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Fibulare Extensoren des Unterschenkels

Inhalt

Musculus peroneus longusVerlauf und Versorgung

Die fibularen Extensoren sind Teil der Unterschenkelmuskulatur und werden auch als Fibularisgruppe des Unterschenkels bezeichnet. Beide befinden sich in der Fibularisloge (Compartimentum cruris peroneorum, auch: Peroneusloge) am lateralen Wadenbein. Besonders beim gesenkten Fuß (Plantarflexion) sind ihre Muskelbäuche und Sehnen oberflächlich gut zu erkennen. Die Muskeln der Fibularisgruppe werden über den Nervus fibularis superficialis (L5-S1) innerviert. Zu ihnen zählen:

  • M. fibularis longus/ M. peroneus longus (rechts): entspringt am Kopf und oberen Schaft der Fibula und an den Septa intermuscularia. Er setzt an der Plantarseite des Os cuneiforme mediale und Os metatarsale I an.
  • M. fibularis brevis/ M. peroneus brevis: hat seinen Ursprung weiter distal an der Fibula und wird vom M. fibularis longus zum größten Teil überdeckt. Die Sehne setzt an der Tuberositas ossis metatarsi V an.

Die Sehnen beider Muskeln verlaufen kaudal Richtung Fuß hinter dem Malleolus lateralis und ziehen dann ventral am lateralen Fußrand entlang. Dort werden sie durch zwei kanalartige Retinacula musculorum fibularium geführt. Das Retinaculum musculorum fibularium superius spannt sich zwischen Malleolus lateralis und Calcaneus. Das Retinaculum musculorum fibularium inferius spannt sich zwischen dem Retinaculum musculorum inferius der vorderen Extensoren und Calcaneus.

Vordere und fibulare Extensoren des Unterschenkels
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Ursprung, Ansatz, Innervation und Funktion der Muskeln in der Extensoren- und Fibularisloge.

Funktion

Der M. fibularis longus und brevis bewegen sowohl das obere als auch untere Sprunggelenk. Im oberen Sprunggelenk bewirken sie eine Senkung des Fußes (Plantarflexion), da ihre Sehnen hinter der Extension-Flexion-Achse verlaufen. (Merke: Die Bezeichnung „fibulare Extensoren“ widerspricht der eigentlichen Funktion der Muskeln!) Im unteren Sprunggelenk führt ihre Kontraktion zur Senkung des medialen bzw. Hebung des lateralen Fußrands (Pronation). Zusätzlich unterstützt die Sehne des M.fibularis longus das Quergewölbe des Fußes.

Pathologie

Bei einer Lähmung des Nervus fibularis superficialis ist die Pronation des Fußes stark eingeschränkt. Die Supination überwiegt, sodass bei der Hebung des Fußes dieser gleichzeitig nach medial abweicht (Equinovarus-Stellung = Spitzklumpfuß). Beim Gang fällt auf, dass die betroffenen Patienten zuerst mit ihrem lateralen Fußrand aufsetzen. Ferner können ein Schrumpfung der seitlichen Wade (Atrophie der Fibularismuskeln) beobachtet werden. Häufige Ursachen einer Läsion des Nervus fibularis superficialis umfassen Traumata am Fibulakopf, ein zu enger Gipsverband, ungünstige Lagerung in einer Schiene bis hin zu Kinderlähmung (Poliomyelitis).

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Quellen:

  • M. Schünke/E. Schulte/U. Schumacher: Prometheus – LernAtlas der Anatomie – Allgemeine Anatomie und Bewegungssystem, 2.Auflage, Thieme Verlag (2007), S.480-481
  • W. Graumann/D.Sasse: CompactLehrbuch der gesamten Anatomie – Band 2 – Bewegungsapparat, Schattauer Verlag (2003), S.208-210
  • J. W. Rohen: Topographische Anatomie, 10.Auflage, Schattauer Verlag (2008), S.162
  • A. Lange: Physikalische Medizin, Springer Verlag (2003), S.50-51

Autor:

  • Achudhan Karunaharamoorthy

Illustratoren: 

  • Musculus peroneus longus - Liene Znotina 
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