am medialen Kniegelenk und eine funktionelle Einschränkung der drei am Pes anserinus ansetzenden Muskeln (M. sartorius, M. semitendinosus, M. gracilis). Wird die Entzündung nicht erkannt oder nur unzureichend behandelt (Ruhigstellung, Kühlung, Schmerzmitteln, ggf. lokale Kortisoninjektion), besteht die große Gefahr der Chronifizierung.

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Quellen anzeigen

Quellen:

  • M. Schünke/E. Schulte/U. Schumacher: Prometheus – LernAtlas der Anatomie – Allgemeine Anatomie und Bewegungssystem, 2.Auflage, Thieme Verlag (2007), S.476
  • W. Graumann/ D.Sasse: CompactLehrbuch der gesamten Anatomie – Band 2 – Bewegungsapparat, Schattauer Verlag (2003), S.164, 169-170
  • R. Wirhed: Sportanatomie – Bewegungslehre, 3.Auflage, Schattauer Verlag (2001), S.12
  • L. Fischer/E. T. Peuker: Lehrbuch Integrative Schmerztherapie, Thieme Verlag (2011), S.403

Autor:

  • Achudhan Karunaharamoorthy

Illustratoren: 

  • Musculus sartorius - Liene Znotina 
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